Schlag den Star

Ex-BVB-Star Kevin Großkreutz verliert das Duell der Weltmeister – 100.000 Euro sind futsch

Kevin Großkreutz gegen Pascal Hens: Am Samstagabend duellierten sich die beiden Sportlegenden bei „Schlag den Star“ im TV. Es ging um 100.000 Euro. Und der Handball-Weltmeister gewann.
Großkreutz rannte, biss und rieb sich auf bei Schlag den Star. © Screenshot Prosieben

Um 20.21 Uhr ist es so weit. Kevin Großkreutz stapft mit roter Trainingsjacke die Studiotreppe zu „Schlag den Star“ herunter. Unten erwartet ihn schon Show-Moderator Elton. Großkreutz grinst und hat sogar kleine Geschenke im Schlepptau. Elton überreicht der Dortmunder ein selbst gemaltes Bild seiner Tochter Leonie, Hens übergibt er nur wenige Minuten später ein Präsent, das an den Bergbau im Ruhrgebiet erinnert.

„Ich will gewinnen, dafür bin ich da. Pommes (Spitzname Pascal Hens, Anm. d. Red.) ist aber eine Maschine“, sagt Großkreutz, der Einzelduelle aus seiner Karriere noch gar nicht so recht kennt. „Sonst hatte ich immer noch zehn Mann dabei“, witzelt der Ex-Fußballprofi.

Dann gehört seinem Kontrahenten die Aufmerksamkeit: Pascal Hens, der im Handballsport so gut wie jeden Titel eingeheimst hat – inklusive des Weltmeistertitels 2007 im eigenen Land. In seinem Einspieler feuert Hens die erste Kampfansage heraus: „Nach unserem Fight ist Kevin ganz alleine zuhause“, sagt der 40-Jährige und verweist dabei auf die bekannten Kinofilme aus den 1990er Jahren. Es ist also Stimmung in der Luft, schließlich bekommt der Gewinner 100.000 Euro überreicht.

Nachdem Elton kurz die Regeln erklärt, geht es auch schon los. 15 Spiele gibt es insgesamt. „Wer zuerst 61 Punkte gewonnen hat, der gewinnt die 100.000 Euro“, sagt der Moderator. Hens ist in TV-Shows kein Unbekannter, hat er doch schon bei einer Lets-Dance-Staffel und bei der Darts-Promi-Weltmeisterschaft gewonnen. Für Großkreutz ist es in dieser Form hingegen eine Premiere.

Im ersten Spiel des Abends erwartet die beiden Ex-Profis eine sportliche Aufgabe. Es geht ums Rückwärtslaufen. In insgesamt drei Durchgängen müssen die beiden eine kurze Strecke im Studio rennen – rückwärts wohlgemerkt. Wer die meisten Durchgänge für sich entscheidet, bekommt den ersten Punkt.

Großkreutz verliert bei „Sachen treffen“

Tatsächlich entwickelt sich das erste Spiel des Abends zu einer einseitigen Angelegenheit. Dem acht Jahre jüngeren Großkreutz merkt man an, dass er noch ein Stückchen fitter unterwegs ist als Hens. Der 32-Jährige gewinnt alle drei Rennen deutlich, in zwei Rennen verliert Hens gar das Gleichgewicht, knallt einmal auf sein Handgelenk, das im späteren Verlauf der Sendung getapet werden muss. 1:0 für Großkreutz – ein guter Auftakt für den Dortmunder.

In Spiel Nummer zwei sieht es für den neuen Fußballer des TuS Bövinghausen allerdings nicht so prickelnd aus. Das Spiel heißt „Sachen treffen“ und findet an den Monitoren statt. Beiden Sportlern werden verschiedene „Sachen“ auf einem karierten Hintergrund präsentiert. Das sind mal Obstsorten, mal Tiere, mal Sehenswürdigen oder geometrische Formen. Die Kontrahenten haben nun 20 Sekunden Zeit, sich einzuprägen, wo genau die „Sachen“ platziert waren.

