TSD-Präsident Dr. Akin Kara (l.), hier mit Onur Cenik, arbeitet mit Bövinghausens Ajan Dzaferoski zusammen. © Türkspor Dortmund
Fußball

Kein Witz: TuS Bövinghausen und Türkspor Dortmund arbeiten Hand in Hand

Die beiden finanzstarken Emporkömmlinge TuS Bövinghausen und Türkspor Dortmund gelten als die großen Konkurrenten im Dortmunder Fußball. Jetzt arbeiten sie aber einmal zusammen.

Die beiden Klubs sind Konkurrenten. Das ist offensichtlich. Bövinghausens Boss Ajan Dzaferoski war nicht erfreut darüber, dass Türkspor Dortmund ihm Florian Juka abgeluchst hat. Auf der anderen Seite zeigte Türkspors Vereinsboss Doktor Akin Kara kein Verständnis dafür, dass Bövinghausen kurz vor Saisonstart noch seinen Stürmer Mateus Ayala Cardoniz verpflichtet hat.

Ajan Dzaferoski fädelte den Deal ein. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Die beiden Bosse sagen es nicht öffentlich, dass es ein Konkurrenzdenken gibt. Aber Türkspors Ex-Trainer Reza Hassani sprach es nach seinem Abschied deutlich aus. „Auch wenn wir nicht in einer Liga spielen, sind wir Konkurrenten. Es gibt schon ein bisschen Feuer unter den Klubs“, sagte Hassani.

Jetzt haben aber Dr. Akin Kara und Ajan Dzaferoski zusammen einen Deal geschlossen. Ganz im Sinne eines Spielers. Sie haben lange telefoniert, haben sich beraten und sind am Ende zusammengekommen. Nach außen hin wirkt die Entscheidung etwas wie eine Farce. Beim zweiten Blick ist deutlich zu erkennen, dass es die einzig sinnvolle Lösung ist. Im Sinne des Sportlers halt.

Der von Bövinghausen kurz zuvor verpflichtete Cardoniz kehrt ab sofort wieder zurück zum Landesligisten Türkspor Dortmund. Aber nur temporär. Im Winter geht es dann wieder zurück zum TuS Bövinghausen. Das ist die Absprache. Aber warum dieses ganze Wechseltheater?

Erst zur Rückserie spielberechtigt

Der Grund ist, dass der Brasilianer Cardoniz erst zur Rückserie für den TuS Bövinghausen spielberechtigt gewesen wäre. Weil er nach dem 31. Juli ein Testspiel für Türkspor absolviert hatte, hätte Bövinghausen einen Vertrag mit Cardoniz schließen müssen, damit der Stürmer spielen darf.

Mateus Ajala Cardoniz (r.), hier mit TuS-Boss Ajan Dzaferoski, spielt wieder für den TuS Bövinghausen. © TuS Bövinghausen © TuS Bövinghausen

Ein Vertrag lässt seine Aufenthaltsgenehmigung aber nicht zu. Deshalb hätte er sechs Monate warten müssen, bis er für den TuS hätte spielen dürfen. „Das wäre für den Jungen eine Katastrophe gewesen. Er hätte hier ein halbes Jahr rumsitzen müssen und hätte nichts machen dürfen“, erklärt Dzaferoski.

Deshalb hat er Kara erklärt, dass er keine Problem damit hätte, wenn Cardoniz ab sofort wieder für Türkspor spiele. Aber nur, wenn der dann im Winter ablösefrei zum TuS zurückkehren dürfe. Dr. Kara stimmte dem Deal zu. Am Donnerstagabend schon stand Cardoniz bei Türkspor auf dem Trainingsplatz.

Türkspors Trainer Dimitrios Kalpakidis bestätigte die Absprache. Cardoniz wird auch am Freitag wieder zum Training kommen. „Jeder Junge hat eine zweite Chance verdient. Und einen zweiten Stoßstürmer können wir gebrauchen. Vielleicht steht er am Sonntag gegen Welper sogar wieder im Kader“, erklärt Kalpakidis.

Es ist eine Annährung der beiden Klubbosse. Man darf gespannt sein, wie geräuschlos im Winter der Wechsel von Cardoniz zurück zu Bövinghausen über die Bühne gehen wird.

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Thomas Schulzke

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