Obwohl er kaum Spialanteile hat, unterschrieb ein Dortmunder Fußballer seine Vertragsverlängerung bei seinem Klub (Symbolbild). © picture alliance/dpa
Fußball-Landesliga

Nur zwei Einsätze in zwei Jahren: Dennoch verlängert ein Dortmunder Spieler seinen Vertrag

Nur zwei Einsätze in zwei Jahren hat ein Dortmunder Fußballer für seinen Klub absolviert. Es werden wohl auch nicht viel mehr werden in nächster Zeit. Dennoch hat er seinen Vertrag verlängert.

Es gibt auch heutzutage noch Spieler, die sich nicht wegen geringer Einsatzzeiten beim Trainer oder Vorstand beschweren und sich anschließend wegen der angeblich fehlenden Wertschätzung beim Verein abmelden.

Einer dieser eher selten gewordenen Akteure ist der 22-jährige Ersatztorhüter des Hombrucher SV Tim Schmale.

Obwohl Schmale in der Saison 2019/20 lediglich beim 1:1-Remis gegen die SpVgg. Horsthausen zum Einsatz kam und er auch in der momentan unterbrochenen Saison nur ein Spiel (am zweiten Spieltag beim 3:1-Erfolg gegen den Erler SV) bestritt, verlängerte er seinen Vertrag beim Landesligisten Hombrucher SV. Wir sprachen mit Tim Schmale, der bei seinen vorherigen Vereinen SV Brackel 06 (damals Westfalenliga) und beim FC Brünninghausen (damals Oberliga) gänzlich ohne Pflichtspieleinsatz blieb, über die Beweggründe seiner Vertragsverlängerung.

Warum haben Sie trotz der überschaubaren Anzahl an Einsätzen Ihren Vertrag beim Hombrucher SV verlängert?

Jan Hennig und ich sind ein sehr gutes Torhüterduo. Wir harmonieren gut miteinander und pushen uns im Training gegenseitig zu Höchstleistungen. Für meine persönliche Entwicklung als Torwart ist der Hombrucher SV genau der richtige Verein. Ich fühle mich sehr wohl dort.

Fällt es Ihnen schwer sich bei jeder Trainingseinheit zu motivieren, obwohl Sie wissen das am Sonntag wahrscheinlich die Ersatzbank droht?

Ich kann mit dieser Thematik ganz gut umgehen. Wir Torhüter und unser Torwarttrainer sind so eine Art Team im Team, ein total verschworener Haufen. Ich gehe gerne meinem größten Hobby Fußball nach.

Spielt zwar wenig, geht aber seinem größtem Hobby gerne nach und bleibt deshalb beim Hombrucher SV: Torwart Tim Schmale. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Wie ist Ihr Verhältnis zur bisher unumstrittenen Nummer eins Jan Hennig?

Wir verstehen uns Super, ich habe ein sehr gutes Verhältnis zum Jan. Er ist als mitspielender Torhüter unheimlich stark, wenn er den Ball am Fuß hat. Er ist für mich so etwas wie der Manuel Neuer der Landesliga.

Rechnen Sie sich realistische Chancen aus, in der nächsten Saison die Nummer eins in Hombruch zu werden?

Realistisch betrachtet wird es schwierig werden, Jan Hennig als Nummer eins im Tor zu verdrängen. Aber ich werde alles geben. Ansonsten ist Geduld gefragt, ich bin aber auch erst 22-Jahre alt. Ich hoffe, dass sich meine Geduld irgendwann in Form von Einsätzen auszahlen wird.

Welche Bedeutung hat Ihr Torwarttrainer Sarwat Radwan für Sie?

Sarwat Radwan ist für mich die wichtigste Person beim HSV. Er ist ein sehr guter Coach, der es manchmal schafft uns im Training an unsere körperlichen Grenzen und darüber hinauszuführen. Natürlich kommt im Training auch der wichtige Faktor Spaß nicht zu kurz. Ich schätze ihn wirklich sehr.

Würden Sie zu einem Verein der eine Liga tiefer spielt wechseln, um dort die Nummer eins zu werden?

Das kann und will ich nicht ausschließen. Vielleicht wird es irgendwann in der Zukunft eine Option für mich sein. Das wird auch ein Stück weit von meinem beruflichen Werdegang abhängig sein. Ich habe das Studium der Wirtschaftswissenschaften mit dem Bachelor abgeschlossen. Derzeit studiere ich data science (Datenwissenschaften) und arbeite zusätzlich als Werksstudent.

Welche Liga trauen Sie sich persönlich zu?

Ich habe in den beiden Spielen, in denen ich eingesetzt wurde bewiesen, dass ich Landesliga spielen kann. Was sonst noch kommt, wird die Zukunft zeigen.

Falls die Saison zu Ende gespielt wird, auf welchem Tabellenplatz landet der Hombrucher SV?

Wir sind sehr gut in die Saison gestartet. Wenn uns nach Beendigung der Corona-Pause etwas Ähnliches gelingen würde, können wir vielleicht oben angreifen. Ich habe allerdings erhebliche Zweifel was die Fortsetzung der unterbrochenen Saison angeht.

Wie hat Ihre Torwartkarriere begonnen?

Ich war bei den Minikickern der Größte in der Mannschaft und wurde deshalb vom Trainer ins Tor gestellt. Dabei ist es dann geblieben.

Worin sehen Sie ihre Stärken beziehungsweise Schwächen als Torwart?

Die eigenen Stärken und Schwächen zu beurteilen ist nicht immer ganz einfach. Ich spiele seit 15 Jahren im Tor und habe meine Stärken auf der Linie. Obwohl es schon deutlich besser geworden ist, habe ich immer noch ein paar Schwächen mit dem Ball am Fuß. Über freiwillige Einheiten, in denen ich immer wieder versuche weite Bälle möglich genau zu spielen, arbeite ich an der Behebung dieser Schwäche.

Über den Autor
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Baujahr 1965, gebürtiger Dortmunder, der sich seit fast zwanzig Jahren auf den Sportplätzen tummelt und den Dortmunder Amateurfußball mit all seinen Facetten kennt.
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Frank Büth

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