Auch das Deutsche Fußball-Museum in Dortmund solidarisierte sich mit der "11Freunde"-Aktion. © Döring
#ihrkönntaufunszählen

#ihrkönntaufunszählen – „Würde mir wünschen, Dortmunds Vereine wären da stärker auf der Straße“

Mehr als 800 Fußball-Profis haben mit der #ihrkönntaufunszählen-Aktion Homosexuellen Profis den Rücken gestärkt. Der Fußballkreis Dortmund findet deutliche Worte.

Es wirkt fast schon so, als hätte Marcus Wiebusch seinen Song „Der Tag wird kommen“ erst vor wenigen Tagen herausgebracht. In dem emotional berührenden Lied erzählt der Sänger der Band Kettcar die Geschichte eines Fußballers, der es aus der Kreisliga in den Profi-Fußball beschafft und sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt.

Doch das Lied erschien bereits 2014 und nicht erst in den vergangenen Tagen. Dennoch wirkt es aktueller denn je. Mit der Aktion #ihrkönntaufunszählen hat das Fußballmagazin „11Freunde“ homosexuellen Profis in dieser Woche den Rücken gestärkt. Mehr als 800 professionelle Fußballspielerinnen und Fußballspieler haben daran teilgenommen, sich klar und deutlich gegen Homophobie positioniert und ihren homosexuellen Mitspielerinnen und Mitspieler so deutlich gemacht, das sie sich ihrer Unterstützung sicher sein können.

Die Beteiligung Dortmunder Sportvereine an der Aktion war gering. Einer der wenigen Klubs, die sich beteiligten, war der SV Berghofen. Dieser setzte ein eindeutiges Zeichen über einen seiner Instagram-Kanäle und sprach sich gegen Homophobie im Fußball aus. Auch der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) positionierte sich klar und unterstützte die Aktion von „11Freunde“ und rief dazu auf, sich solidarisch zu zeigen.

Nachfrage beim Fußballkreis Dortmund, dem größten im Verbreitungsgebiet des FLVW. Dort sagt Andreas Edelstein, zweiter Vorsitzender: „Gegen Homophobie zu sein ist echt ein Thema, wo ich mir tatsächlich wünschen würde, das die Vereine da deutlich stärker auf der Straße wären. Das ist für mich ein Qualitätsmerkmal. Das ist genau das, was wir erreichen wollen, das unsere Vereine darauf achten.“

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Er betont, dass er sich grundsätzlich mehr Einbringung vieler Vereine wünschen würde. Nicht nur beim Thema Homosexualität, sondern auch bei Rassismus, Diskriminierung und Gewalt.

„Das ist in der Tat eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt er. „Das ist ja das Schöne am Mannschaftssport. Da kommen alle soziologischen Schichten zusammen. Ganz egal, welche Hautfarbe, welche Religion, welche sexuelle Orientierung. Das ist eine völlig normale Geschichte.“

Und unter anderem ein Grund dafür, dass sich Edelstein wünschen würde, dass sich mehr Klubs Initiativen wie dem „Qualitäsbündnis gegen sexualisierte Gewalt“ des Landessportbundes NRW anschließen. Das möchte Edelstein nämlich auch mit dem Fußballkreis Dortmund tun.

Bewusstsein soll geschaffen werden

„Wir werden das Thema forcieren, das muss man seitens des Kreises auch stärker in den Fokus nehmen“, sagt er. Es soll Bewusstsein geschaffen werden im Amateursport – auch für Homosexualität.

Etwas, was Musiker Marcus Wiebusch schon länger mit seinem Lied „Der Tag wird kommen“ ausdrückt. In der ersten Zeile seines Songs heißt es: „Und der Tag wird kommen, an dem wir alle unsere Gläser heben, durch die Decke schweben mit einem Toast den hochleben lassen auf den ersten, der es packt.“

Zeilen, die aktueller wirken denn je.

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David Nicolas Döring

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