Ein Dortmunder Klub gründet ein weiteres Team. © picture alliance/dpa
Corona

Lockdown-Förderhilfen: Dafür bekommen alle Vereine bis zu 10.000 Euro

Der FLVW und der SSB versuchen die Vereine zu fördern. Das Feedback ist gemischt. Weiterhin können die Hilfsangebote in Anspruch genommen werden - sie helfen finanziell und inhaltlich.

In der Lockdown-Zeit halten sowohl der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) als auch der StadtSportBund Dortmund (SSB) Fördermöglichkeiten für die Vereine aufrecht. Einerseits wird in die Zukunft investiert, andererseits in die Gegenwart. Inhaltlich und monetär – das Zwischenfazit ist gemischt.

Zum einen besitzt jeder Verein die Möglichkeit, maximal 10.000 Euro für Hard- und Software erstattet zu bekommen. Innerhalb des Corona-bedingten Lockdowns besteht nicht die Möglichkeit, sich auf dem Sportplatz zu treffen, um live und in Farbe miteinander Sport zu treiben. Also müssen Alternativen gefunden werden.

„Als bekannt wurde, dass der zweite, lange Lockdown kommt, kamen einige Vereine auf uns zu mit der Idee, digitale Angebote zu schaffen“, erklärt Nadine Euler vom SSB, der schon im Sommer mit der Stadt Dortmund einen Corona-Hilfsfond gründete. Damals mit dem Ziel, „Hygienemittel oder Aushänge zu besorgen“.

Da aus diesem Hilfspaket noch Geld übrig war, wurde ein zweites Angebot ins Leben gerufen – die Beschaffung von Hard- und Software. „Darunter fallen zum Beispiel Kameras, Stative, aber auch die Kosten für Streaming-Anbieter wie Zoom“, sagt Euler, die „unterschiedliche Beweggründe“ ausgemacht hat, „warum die Vereine mit dieser Idee auf uns zugekommen sind“.

Manche Klubs sagten, „sie wollen ihren Mitgliedern etwas bieten, wollen in Kontakt bleiben; die anderen sagen, sie wollen die Leute trotz des Lockdowns motivieren, sich zu bewegen und Sport zu treiben. Das ist sicherlich etwas motivierender, als nur einen Link zu einem Youtube-Video zu verschicken“, so Euler.

„Bisher wurden circa 100.000 Euro bewilligt. Wie immer gibt es den einen oder anderen Verein, der es erst spät mitbekommen hat. Das Gros der Vereine haben wir aber erreicht“, erklärt Euler. „Und die haben dann auch die Chance genutzt, die Erstattung in Anspruch zu nehmen.“ Die Beantragung dafür sei unkompliziert.

„Bei uns gibt es ein ziemlich unbürokratisches Formular, man muss die Kontonummer des Vereins eintragen und noch ein paar Angaben machen. Die Belege, die entstanden sind, schickt man per Mail oder Post an uns. Wir leiten es weiter an die Sport- und Freizeitbetriebe“, sagt Euler – und erklärt: „Weiterhin können Anträge gestellt werden. Das wurde kürzlich ausgedehnt.“

Nach wie vor vorhanden ist außerdem das Angebot des FLVW. Miriam Austrup kümmert sich als „Assistentin für Vereinsentwicklung“ um interne Vereinsförderung – und fällt ein zweigeteiltes Fazit: „Ich habe den Eindruck, dass viele Vereine in einer Art Winterschlaf verharren. Es gäbe genug Themen, die in dieser Zeit angepackt werden könnten – das scheint aber einigen Klubs nicht bewusst genug zu sein.“

Austrup erklärt: „Wenn ich Ihnen im persönlichen Kontakt beispielsweise die digitale Sprechstunde angeboten habe, höre ich oft: ‚Ja, können wir machen, aber erst, wenn der Spielbetrieb wieder läuft.‘ Ohne die Spiele scheint es schwierig zu sein, sich für andere Themen außerhalb des Spielbetriebes zu motivieren. Dieses Denken betrifft aber nicht alle Vereine“, betont sie, einige hätten bereits teilgenommen.

Was dann gemacht worden sei? „Auf der Homepage können sich die Vereine anmelden. Digital bieten wir dann unterschiedlichste Schulungen an. Zum Beispiel, wie mehr Frauen und Mädchen in die Vereine kommen könnten; in Sachen Rechtsfragen können die Vereine Fortbildungen belegen; oder im Bereich Bildung und Teilhabe, um nur ein paar Beispiele zu nennen.“

Trotz der positiven Rückmeldung von einigen Klubs, meint Austrup: „Gerade fehlt mir der Kontakt zu vielen Vereinen.“ Sie hoffe deshalb, „ganz schnell in die Vereine zurückkehren zu können. Mitte September habe ich ja erst angefangen, es lief gut an — dann kam recht zügig der Lockdown.“

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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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