In der Oberliga-Saison 2018/19 lieferten sich der ASC 09 Dortmund und der TuS Haltern ein spannendes Duell um den Aufstieg. Nun treffen beide wieder aufeinander. © Nils Foltynowicz
Fußball-Oberliga

Oberliga-Konferenz: Ein Vereinsvertreter haut wütend nach zehn Minuten ab

Am Donnerstagabend fand eine Konferenz des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW) mit den Vertretern der Oberliga statt. Ein Vereinsvertreter verließ die Sitzung frühzeitig.

Die Oberliga Westfalen hat es schwer. Sie ist ein gutes Stück weit entfernt davon zum Profi-Fußball dazugehören, hat mit dem klassischen Amateurfußball aber auch nicht viel zu tun.

Spieler bekommen Gehälter, Sponsoren pumpen Tausende von Euro in die Klubs, diese hantieren mit Etats im sechsstelligen Bereich. Der Wunsch der Oberliga-Vereinsvertreter nach mehr Kommunikation seitens des Verbands war bereits seit Monaten da.

Am Donnerstag kam es dann endlich zur Online-Konferenz mit Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW, sowie Reinhold Spohn, Staffelleiter der Oberliga. Alle 21 Klubs waren eingeladen, nicht alle sind gekommen.

Christian Knappmann, Trainer vom SC Westfalia Herne, war dabei, verließ die Sitzung aber wütend nach zehn Minuten.

Knappmann hat Verständnis für die Funktionäre

„Ich habe die Sitzung vorzeitig verlassen, weil ich einfach mit einigen Dingen nicht einverstanden war. Mir ist durchaus bewusst, dass die Lage der Funktionäre recht schwer ist. Ich habe Verständnis, dass die Saison nicht abgebrochen werden kann, da haben die Funktionäre auch meine volle Unterstützung“, erklärte Knappmann am Freitag. Er hatte da bereits eine SMS an Manfred Schnieders geschrieben, in der er sein Verhalten vom Vortag bedauere.

Die Vereinsvertreter demonstrierten größtenteils Einigkeit darin, dass vier Wochen Vorbereitung ein Muss seien. Die Verbandsvertreter zeigten dafür Verständnis, eine Zusage für diese Forderung mochten sie aber nicht geben. Ein zeitgleicher Start in die Vorbereitung auf einen Re-Start könnte nicht vorausgesetzt werden.

Westfalia Hernes Trainer Christian Knappmann freut sich über
Westfalia Hernes Trainer Christian Knappmann freut sich über “einen geilen Transfer” und kann den Ärger beim TuS Haltern über Jan-Niklas Kaisers Sommer-Abgang nicht nachvollziehen. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

„Wir können schließlich nicht beeinflussen, wann welche Kommune ihre Sportanlagen wieder öffnet. In einigen Kommunen, beispielsweise Münster, könnte das früher passieren als in anderen“, erklärte Schnieders. Eine Tatsache, die Knappmann wütend machte, da er den TuS Haltern beispielsweise durch einen niedrigeren Inzidenzwert im Vorteil sehe. In Haltern könne dann womöglich schon wieder trainiert werden, nimmt er den TuS als Beispiel, in Herne dafür nicht. Bei einem fixen Re-Start Termin wäre dies für ihn eine Chancenungleichheit.

Weiterer Punkt bei der Sitzung: Die Saison womöglich auch ohne Zuschauer fortzusetzen. „Das viel Schlimmere ist die Tatsache, – ich habe mehrmals nachgefragt – dass der Verband den Spielbetrieb freigeben wird, auch wenn keine Zuschauer zugelassen sind“, sagte Knappmann, ehe er im Anschluss die Konferenz verließ.

Sein Klub wäre existenzbedroht, sollte die Liga weitergehen, der Klub die Gehälter an die Spieler zahlen müssen, aber keine Zuschauereinnahmen reinbekommen.

Keine Wellenlänge zwischen Verband und Vereinen

Auch Michael Linke, Vorsitzender des ASC 09, bestätigt dies: „Das wäre fatal für uns. Uns würde dadurch eine fünfstellige Summe im Etat fehlen. Und wir müssen ja auch die Spieler beim Re-Start wieder bezahlen. Wir können nicht von ihnen verlangen, umsonst zu spielen.“

Linke sieht den Verband dabei nicht auf einer Wellenlänge mit den Vereinen. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Realitätsfern handeln und nicht wissen, wie wir arbeiten“, sagt Linke.

Ein weiterer Punkt war der Westfalenpokal. Der soll auf jeden Fall zu Ende gespielt werden, zur Not auch erst ab Juni, damit der Verband westfälische Vertreter für den DFB-Pokal melden kann. „Uns wurde erklärt, dass zwei Regionalligisten dann die DFB-Pokalplätze für Westfalen bekommen, wenn wir den Westfalenpokal nicht zu Ende spielen“, erklärt Linke dazu.

Manfred Schnieders sprach trotzdem von einem insgesamt vernünftigen Austausch, dem schloss sich Spohn an: „Wir haben sachlich über alles gesprochen. Wie es weitergeht, hängt von der Situation und der Politik ab.“

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