Ein Dortmunder Bezirksligist hat drei Keeper - aber keine Nummer Eins. © Stephan Schuetze
Amateurfußball

Kurios: Dortmunder Bezirksligist hat drei Torhüter, doch keine Nummer 1

Das mutet doch sehr ungewöhnlich an: Ein Dortmunder Fußball-Bezirksligist hat gleich drei Torhüter in seinen Reihen - doch eine Nummer eins gibt es nicht.

Drei Torhüter im Kader, doch keine Nummer Eins. So gestaltet sich die Situation bei einem Dortmunder Bezirksligisten. Einer der drei Schlussmänner klärt die Lage nun auf – denn die hat einen außergewöhnlichen Hintergrund.

Mit Daniel Stahl, Henrik Fibbe und Robert Meyer hat der TuS Eichlinghofen gleich drei Schlussmänner in der ersten Mannschaft. Trainer Marc Risse hat also die Qual der Wahl – nach der Rückennummer kann er allerdings nicht gehen: Stahl trägt die 12, Fibbe die 29 und Meyer läuft mit der 30 auf.

Keine Nummer 1 also? Daniel Stahl klärt auf: „Vor der Saison hat unser Trainer sich entschieden, dass ich als erster Torwart in die Saison gehe, die Nummer 1 habe ich auch auf dem Trainingsanzug.“ Auf dem Feld trug Stahl aber dann die 12 – und das hat einen kuriosen Hintergrund.

Seit dem 3. Spieltag steht Stahl zwischen den Pfosten

Zwar legte sich Risse in der Vorbereitung auf den 25 Jahre alten Stahl als seine erste Wahl fest, das Rennen sei allerdings ein sehr enges. So hat Stahl zwar die Nummer 1 auf dem Trainingsanzug, die ersten beiden Spiele stand dann aber doch Henrik Fibbe zwischen den Pfosten. Stahl half für eine Partie in der zweiten Mannschaft aus und stand dann vom dritten Spieltag an in der Bezirksliga in der Startelf.

Daniel Stahl im Einsatz – im blauen Trikot mit der Nummer 12. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Fibbe hatte mit einer kleineren Verletzung zu kämpfen, währenddessen machte Stahl seine Sache sehr ordentlich und absolvierte in der Folge alle Begegnungen bis zur Saisonunterbrechung. Nur die Trikotnummer lässt nicht darauf schließen, dass er die erste Wahl ist – denn seit dem 3. Spieltag läuft er mit der 12 auf dem Rücken auf.

„Nach einem Training hatte unser Zeugwart mehrere Taschen mit Sportkleidung in die Kabine gestellt. Jeder sollte mal schauen, ob er davon noch was behalten will, ansonsten würde der Rest entsorgt werden“, erzählt Stahl, dem ein Trikot sofort ins Auge fiel.

Als Schalke-Fan in Dortmund hat man es nicht immer leicht, jetzt aber sah Stahl ein Trikot in Königsblau: „Das traf natürlich meinen Geschmack und außerdem war es zu schade, um es zu entsorgen.“ Seitdem läuft Stahl mit dem blauen Trikot und der Nummer 12 auf. Darin fühlt er sich sehr viel wohler als in dem gelben Jersey, das er bis dato trug.

„Die 12 kann mein Markenzeichen werden“

„Mir ist die Nummer gar nicht so wichtig“, sagt Stahl, „aber vielleicht behalte ich die 12 auch über die Saison hinaus – das kann ja hier bei Eichlinghofen mein Markenzeichen werden“.

Und wie gestaltet sich der Konkurrenzkampf zwischen drei Torhütern, die alle spielen wollen, für die es aber nur einen Platz in der Aufstellung gibt? „Wir konkurrieren schon miteinander, klar. Aber wir verstehen uns alle drei und haben ein freundschaftliches Verhältnis zueinander – es ist nicht so, dass wir abseits des Platzes nicht miteinander auskommen würden.“

Abseits des Platzes – da halten sich die Spieler Corona-bedingt derzeit durchgängig auf. Während für die Feldspieler recht schnell klar ist, wie man sich fit und bereit hält für den Re-Start im Amateurfußball, gestaltet sich die Lage beim Torwart-Einzeltraining schon etwas komplizierter.

„Ich gehe auch zweimal die Woche joggen und absolviere ein Krafttraining, vor allem für die Beine, um die Sprungkraft nicht zu verlieren“, erzählt Stahl, der ansonsten aber relativ limitiert ist: „Mit dem Training der Reflexe wird es schwierig – da kann ja keiner den Ball auf das Tor schießen.“

Vorsatz für die nächste Saison: zwölf Zu-Null-Spiele

Im neuen Jahr wird der Ball früher oder später wieder rollen. Auch dann wird Stahl wieder mit der Trikotnummer 12 auf dem Platz stehen – und nutzt die Zahl, für einen guten Vorsatz: „Für die nächste Saison ist es dann mein Ziel, zwölf Mal zu Null zu spielen.“

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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