So sieht Kevin Großkreutz´ neues Trikot aus. © Verein
Kevin Großkreutz

Ex-BVB-Profi Kevin Großkreutz ist zurück in Dortmund – Vertrag ist unterschrieben

Kaum für möglich gehalten, aber nun Realität. Zwei Tage nach Beendigung seiner Profi-Karriere unterschreibt Kevin Großkreutz bei einem Dortmunder Amateurfußball-Klub. Wir berichten exklusiv.

Er hat es wirklich gemacht. Erst die professionelle Fußballkarriere beendet, zwei Tage später bei einem Amateurklub unterschrieben. Kevin Großkreutz geht seinen eigenen Weg.

Er, der vor weniger als sieben Jahren noch im Weltmeister-Kader der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien stand, zwei Mal deutscher Meister mit Borussia Dortmund geworden ist, auch den DFB-Pokal in die Höhe reckte.

Großkreutz hat es bereits angekündigt gehabt

Für ihn werden die Gegner bald YEG Hassel, FC Lennestadt und SV Rot-Weiß Deuten sein. Kevin Großkreutz hat am heutigen Dienstag (26. Januar) einen Vertrag beim Westfalenligisten TuS Bövinghausen unterschrieben, wie der Boss des Westklubs, Ajan Dzaferoski, dieser Redaktion bestätigte. Der Vertrag läuft vom 1. Februar 2021 bis zum 30. Juni 2023. Der Weltmeister hat jetzt den Status eines Vertragsamateurs.

Und es scheint beinah so, als wäre das keine große Überraschung mehr gewesen. In seinem Videoabschied vom Profifußball auf der Social-Media-Plattform Instagram kündigte er am Sonntagabend an: „Ich habe als kleiner Junge auf Asche in Eving beim VfL Kemminghausen angefangen. Jetzt möchte ich dorthin zurückkehren, wo ich hergekommen bin – zum Amateurfußball. Ich möchte mit Freunden spielen und die nächste Geschichte schreiben.“

Diesen Schritt setzt der Malocherfußballer jetzt in die Tat um und er weiß genau, auf was er sich einlässt. Der TuS Bövinghausen ist das erfolgreichste Fußballprojekt Dortmunds der vergangenen Jahre. Kritiker monieren, dass es keine Jugendmannschaften gibt, selbst die erste Mannschaft keinen Unterbau hat. Dafür eilt die erste Mannschaft von Aufstieg zu Aufstieg, schaffte es so innerhalb von drei Jahren von der Kreisliga bis in die Westfalenliga, gewann 2019 den renommierten Titel des jährlichen Dortmunder Hallen-Stadtmeisters und holte sich 2020 den Kreispokaltitel.

Weltmeister Kevin Großkreutz spielt jetzt in der Westfalenliga. © picture alliance / Markus Gilliar/GES/DFB/Pool/dpa © picture alliance / Markus Gilliar/GES/DFB/Pool/dpa

Und aktuell ist das Team wieder Erster in der Westfalenliga. Ein Konstrukt, aufgebaut von der Familie Dzaferoski. Allen voran von TuS-Präsident Ajan Dzaferoski, der selbst im Stadtteil aufgewachsen ist, und offen von der Oberliga spricht, auch das Wort Regionalliga fallen lässt.

Meilenstein der Kracher-Verpflichtungen

In den vergangenen Wochen gewann der Flirt zwischen dem hochgejazzten Klub und Großkreutz immer mehr an Intensität. Aus einem ersten Kennlerndate wurde schnell ein zweites. Doch wie es manchmal so ist in einer Kennenlernphase, wird sich auch woanders umgeschaut. Nicht so sehr beim TuS Bövinghausen, der bereits mit mehr als genug Spielern der Kategorie Extra-Klasse gespickt ist, sondern vor allem Großkreutz.

Für diesen ging es nach der schmutzigen Trennung vom Drittliga-Klub KFC Uerdingen, die vor dem Gericht beschlossen worden ist, erstmal darum, den eigenen Marktwert zu testen. Wie das halt so ist als Single auf dem Transfermarkt. Lose Flirts und Interessenbekundungen – auch ins Ausland nach Polen – waren die Folge, aber so richtig schien es keine Möglichkeit gewesen zu sein, Großkreutz aus Dortmund herauszubekommen. „Wir haben wirklich sehr viele Gespräche geführt“, sagt TuS-Boss Ajan Dzaferoski.

Der 32-jährige Großkreutz ist Lokalpatriot, verwurzelt mit dem Dortmunder Amateurfußball und unter anderem sehr gut befreundet mit dem Bövinghauser Spieler Eyüp Cosgun. Und so wurde aus dem ersten Flirt und den ersten Dates mit dem TuS Bövinghausen nun eine ernsthafte Angelegenheit. „Wir wollen ihn als Sportler“, machte Ajan Dzaferoski deutlich, der am Sonntagabend sogar von mazedonischen Pressevertretern wegen Großkreutz kontaktiert wurde,

Kevin Großkreutz hat es wirklich getan

Jetzt hat Dzaferoski ihn verpflichtet und damit wohl den vorläufigen Meilenstein der Kracher-Verpflichtungen beim TuS Bövinghausen erreicht – womöglich sogar im gesamten Dortmunder Amateurfußball. Einen Weltmeister auf den Plätzen, der so lebhaften Laienkicker-Community in Dortmund, das gab es wohl noch nie. Aber Kevin Großkreutz hat es wirklich gemacht.

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