Neun Aufgaben gibt es insgesamt. Wer häufiger den Ort auf dem Papier richtig platziert, gewinnt das Spiel und somit zwei Punkte. Am Ende ist es Pascal Hens, der in dieser Konzentrationsübung die Nase vorne hat. Mit 5:2 setzt sich der Handballer gegen den Fußballer durch und führt nun beim Gesamtstand mit 2:1.

Im dritten Spiel des Abends geht es wieder sportlich zur Sache. Die beiden Ex-Profis müssen das Kölner Studio verlassen. Es geht auf ein kleines Gelände: Das dritte Spiel heißt „Dreisprung“. Bei eisigen Temperaturen und Regen stellt sich das Duo der Aufgabe.

In jeweils sechs Versuchen sollen Großkreutz und Hens beim Dreisprung ihre maximale Weite erreichen. Doch es kommt nicht zu sechs Versuchen. Hens verletzt sich bereits bei seinem dritten Versuch. „Der Muskel macht zu“, sagt er und hält sich dabei den Oberschenkel. Zu diesem Zeitpunkt führt Großkreutz mit einer Weite von 9,70 Meter. Hens kommt insgesamt nur auf 9,35 Meter – drei Punkte also für Großkreutz, der damit mit 4:2 in Front geht.

Großkreutz holt das etwas andere Tischtennis-Duell

Spiel vier sorgt aber wieder für einen Führungswechsel, trotz eines engen Duells. Im Holzspalten, bei dem Hens und Großkreutz mit einer Axt jeweils fünf Holzstücke teilen müssen, behielt Hens trotz seines lädierten Handgelenks die Oberhand. Vier Durchgänge muss er für sich entscheiden, das gelingt ihm in sechs Durchgängen. 6:4 für den Handballer, der im fünften Spiel des Abends dann richtig gefordert wird und leer ausgeht.

Im fünften Spiel widmen sich Handballer und Fußballer wieder einer anderen Sportart. Beim „Solo-Tischtennis“ müssen Großkreutz und Hens über ein an der Studiodecke befestigtes Netz in 60 Sekunden so viele Bälle hin und her schlagen wie möglich. Damit sind die Sportler für sich jeweils ihr eigener Partner. Sie müssen dem Ball unter dem Netz immer wieder zur anderen Seite folgen und ihn dann zurückschlagen. Großkreutz dominiert und gewinnt alle drei Durchgänge für sich. Sein eigener Rekord liegt bei 43 Punkten. Hens kommt maximal auf 38 Punkte. 9:6 für Großkreutz.

„Elton, lass dich impfen, schalalala!“

Es folgt ein Zahlen-Spiel. Moderator Elton gab eine ausgeschriebene Zahl durch, die beiden Ex-Profisportler müssen die ausgeschriebene Zahl richtig beziffern. Kein Großkreutz-Spiel. Hens siegt, Großkreutz wirkte nicht groß enttäuscht über das schnelle Ende dieser Runde.

Im Anschluss befördert Elton die beiden wieder nach draußen ins kalte und regnerische Köln. Auf dem Weg dorthin wurden die drei von einem Passanten aus der Entfernung begrüßt, der durch ein Megafon rief: „Elton, lass dich impfen, schalalala!“ Eine komisch-merkwürdige Situation, die zur Show passte.

Elton lässt sich aber nicht aus seiner Routine bringen, hakte bei Großkreutz nach, was demnächst so ansteht. Mit Auftritten bei „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Das Supertalent“ seien bei Großkreutz nicht geplant, dafür möchte er aber seinen Trainerschein machen. Nicht verwunderlich, ist Großkreutz schon seit Jahren an den Seitenlinien im Amateurfußball-Bereich aktiv.

Das Spiel im feucht-frölichen Schlamm-Parcours muss Großkreutz dann erneut abgeben. Hens ist schneller auf dem schwierigen Geläuf mit dem Quad-Bike, was beide zur Verfügung haben, lebt aber auch von dem Vorteil, das er wusste, welche Zeit er zu schlagen hat. Großkreutz muss stets vorlegen, Hens kann nachziehen und setzt sich durch.

