Ein ehemaliger B-Liga-Spieler kickt nun für einen ambitionierten Bezirksligisten. © Schaper
Fußball-Bezirksliga

Ex-B-Liga-Kicker wechselt in Bezirksliga und trifft zum ersten Mal: „Sehe uns im oberen Bereich“

In der Vorsaison hat er noch in der Kreisliga B gespielt, in diesem Sommer wechselte er in die Bezirksliga und hat nun sein erstes Tor erzielt. Mit seinem Klub wolle er vorne angreifen.

Die Phase des Abtastens war schnell vorbei. Ein gerade aus der Jugend eines Nachbarvereins gekommener Youngster wagte – nicht ganz seinem Naturell entsprechend – den direkten Sprung in die Bezirksliga. Nach guten Leistungen erzielte der 18 Jahre alte Neue jetzt zwei Treffer. Spricht für einen Senkrechtstart. „Nicht so ganz“, sagt der Hoffnungsträger.

Denn Mick Werkmeister, der mit Adam Ben Achour von Urania Lütgendortmund kam, räumt ein, dass er in der Regel eine kurze menschliche Aufwärmphase benötige: „Ich bin der Typ, der sich alles erst einmal ansieht und dann aber auch gerne kommunikativ ist.“ So taute der Abiturient auch jetzt im Gespräch nach ein, zwei Sätzen auf. Und erzählte, dass er beruflich sogar schon mit der Oberliga zu tun hat. Michael Linke, der Vorsitzendes des ASC 09 Dortmund, ist Vermögensberater. Zu seinem Team zählt als Auszubildender jetzt auch Mick Werkmeister.

Um sich selbst ein Vermögen aufzubauen, ist die Bezirksliga wohl eher nicht die richtige Liga. Aber ein Sprung aus dem kreislichen Nachwuchsbereich in die Senioren-Bezirksliga ist schon beachtlich. Und wie der junge Werkmeister berichtete, bestätigte sich dieses Bild auch im ersten Training. Drehte er erst seine Runden mit seinem Ex-Urania-Kumpel, mischte er beim „Kreis“ im Germania-Training gleich voll mit.

Das „Ansehen“ ging also ziemlich schnell. Und trotz eines Armbruchs zu Beginn der Vorbereitung blieb er nie außen vor. „Die Trainer haben mir sofort gesagt, ich müsse keine Sorgen haben, völlig nach hinten zu rutschen. Diese Rückendeckung tat gut.“ Sein Platz im Kader war ihm tatsächlich sicher.

Bereits im ersten Spiel gegen den VfL Kemminghausen (1:2) kam er in der 71. Minute, beim FC Castrop (1:3) war es die 81. Minute, in Eichlinghofen (3:0) und jetzt gegen Lüdinghausen stand er sogar in der Startelf. Und das auf seiner Lieblingsposition „links offensiv“.

Wie sehr er seiner Germania helfen kann, zeigte er mit seinem ersten Bezirksligatreffer in seiner noch jungen Karriere gegen Lüdinghausen. Ein langer Ball erreichte Emre Kücükaycan, der legte ab, Werkmeister traf (16.). Mit dem 4:0 machte der Jungspund auf Vorarbeit von William Najdi den Deckel auf den zweiten Saisonsieg (62.). Ich denke, es hat auch so gut geklappt, weil wir das System umgestellt haben von 4-1-4-1 auf 4-4-2. Ich spiele da gerne links offensiv im Vierermittelfeld.“

Aber auch so ist Werkmeister bereit, das zu befolgen, was Trainer und Mitspieler von ihm erwarten. „Erstens spiele ich auch gerne rechts. Zweiten macht die Mannschaft es mir sehr leicht. Da brauchte ich in der Tat nicht lange, um mitzureden.“

Ein Wörtchen mitreden möchte Werkmeister – am liebsten natürlich als Stammspieler – auch weiter vorne in der Tabelle. Da muss er sich gar nicht groß etwas ansehen, bevor er spricht. Denn er sagt selbstbewusst: „Ich sehe uns im oberen Bereich.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
Zur Autorenseite
Alexander Nähle

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.