Handball-Bundesliga

Spiel 20, Sieg 20: Borussia Dortmund erfüllt die Pflichtaufgabe auf dem Weg zum Titel

Borussia Dortmund kommt dem großen Ziel wieder ein Stück näher. Die Pflichtaufgabe Göppingen meistert der BVB mühelos.
Ist bei der Nationalmannschaft: Johanna Stockschläder. © Ludewig

Nico Kiener hatte bereits im Vorfeld des Spiels zwischen Borussia Dortmund und seinem Team aus Göppingen eine Vorahnung. „Wenn alles normal läuft, wird der BVB das Spiel gewinnen“, sagte der Übungsleiter von Frisch Auf Göppingen – und sollte recht behalten. Borussia Dortmund siegte deutlich mit 37:28 (23:13).

Und damit aus Dortmunder Sicht alles normal läuft, hat André Fuhr die Sieben aufgeboten, die bereits in den vergangenen Wochen das Siegen zur Normalität gemacht hat für den Tabellenführer der Handball-Bundesliga. Isabell Roch im Tor, Johanna Stockschläder auf Linksaußen und der holländische fünfer Block von rechts nach links bestehend aus Kelly Vollebregt, Laura van der Heijden, Merel Freriks, Kelly Dulfer und Inger Smits. Die Sieben, die in der Champions League gegen Odense mit Bravour gewann und am vergangenen Freitag das Spitzenspiel gegen den TuS Metzingen deutlich für sich entschied (37:30), durfte auch gegen den Tabellenvierzehnten starten.

Normalität kehrte ein und nahm ihren Lauf

Es waren rund 15 Minuten zu Beginn, die keine Normalität versprachen. Der Gast aus Göppingen bot am Sonntagnachmittag für diesen Zeitraum Paroli, forcierte einen hektischen Schlagabtausch, auf den der BVB einging. Doch die Normalität kehrte ein und nahm ihren Lauf. Aus dem ausgeglichenen Spiel, was zwischenzeitlich gleich mehrere Göppinger Führungen beinhaltete, wurde das Spiel, was Göppingen-Coach Kiener wohl gerne unterbunden hätte. Innerhalb von zehn Minuten wurde aus einem Remis eine deutliche Führung für Borussia Dortmund (18:11; 25.). Ein Bild, das es in den vergangenen Wochen häufiger gab. Die ersten 10 bis 15 Minuten wirken BVB-Spiele wie offene Duelle, ehe der Qualitätsunterschied erkennbar wird.

„Da macht man ein, zwei Schritte weniger in der Abwehr. Das haben wir nicht gut gemacht in der ersten Viertelstunde. Dann haben wir angezogen, dann machen wir es gut“, erklärte BVB-Coach André Fuhr nach dem Spiel.

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Die besten Bilder vom Spiel des BVB gegen Göppingen

Zogen die Frauen in schwarzgelb das Tempo gegen Göppingen an, ließen ihre Muskeln und vor allem ihr Können spielen, war für Göppingen das Nachsehen vorprogrammiert. Die 23:13-Halbzeitführung ließ keinen Raum für Zweifel, wie der weitere Sonntag verlaufen soll. Gerade mit Blick auf die kommenden Wochen könnte die Verletzung von Clara Monti Danielsson da eine Schattenseite auf diesen ersten Durchgang werfen.

Die schwedische Kreisläuferin kam bei einer Defensivaktion schlecht auf dem Parkett auf, schleppte sich im Anschluss mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz, musste sich den linken Oberschenkel bandagieren lassen. Zur Entlastung der etatmäßigen Nummer eins am Kreis, Merel Freriks, spielte Kelly Dulfer im zweiten Durchgang auf der Kreis-Position. Monti Danielsson soll wohl einen Pferdekuss abbekommen haben.

Fuhr hätte gerne mehr Tore gesehen

BVB-Coach André Fuhr nutzte den zweiten Durchgang, gab vielen Akteurinnen Spielpraxis, ließ unter anderem Jennifer Rode lange spielen, die in den vergangenen Wochen kaum zum Zug kam.

Auch Kapitänin Alina Grijseels bekam wieder mehr Spielpraxis nach ihrer Muskelverletzung vor wenigen Wochen, musste aber angeschlagen das Parkett verlassen. Bei einer Offensivaktion wurde die Spielmacherin am Kopf verletzt, guckte sich den Rest der Partie von der Bank aus an.

Trotz der großzügigen Rochade Fuhrs agierte der BVB auf Normal-Niveau, hielt Göppingen dauerhaft in Schach und gewann das Spiel souverän mit 37:28.

„Es war eine Pflichtaufgabe, die haben wir gelöst. Ich hätte gerne ein paar Tore mehr mitgenommen“, sagte Fuhr zum Erfolg, monierte aber: „Ich wünsche mir manchmal, das die, die weniger Spielanteile haben, sich mehr aufdrängen.“

Zwei Drittel der Saison sind damit absolviert, der BVB hat 20 Spiele gespielt, ist 20 Mal siegreich vom Parkett gegangen. Ein Ausrufezeichen in dieser Spielzeit, die – so deutet es sich immer mehr an – historisch für den BVB werden könnte – mit dem Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Das wäre nicht normal, sondern außergewöhnlich.

BVB: Duijndam, Roch, ten Holte – Grijseels (1), Monti Danielsson (1), van Zijl (1), Smits (3/1), Abdulla (4/1), Stockschläder (4), Gutierrez Bermejo (2/1), Freriks (3), Dulfer (1), van der Heijden (6), Vollebregt (6), Rode (3), Bleckmann (2)

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