Andreas Edelstein präsentiert seine Traum-11. © Screenshot
Fußball

Nach Tamilstars-Fall: Bei welchem Todesfall darf ein Spiel verlegt werden?

Der Fall des Fußball-Kreisligisten Tamilstars Dortmund hat einige Fragen aufgeworfen. Vor allem die, ab welchem Todesfall ein Spiel verlegt werden darf. Wir haben mit dem Verband gesprochen.

Beim Fußball-B-Ligisten Tamilstars Dortmund gab es im Umfeld der ersten Mannschaft einen Todesfall. Die Mutter eines Spielers verstarb. Der Klub wollte daraufhin die Partien sowohl der ersten als auch der zweiten Mannschaft am vergangenen Wochenende verlegen. Der Staffelleiter stimmte nicht zu. Die Tamilstars traten trotzdem nicht an.

Die Begegnungen Tamilstars I gegen den SV Westrich I und Tamilstars II gegen SV Westrich IV wurden deshalb für Westrich gewertet. Für die Tamilstars war die Entscheidung des Staffelleiters befremdlich, sie hätten sich gewünscht, dass die Partien verlegt werden.

Hat der Staffelleiter überhaupt richtig entschieden? Und was sagt die Spielordnung dazu? Andreas Edelstein, Stellvertretender Vorsitzender des Fußballkreises Dortmund erklärt, dass in der Spielordnung nicht festgelegt ist, ab welchem Grad des verstorbenen Angehörigen eine Partie verlegt werden darf. „Es ist immer eine Einzelfallentscheidung, die der Staffelleiter fällen muss“, sagt Edelstein.

„In der der Regel werden Spiele verlegt, wenn eine große Masse des Vereins oder der Mannschaften direkt betroffen sind. Wenn zum Beispiel ein Trainer, Betreuer oder ein Spieler stirbt. Oder der Vorsitzende oder der Platzwart. Dann ist es selbstverständlich, dass die Begegnungen an einem anderen Datum stattfinden“, sagt Edelstein. Kreisvorsitzender Jürgen Grondziewski ergänzt. „Der Todesfall muss im engen Kreis des Vereins stattfinden.“

Im Fall der Tamilstars kann Edelstein die Entscheidung des Staffelleiters daher nachvollziehen. „Es ist ein bitterer Verlust für den Spieler“, sagt Edelstein, „in dem Fall kann es aber keine Verlegung geben. Es klingt zwar bitter, es ist aber so, dass wir nicht immer Spiele verlegen können, weil es bei einzelnen Spielern Todesfälle in der Familie gibt.“

Edelstein zeichnet dann ein Fallbeispiel auf. „Im Fußball zählen für alle Ligen die identischen Regeln. Auch in der ersten, zweiten oder dritten Liga wird kein Spiel verlegt, weil ein Familienmitglied eines Spielers stirbt.“ Er betont, dass diese Regelung nichts mit fehlendem Mitgefühl zu tun hat. „Das Mitgefühl ist da“, sagt Edelstein. Es gehe letztlich darum, den Spielbetrieb vernünftig aufrecht zu erhalten und man könne da leider nicht auf jeden Todesfall Rücksicht nehmen.

Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen untermauert die Ausführung der Kreisvorsitzenden. „In solch einem Fall kann es keine Verlegung gegeben, dann hätten wir jedes Wochenende unzählige Spielabsagen in Westfalen.“

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Thomas Schulzke

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