Alexander Enke, Trainer des Hombrucher SV, ist enttäuscht ob der kurzfristigen Abgänge von Jan Hennig und Kevin Mattes. © Stephan Schuetze
Landesliga 3

Hombruch-Trainer Alexander Enke zeigt sich von Abgängen enttäuscht: „Jeder ist ersetzbar“

Jan Hennig und Kevin Mattes verlassen im Sommer den Hombrucher SV - Richtung Lüner SV, wie der Verein mitteilt. HSV-Coach Alexander Enke ist von seinen Noch-Eckpfeilern enttäuscht.

Die Nachricht hat im Dortmunder Amateurfußball hohe Wellen geschlagen: Torhüter Jan Hennig und Kapitän Kevin Mattes verlassen den Hombrucher SV. Wie der HSV mitteilt, wechselt das Duo im Sommer zum Westfalenligisten Lüner SV. Die Spieler selbst bestätigen den Wechsel noch nicht. Der HSV-Vorstand reagierte scharf, kritisierte die beiden Spieler öffentlich und warf ihnen Charakterschwäche vor. Aber was sagt eigentlich HSV-Trainer Alexander Enke, der als erster vom Wechsel erfuhr, zu der ganzen Causa?

Alexander Enke ahnte schon böses, als Jan Hennig und Kevin Mattes ihn um ein Gespräch baten. Am Montagabend trafen sich Spieler und Trainer – und Enke behielt mit seinem schlechten Gefühl recht. Hennig und Mattes werden im Sommer den HSV verlassen. Dies ist zunächst einmal ein normaler Vorgang im Fußball – auch wenn es sich bei Hennig und Mattes um echte HSV-Identifikationsfiguren handelt. Pikant ist vielmehr: Das Duo hatte bereits für die nächste Saison zugesagt.

„Ich kann den Wechsel zu einem Westfalenligisten nicht verstehen. Bei einem Oberligisten wäre ja alles klar. Da ist alles gut, da sehe ich den sportlichen Mehrwert, aber beim Westfalenligisten nicht – Projekt hin oder her“, sagt Enke, der – genauso wie Geschäftsführer Willi Tiemann – bestätigte, dass es sich beim neuen Verein der beiden um den Lüner SV handelt.

„Das habe ich den Spielern auch so ins Gesicht gesagt. Uns bleibt jetzt nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren. Wir haben uns aber auf die beiden verlassen. Es kommt selten vor, dass Spieler ihr Wort brechen. Gerade bei den beiden hätte ich das nicht gedacht“, so Enke weiter.

Das Wort „charakterschwach“, dass Tiemann in dem Fall für beide gewählt hat, wählte Enke nicht. „Es gibt aber viele Wörter dafür. Ich bin enttäuscht von den beiden. Man macht sowas nicht. Da gibt es auch keine zwei Meinungen drüber“, sagt Enke, der Axel Schmeing (Neuer Trainer Lüner SV, Anm. d. Red.) nicht die Alleinschuld für die Wechsel gibt. „Es gehören immer beide Parteien dazu. Der Verein, der anfragt, und die Spieler, die mit den Vereinen dann sprechen. Da kann man keinem alleine den schwarzen Peter zuschieben“, so Enke.

Alex Enke möchte aber auch betonen, dass beide Spieler in der Vergangenheit immer absolute Eckpfeiler gewesen waren. „Darüber kann ich kein schlechtes Wort verlieren. Gerade auf menschlicher Ebene sind das tolle Jungs. Ohne Zusage wäre ich bei einem Wechsel auch nicht enttäuscht gewesen“, teilt Enke mit, der nun überlegen wolle, wie es mit dem Duo weitergeht, falls der Re-Start im Amateurfußball erfolgt.

„Ob sie nochmal für Hombruch spielen, darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Wir spielen aber Landesliga-Fußball und da ist jeder zu ersetzen“, sagt Enke. Und mit Blick auf die neue Saison? „Auf der Torwartposition brauchen wir zwei Landesliga-taugliche Keeper. Dazu sind wir in Gesprächen. Die Sechserposition (Dort hat Mattes gespielt, Anm. d. Red.) wollen wir über das Team kompensieren“, so Enke.

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Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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