Hens gewinnt das Schlamm-Duell und zieht auf 19:9 davon. Mund abwischen, Schlamm abputzen, weitermachen – die klare Devise für den Dortmunder Jung. Eine Ehrensache für ihn als echten Dortmunder Malocher, die er gleich in die Tat umsetzt. Das Angel-Duell im Anschluss gewinnt Großkreutz. Absolut kühn, mit guter Koordination und dem richtigen Geschick an der Angel, ohne jemals angeln gewesen zu sein.

Das Schwingen im Anschluss entscheidet Hens klar für sich, ehe der absolute Klassiker des TV-Formats ansteht: Blamieren oder Kassieren. 13 Fragen aus Sport, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Großkreutz ist informiert und präsentiert sich gut in den ersten Fragen, von Blamieren keine Spur. Der Mann hat sich im Vorhinein schlau gemacht, das merkten die Zuschauer. Doch Hens holt hinten raus die letzten sieben Fragen und der 2,03-Meter-Mann zieht auf 38:17 davon. Vorentscheidung?

Kevin Großkreutz ist definitiv fitter

Noch nicht. Der Druck liegt zwar beim Dortmunder, doch er hält ihm stand, beweist etwas bessere Kondition sowie Schuss- und Wurftechnik auf zwei Mini-Tore im Folge-Spiel als Hens. Doch beide sind mit der Luft am Pumpen, gehen konditionell an ihre Grenzen. Großkreutz ist gefordert und liefert. Nur noch 38:28 für Hens. Alles wieder offen nach Spiel elf.

Im Spiel zwölf ist Geschicklichkeit gefragt. Wer geht besser mit runden Untersetzern um? Die Aufgabe: Wer schmeißt auf einer Fläche die meisten Untersetzer hintereinander. Jeder geworfene Untersetzer muss hinter dem davor platzierten Untersetzer landen. Das ist auch ein perfektes Kneipenspiel. Der Handballer mit den langen Armen gegen den Fußballer mit den etwas kürzeren Armen. Großkreutz macht es gut, Hens aber besser und baut die Führung aus. 50:28. Hens schreit ein lautes „Come one!“ heraus.

Großkreutz wehrt ersten Matchball ab

Somit hat Hens um 0.24 Uhr das erste Matchball-Spiel. Vier Stunden nach dem ersten Vergleich. Auf dem Programm steht „Entweder, oder“. Wer hat nach 13 Fragen die meisten richtigen Antworten. Es wird zum Beispiel eine Kartoffel gezeigt und muss sich entscheiden: Obst oder Gemüse? Natürlich wissen beide, dass die Kartoffel eine Gemüseart ist. Lustig auch: Was war schon Olympisch? Eierlaufen oder Tauziehen? Beide antworten richtig: Tauziehen. Großkreutz macht letztlich nur einen Fehler und gewinnt 12:10. Matchball abgewehrt. Er verkürzt auf 41:50.

Gibt es die Entscheidung in Spiel 14? Ausbalancieren. Es geht wieder um Geschick. Im Angel-Duell hat Großkreutz seine Geschicklichkeit schon bewiesen. Auf einer Waage müssen die beiden Weltmeister diesmal Gegenstände ablegen und ausbalancieren. Die Gegenstände müssen für zehn Sekunden liegenbleiben. Wer holt zuerst die drei Punkte? 1:0 für Hens. 1:1. 2:1 Für Großkreutz. 2:2 Hens. Gänsehautmoment. Letztes Duell. Gewinnt Hens die 100.000 Euro, oder rettet sich Großkreutz ins letzte Spiel? Es ist das 3:2 für Hens. Der Handballer gewinnt mit 64:41 und ist 100.000 Euro reicher.

Großkreutz guckt enttäuscht auf den Boden, war aber den ganzen Abend über der ebenbürtige Gegner. Zum Schluss konnte er auch wieder lachen. Es ist 0.53 Uhr und Großkreutz geht nach Hause.

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