Findet sich bei der BVB-U23 immer besser zurecht: Ansgar Knauff. © Thomas Bielefeld
Borussia Dortmund II

Knauff trifft doppelt für die BVB-U23 – Maaßen fördert und fordert

Der BVB-U23 gelingt beim 2:1 gegen Aachen ein Start nach Maß. Beide Treffer erzielt Ansgar Knauff. Trainer Enrico Maaßen lobt den Youngster - doch in einem Bereich fordert er deutlich mehr.

Borussia Dortmunds Medienkurs ist zuweilen recht strikt. Talente, die sich noch ganz zu Beginn ihres Schaffens befinden, kommen oftmals auf den eigenen Kanälen vor – sie dürfen dann in die vereinseigene Kamera sprechen oder für ein schriftliches Interview der vereinseigenen Homepage ein paar Sätze sagen. Doch andere Medien gehen häufig leer aus. So war es bisher auch im Falle von Ansgar Knauff, der im vergangenen November einen Profi-Vertrag unterzeichnet hat.

Interviews? Ja, die gab er bereits. Jedoch allein mit dem BVB-Mikrofon in der Hand und einem Redakteur des Bundesligisten. Und deshalb war es durchaus überraschend, dass der Klub am Sonntag nach dem 2:1-Sieg von Dortmunds U23 gegen Alemannia Aachen eine Ausnahme gestattete. Der 19-Jährige kam also vorbei und formulierte seine Sicht der Dinge in alle Aufnahmegeräte, die sich ihm entgegenstreckten. Es sprach, wenn man so will, der Matchwinner.

BVB-Talent Ansgar Knauff trifft doppelt gegen Aachen

Denn Knauff, bisher einmal für die Profis im Pflichtspieleinsatz, hatte zuvor beide Treffer erzielt. Den ersten mit dem linken Fuß, den zweiten mit dem rechten (10., 47.) – was wiederum ein guter Erklärungsansatz dafür ist, warum der BVB die Freigabe für das Kurz-Gespräch erteilte. In diesem Interview erklärte Knauff, dass er und seine Kollegen „in den ersten 30 Minuten klar dominiert“ hätten, allerdings habe die 2:0-Führung gefehlt, „dann hätten wir auch höher gewinnen können.“

Stattdessen wurde es ein enges Spiel, das die Borussia mit reichlich Arbeit über die Zeit brachte – und dennoch völlig verdient gewann. Aachen arbeitete sich zwar in der Schlussphase ab und an nach vorne, die Mehrzahl an Torchancen und die deutlich bessere Spielanlage zeigte allerdings der BVB, der zum 13. Mal Unterstützung von Knauff erhielt. Zwölffach kam der Offensivspieler dabei über die linke Seite in der 3-5-2-Formation, er erzielte fünf Treffer und erbrachte zweimal den finalen Torservice. Gegen Aachen legte der Youngster dem Kollegen Moritz Broschinski eine Großchance auf.

BVB-Talent Ansgar Knauff überzeugt mit Tempo

„Ich bin mittlerweile gut drin, ich habe mich an die Mannschaft und an die Liga gewöhnt“, meinte Knauff anschließend im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Je mehr Spielzeit ich bekomme, desto besser komme ich rein.“ Inzwischen fühle er sich in der U23 angekommen, so Knauff. Denn: „Ich habe bessere und klarere Aktionen in der Offensive.“ So zum Beispiel gegen die Alemannen, denen er mit seinem ungeheuren Tempo mächtig zusetzte. Wer sich mit ihm auf Strecke anzulegen versuchte, der scheiterte. Und merkte das sehr zügig.

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Regionalliga West, 22. Spieltag: BVB II – Alemannia Aachen 2:1 (1:1)

Gut zu sehen war dies beim Treffer zum 2:1 – die Borussia schaltete fix um, über Marco Hober, Broschinski und Tobias Raschl landete der Ball beim durchgestarteten Knauff. Der drosch ihn aus dem Lauf ins Tor. Ein Vollsprint-Angriff, der Trainer Enrico Maaßen zufrieden in die Hände klatschen ließ. Zumal schon der erste erfolgreiche Abschluss aus einer sehenswerten, schnell vorgetragenen Co-Produktion entsprangen war.

BVB-Talent Ansgar Knauff muss defensiv dazulernen

Knauff verlagerte das Spiel von links nach rechts, Taylan Duman bediente den in den Strafraum gelaufenen Richmond Tachie. Dessen Hereingabe bugsierte der seit 2016 für den BVB kickende Knauff ins Netz. Es habe „Spaß gemacht“, sagte er anschließend – und das war kein Wunder. Denn wer Knauff Fußball spielen sieht, der wird schnell merken, wie viel Freude es ihm macht, nach vorne zu stürmen, Haken zu schlagen und Tore zu schießen.

Es ist seine liebste Beschäftigung, der er in Zukunft in den höchsten Fußball-Spähren nachgehen will. Bis dahin bleibt allerdings noch Arbeit. Offensiv wie defensiv, wobei im Rückwärtsgang sicherlich der wohl größte Entwicklungsschub möglich ist. U23-Fußballlehrer Maaßen betonte: „Er hatte nach vorne viele auffällige Aktionen, hat da ein hervorragendes Spiel gemacht, aber er muss sich defensiv noch weiter verbessern.“

BVB-Trainer Enrico Maaßen fordert Ansgar Knauff

Vor allem in der Dreierketten-Anordnung kommt Knauff viel Verantwortung zu. Er muss die Lücken schließen, selbst die schmerzhaftesten Wege nach hinten konsequent antreten und ebenso flink wieder nach vorne flitzen. „Wir sehen da alle eine Entwicklung“, sagte Maaßen, doch es bringe nichts, das Talent „hochzujubeln“. Knauff müsse „weiter arbeiten, er muss gegen den Ball und taktisch besser werden. Nach hinten muss er genau die Lust entwickeln, die ihm das Angriffsspiel macht.“

Ab und an geht Knauff dieses Engagement noch ab. Er schaltet dann zu langsam um. Oder er steht falsch, lässt sich zu tief zurückfallen und muss von seinen Mitspielern auf die richtige Positionierung hingewiesen werden. „Es ist eine Umgewöhnung“, sagte Knauff, „aber ich gebe da mein Bestes“. Und Maaßen meinte: „Mit ihm gemeinsam arbeiten wir daran.“

BVB-Talent Ansgar Knauff sieht gute Chancen im Aufstiegsrennen

In den Trainingseinheiten, im Vier-Augen-Gespräch – so fördert und fordert er die ihm anvertrauten Spieler, die er im Kollektiv zum ernsthaften Aufstiegskandidaten entwickeln will. Derzeit ist der Abstand zu Tabellenführer Essen vier Punkte groß, der BVB nutzte das 0:0 der Rot-Weissen gegen Wiedenbrück effektiv aus. „RWE hat etwas liegen lassen, die drei Punkte mussten wir deshalb umso mehr holen“, stellte Knauff klar. „Wenn wir unser Nachholspiel gewinnen, sind wir auf einen Punkt dran.“

Und dann, daran erinnerte der Außenstürmer, gebe es ja noch das direkte Duell mit dem Konkurrenten. Anfang Februar kommt es zu diesem Aufeinandertreffen. „Ich denke, wir haben gute Chancen, um den Titel zu spielen“, sagte Knauff, ehe er in der Kabine verschwand. So stürmisch er sich auf dem Platz präsentiert hatte, so souverän geriet Interviewtermin Nummer eins.

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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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