Sebastian Schrage wird Spielertrainer der dritten Mannschaft des ASC 09. © ASC 09
Fußball

Neues ASC-Team geplant: Wie groß ist die Angst vor der Kreisliga C, Sebastian Schrage?

Der ASC 09 Dortmund gründet eine dritte Fußball-Mannschaft. Trainer Sebastian Schrage spricht im Interview über die Ziele des Teams, Angst vor der C-Liga und und den Vergleich mit Jürgen Klopp.

Zur kommenden Saison gründet der ASC 09 Dortmund eine dritte Fußball-Mannschaft, die in der Kreisliga C starten wird. Die Dritte soll vor allem den Spielern eine neue sportliche Heimat bieten, die in den vergangenen drei Jahren maßgeblich am Durchmarsch des ASC II aus der Kreisliga B bis in die Bezirksliga beteiligt waren und mittlerweile nicht mehr auf genügend Spielanteile kommen. Auch Sebastian Schrage schnürte zuletzt beim ASC II die Schuhe – und soll die Dritte als Spielertrainer betreuen. Wir haben mir ihm gesprochen.

Herr Schrage, die Entscheidung eine dritte Mannschaft beim ASC zu gründen ist lange gereift. Wie kam es dazu?

Die zweite Mannschaft hat in dieser Saison einen großen Kader. Diese Spielzeit in der Bezirksliga ist auch ein Dankeschön an alle Spieler, die in den vergangenen Jahren am Aufstieg des ASC II beteiligt waren. Einige Spieler kommen nun auf dem Bezirksliga-Niveau kaum noch zum Einsatz. Alternative eins wäre gewesen, jetzt zu sagen: „Danke für eure Hilfe – und tschüss.“ Wir wollen diesen Spielern aber weiterhin eine Perspektive bieten. Deshalb gründen wir die dritte Mannschaft. Das ist eine tolle Sache.Sie sind 41 Jahre alt, spielen in der Innenverteidigung und werden in der Dritten als Spielertrainer fungieren. Haben Sie schon Erfahrung an der Linie?Im Jugendbereich bin ich seit drei Jahren aktiv, habe damals die Minikicker des ASC übernommen, als mein Sohn angefangen hat zu spielen. Die Entwicklung bin ich mitgegangen und trainiere aktuell die F2-Jugend.Der Sportliche Leiter des ASC II, Dominik Altfeld, hat sie im Gespräch mit unserer Redaktion als „Menschenfänger“ bezeichnet. Da denkt man natürlich sofort an Jürgen Klopp. Wer ist ihr Vorbild als Trainer?Das ist ja meine erste richtige Station als Trainer im Seniorenbereich. Und ehrlich gesagt: Ein richtiges Vorbild als Trainer habe ich bislang gar nicht. Was für einen Fußball wollen sie denn mit der Dritten zeigen?Ich selber kam schon als Spieler immer mehr über den Kampf als über technische Finessen. Kämpfen, laufen und sich voll reinhauen kann man immer – egal wie es läuft. Das sollten wir vorleben – und das wird auch in der Kreisliga gefragt sein.Ihr Team-Kollege aus der Zweiten, Kolja Schöllermann, wird sie an der Linie unterstützen…Genau, Kolja hat schon zugesagt. Er ist ein Taktikfuchs, hat immer den Blick aufs Ganze.Er ist also der Zeljko Buvac in Ihrem Gespann?(lacht) Er ist auf jeden Fall der Ruhepol in Situationen, in denen ich vielleicht mal mehr aus mir herausgehe. Und er spricht auch schon jetzt in der Zweiten oft mit den Trainern Tim Schwarz und David Steindor und gibt ihnen Tipps, wenn ihm etwas auffällt.Wie viele Spieler aus der zweiten Mannschaft gehen mit in die Dritte?Die Gespräche mit den Jungs haben am Wochenende stattgefunden. Sie machen sich gerade Gedanken. Unser Ziel ist es so wenig externe Spieler zu holen, wie möglich – aber natürlich so viele, wie nötig. Am ende solten wir rund 20 Spieler haben, das wäre eine gesunde Kadergröße.Wie groß ist eure Ambition? Oder anders gefragt: Wie lange braucht ihr, damit auch die Dritte wieder Bezirksliga spielt?(lacht) Die Bezirksliga ist unrealistisch. Aber wir gründen auch keine Dritte Mannschaft, um in der C-Liga Achter zu werden. Wir sind in der Zweiten ein eingeschworener Haufen. Wenn viele Jungs mit runtergehen und wir dann noch ein paar Gute dazuholen, dann kann ein Aufstieg in die B-Liga in den kommenden Jahren ein Ziel sein.Haben Sie Angst vor dem Sprung von der Bezirks- in die C-Liga? Das könnte auf die Knochen geben…Nein, da habe ich gar keine Sorge vor. Die meisten von uns kommen ja ursprünglich aus der B-Liga. Und in einer Großstadt wie Dortmund spielen auch in der C-Liga nicht mehr nur die dicken, alten Männer. Die meisten Jungs sind fit und können was am Ball. Klar, kann es auch mal härter zur Sache gehen. Aber da kommen wir mit klar.Aber vorher wollen sie die letzten Spiele in der Bezirksliga genießen?Ja, hoffentlich. Corona macht es natürlich kompliziert. Hoffentlich kann die Hinrunde noch zu Ende gespielt werden. Dann hätten wir noch neun Endspiele, denn nach den ersten sechs Spielen sind wir ziemlich unten reingerutscht. Es wäre toll, sich mit dem Klassenerhalt verabschieden zu können.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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Marc-André Landsiedel

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