Für seine neu gegründete Frauenfußball-Abteilung erntet der BVB von einem Kreisligakonkurrenten Kritik. © Schaper
Frauenfußball

SF Sölderholz bereitet sich auf das BVB-Duell vor – Der Vorsitzende äußert sich kritisch

Die Frauenmannschaft des BVB löst aktuell einen im Dortmunder Frauenfußball außergewöhnlichen Hype aus. Nun warten die SF Sölderholz. Deren Vorsitzender findet überraschend kritische Worte.

1625 Zuschauer waren es beim ersten Frauenfußball-Meisterschaftsspiel der Vereinsgeschichte von Borussia Dortmund vor etwas mehr als einer Woche gegen BV Brambauer (8:0). Knapp 500 waren am vergangenen Freitag im Kreispokalspiel des BVB bei Urania Lütgendortmund (12:0) vor Ort. Der Klub hat einen Hype im Dortmunder Frauenfußball ausgelöst. Am kommenden Sonntag nun gastiert die neu gegründete Frauenmannschaft vom BVB bei den SF Sölderholz.

Joachim Schanz, 1.Vorsitzender der Sportfreunde, erwartet auch dann „um die 500 Zuschauer“, wovor er jedoch „keine Bange“ habe, wie er erklärt. Beim Kreispokalspiel der BVB-Frauen bei Urania Lütgendortmund seien laut Schanz „circa 350 Erwachsene“ vor Ort gewesen. Das sei eine Anzahl, die die Sportfreunde Sölderholz auch „an guten Meisterschaftsspielen der 1. Herren“ auf ihrem Kunstrasenplatz begrüßen, so Schanz. Die Kapazität am Sportplatz „Zur Bergeshöh“ sollte am Sonntag also ausreichen. „Es ist immer noch ein Frauen-Kreisligaspiel“, versucht Sölderholz` Vorsitzender den Hype zu drosseln, „als wir mit den Herren aufgestiegen sind, hatten wir 1300 Zuschauer“.

Dennoch plane man in Sölderholz für den kommenden Spieltag mit einem größeren Event. „Es wird mehr kulinarisches Angebot, mehr Bier geben“ als normalerweise, sagt Schanz. Außerdem würde das Ordnerpersonal von drei bis vier pro Spiel auf wahrscheinlich zehn Personen aufgestockt werden. Wie auch die anderen Vereine der Kreisliga A bekamen auch die Sportfreunde Sölderholz einen Fragenkatalog vom BVB zugeschickt, der unter anderem die Parkplatzsituation an den verschiedenen Spielstätten beinhaltet. Der BVB möchte nichts dem Zufall überlassen.

Schanz betont, dass man bei seinem Verein „nicht mehr Parkplätze“ habe, als verfügbar seien – und das sind nur ganz wenige. „Wir haben keine und können sie uns auch nicht aus den Rippen schneiden“, so der Sölderholzer Vorsitzende, der stattdessen auf die Busverbindungen verweist. Diese würden ebenfalls gut zum Sölderholzer Platz führen. Für die Partie gegen Borussia Dortmund scheint also alles vorbereitet.

Die Frauen der Sportfreunde Sölderholz werden bei diesem Spiel im Rampenlicht stehen. Eigentlich ein Segen für den Klub. Wann haben die Frauen des Klubs denn mal die Chance, vor so vielen Zuschauern zu spielen? Joachim Schanz sieht das etwas anders. „Das Projekt des BVB wird keinen positiven Einfluss auf den Frauenfußball haben“, mutmaßt er. Der aktuelle Hype gelte einzig Borussia Dortmund, das „nur auf den eigenen Erfolg“ ausgerichtet sei. Während bei anderen Kreisliga-Mannschaften „der Spaß und das Miteinander im Vordergrund“ stünde.

Aktuell profitiert der Frauenfußball der Stadt, denn noch nie standen so viele Besucher bei A-Liga-Spielen der Frauen auf dem Platz. Der BVB hat immer betont, dass er mit seiner Frauenmannschaft organisch wachsen möchte. Deshalb hat der Verein auch den Weg eingeschlagen, in der niedrigsten Liga zu beginnen und ist bewusst keine Kooperation mit einem höherklassigen Team eingegangen. Jeder Gegner profitiert aktuell davon, zumindest finanziell.

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