Die ersten Fußballklubs haben Spieler verpflichtet, ohne sie spielen gesehen zu haben. © Volker Engel
Fußball

Leistungsträger verlässt Bezirksliga-Team, um in der Kreisliga B weiterzuspielen

Ein Dortmunder Amateurfußballer verlässt nach vielen Jahren seine Mannschaft - doch ein Wochenende ohne Fußball kann er sich nicht vorstellen. Er hat einen Plan.

Irgendwann war die Entscheidung gefallen. „Man merkt ja, dass die jungen Spieler immer besser werden, während man selbst nicht mehr so schnell ist.“ In letzter Zeit sei ihm zudem die „Lust am Fußball flöten gegangen“, zumindest ein wenig. Und Beruf, Privatleben sowie Fußball – „das verträgt sich nicht so gut“. Der 30-Jährige entschied sich also für den Abschied.

Um wen es sich handelt? Andreas Brach von Bezirksligist TuS Körne. Er wird in der kommenden Saison fehlen – der Leistungsträger, in der Innenverteidigung aktiv und seit Jahren ein Fixpunkt, macht den Weg frei für die Jugend. „Wir haben ein paar talentierte Jungs, das ist vielleicht noch kein Eins-zu-Eins-Ersatz. Die bekommen aber die Minuten und können sich entwickeln.“

Ein Team aus Körner Jungs

Dabei hatte Brach eine schöne Zeit in der Truppe des TuS Körne. „Wir haben uns sportlich toll entwickelt. Einst waren wir eine graue Maus, jetzt sind wir richtig erfolgreich. Uns ist der Aufstieg in die Bezirksliga gelungen, dort spielen wir oben mit.“ Das zeige, was möglich ist. „Unser Team besteht zu großen Teilen aus Körner Jungs, das ist wirklich toll.“

Die Gemeinschaft ist es denn auch, die für Brach so wichtig ist. „Er ist jemand, der gerne lebt“, sagte Trainer Dominik Grobe mal über der Innenverteidiger. Und: „Ich würde fast sagen, dass er Fußball vor allem für sein Leben außerhalb des Platzes spielt.“ Bracht meint: „Die Zeit mit dem Team, die Mannschaftsabende waren mir immer richtig wichtig.“

Andreas Brach sieht Zukunft in der Kreisliga B

Leider fehle dies „seit fast einem Jahr schon, da ist viel verloren gegangen“, sagt der Verteidiger, der auf das Ende der Corona-Pandemie hinfiebert – und schon einen konkreten Plan besitzt. Denn neben seiner Tätigkeit bei Kaufland, der privaten Zeit mit Freundin und Familie will er ab und an weiterhin gegen den Ball treten. „Ohne Fußball kann ich noch nicht.“

Wie es weitergehen soll? „Mit ein paar Kollegen würde ich am liebsten in der Zweiten Mannschaft von Körne in der Kreisliga B spielen. Das muss aber alles noch organisiert werden.“ Im Optimalfall gehe es bereits „in der kommenden Saison los. Das würde mich riesig freuen. Und am Sonntag, 15 Uhr würde ich dann bei der Ersten Mannschaft zusehen.“

Kein Wochenende ohne Fußball

Er und seine Kollegen schauten gerade noch, „wer Bock darauf hat“. Brach wäre in jedem Fall dabei. „Ein Wochenende ohne Fußball“, sagt er nämlich, „das will ich mir gerade noch nicht vorstellen.“

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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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