Kevin Großkreutz (l.) und der TuS Bövinghausen lieferten sich mit dem SV Wacker Obercastrop ein leidenschaftliches Derby. © Volker Engel
Fußball-Westfalenliga

Großkreutz und Bövinghausen triumphieren in Obercastrop: „Nickeligkeiten gehören dazu“

Der TuS Bövinghausen hat das Derby und Spitzenspiel beim SV Wacker Obercastrop am Samstagabend für sich entschieden. Für Kevin Großkreutz war es das erste Liga-Derby mit dem TuS. Wir haben mit ihm gesprochen.

Nach über 90 emotionalen, leidenschaftlichen und kämpferischen Minuten riss Kevin Großkreutz seine Arme in die Höhe, klatschte danach sofort mit seinen Mitspielern ab. Der TuS Bövinghausen hat am Samstagabend das packende Derby beim SV Wacker Obercastrop mit 2:0 gewonnen – vor rund 1300 zahlenden Zuschauern. Ein wichtiger Sieg – für das Punktekonto und auch für das Prestige. Weniger schön waren allerdings die Rudelbildungen, die Flaschenwürfe und Beleidigungen. Wir haben am Sonntag – ein Tag nach dem Spiel – mit Großkreutz über all das gesprochen.

Herr Großkreutz, herzlichen Glückwunsch zum Derbysieg. Wie werten Sie das Spiel zunächst aus rein sportlicher Sicht?

Die Mannschaft ist intakt. In diesem Spiel hat man auch gesehen, dass wir nicht nur fußballerisch gut sind, sondern dass unsere Mannschaft auch kämpfen kann. Der Start ist jetzt gut gelaufen.

Ist Bövinghausen schon am Limit oder kann noch etwas besser laufen?

Wir sind am Anfang der Saison. Verbesserungen im Spiel gibt es immer wieder. Wir können noch mehr, und das wollen wir zeigen.

Während der Partie ist es auf und teilweise auch neben dem Platz etwas hitzig geworden. Wie haben Sie das Spiel erlebt?

Diese Nickeligkeiten gehören bei der Rivalität dazu. Im Großen und Ganzen war es ein faires Spiel. Das, was passiert ist, ist ganz normal. Respekt an Obercastrop. Der Vorstand ist nach dem Spiel noch zu uns in die Kabine gekommen und hat Bier gebracht. Ich denke, es war ein schöner Abend für alle Beteiligten. Für den Amateursport war das ein gutes Zeichen.

Sie sollen aber von Anhängern beleidigt worden sein. Haben Sie davon etwas mitbekommen?

Ich habe nichts vernommen. Wenn es so ist, dann ist das natürlich nicht schön, aber gehört bei einem Derby auch dazu. Ansonsten war aber alles fair.

Sie sind jetzt die ersten Monate in Bövinghausen. Das muss doch am Samstag die bislang emotionalste Partie für Sie gewesen sein, oder?

Ich will einfach Spaß am Fußballspielen haben. Sprüche gehören dazu, da kontere ich auch mal. Ich muss aber sagen, dass alle bisherigen drei Spiele wirklich fair waren. Deswegen Respekt an alle Gegner.

Ein paar Polizeiwagen haben das Spiel begleitet. Es hatten sich angeblich auch Schalker Ultra angekündigt. Haben Sie davon etwas mitbekommen?

Nein, davon habe ich nichts mitbekommen.

Hatten Sie eigentlich Bodyguards in Obercastrop dabei? Ein paar große und breite Männer haben Sie begleitet.

(lacht) Nein, das sind Kumpels. Wir hatten viele Freunde dabei und haben nach dem Spiel zusammen gefeiert. Die sind aber nicht extra wegen dieses Spiels mitgekommen.

Nach Spielschluss wurde es versöhnlich. Sie haben noch Autogramme für die Zuschauer geschrieben…

Ja, von Wacker waren auch viele Jugendmannschaften da. Das war super in Ordnung. Riesen Respekt an Wacker, die haben das richtig gut gemacht.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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