Mehmet Aslan (l.), Sportlicher Leiter des BSV Schüren und Peter Seifert (r.), Vorsitzender des Klubs, freuen sich gemeinsam mit Neuzugang Jonas Schneck über den vollzogenen Transfer. © BSV Schüren
Fußball-Westfalenliga

Erst Klassenerhalt und dann Titelkampf? Neuzugang hat große Pläne mit Schüren

Jonas Schneck ist neu beim BSV Schüren. Der Angreifer wechselt vom ASC 09 Dortmund in die Westfalenliga. Aber wieso? Was sind seine Beweggründe? Wir haben mit ihm gesprochen.

Bei den Fußballern des BSV Schüren sind vor Jahresfrist alle glücklich. Der Verein, weil er sich kurz vor dem Jahreswechsel noch einen Oberliga-Stürmer gesichert hat – und der Stürmer selbst, weil er sich auf seine neue Herausforderung freut. Die Rede ist von Goalgetter Jonas Schneck, der vom ASC 09 Dortmund zum BSV gewechselt ist. Die Frage ist nur: Warum hat sich der 20-Jährige zu diesem Schritt entschlossen? Hat er seine Zeit beim ASC 09 Dortmund im Nachhinein vielleicht doch bereut? Der Stürmer äußert sich zu diesen und vielen anderen Themen im Gespräch mit der Redaktion.

Klar ist: Wenn man die reinen Zahlen betrachtet, dann war Schnecks Zeit beim ASC 09 wenig erfolgreich. Zumeist saß der großgewachsene Angreifer (1,96 Meter) nur auf der Bank, musste Platz machen für Stammstürmer Maximilian Podehl, der kurz vor der Corona-Pause noch einmal voll durchstartete. Das wurmt einen Typen wie Schneck natürlich. Gerade als Stürmer will er auf dem Platz stehen, sich zeigen und natürlich Tore schießen.

Schneck verliert kein schlechtes Wort über den ASC

Ein schlechtes Wort über den ASC wolle Schneck aber trotz der geringen Spielzeit nicht verlieren. Auch vom ASC-Konzept sei der Neu-Schürener weiterhin überzeugt, obwohl er diesem selbst zum Opfer fiel. In der Regel ist es nämlich so, dass der ASC zu Beginn einer jeden Saison immer bis zu acht, neun oder zehn junge Talente verpflichtet und denen die Chance gibt, sich zu zeigen und mit Glück zu etablieren.

Im Schnitt schafften das in der Vergangenheit aber pro Spieljahr bis zu drei Spieler. Gute Beispiele zuletzt waren dafür Florian Rausch, Lars Warschewski oder Michael-Marvin West. Die restlichen Akteure verließen den ASC dann häufig wieder. Zu der Kategorie gehört beispielsweise auch Brünninghausens Torjäger Jonas Telschow, der in der Westfalenliga ordentlich Gas gibt.

Schneck gehört ebenfalls nicht zu den Spielern, die den Sprung in die erste Mannschaft letztendlich nachhaltig geschafft haben. „Die Wahrscheinlichkeit als junger Spieler bei Aplerbeck nicht zu spielen, ist auch relativ hoch. Mit dem Risiko muss man aber leben und seine Chance nutzen. Mein erstes Jahr war sogar ganz gut, da hätte ich nur mehr Spielzeit benötigt. Insgesamt ist das Konzept aber gut“, sagt der 20-jährige Schneck, der seine ASC-Zeit von Sommer 2019 bis heute nicht bereut. „Ich habe nichts zu bemängeln. Mit der Mannschaft hat es mir sehr viel Spaß gemacht“, so der Stürmer weiter.

In Schüren soll Schnecks Laufbahn nun wieder eine andere Richtung einschlagen. Der Linksfuß, der mehrere Jugendklassen von Borussia Dortmund durchlief, möchte unbedingt wieder auf dem Platz stehen, Tore schießen und Siege gemeinsam mit seiner Mannschaft feiern. „Ich möchte in Schüren angreifen und ein wichtiger Stammspieler werden. Außerdem möchte ich wieder Spielpraxis sammeln“, sagt er.

Geht Schneck den Telschow-Weg?

All das klingt ein wenig so wie der Weg von Schnecks Namensvetter Jonas Telschow. Ihn als eine Art Vorbild wolle er aber nicht sehen. „Es gibt ja auch noch andere Spieler, auch im höheren Bereich, die sich so entschieden haben. Daran ist auch nichts verwerflich. Vielleicht mache ich jetzt einen Schritt zurück, um in den nächsten Jahren zwei, drei nach vorne zu machen“, sagt Schneck.

An seiner neuen Aufgabe reize ihn speziell der Abstiegskampf, in dem sich der BSV befindet. Nach sieben gespielten Partien steht der BSV mit gerade einmal vier gesammelten Punkten auf Rang 15 – einem Abstiegsplatz. „Das ist schon ein gewisser Nervenkitzel. Im Abstiegskampf sind drei Punkte vielleicht noch wichtiger. Darauf freue ich mich“, sagt der 20-Jährige.

Ganz ohne Konkurrenz wird es für Schneck aber auch beim BSV nicht laufen. Der Klub verfügt nämlich noch immer über seinen Angreifer Kamil Bednarski, der zuletzt an Rückenproblemen litt und kaum spielen konnte. Muss er sich gegen den Routinier durchsetzen? Schneck glaubt nicht. „Ich habe mit dem Sportlichen Leiter (Mehmet Aslan, Anm. d. Red.) gesprochen und er hat mir gesagt, dass Schüren mit zwei Stürmern spielen möchte. Ich rechne dann mit einem 4-4-2-System“, so Schneck, der von der Erfahrung Bednarskis auf jeden Fall profitieren wolle und sich einige Tipps abholen werde.

Schneck würde gerne mal aufsteigen

Sofern all die Pläne aufgehen – Schüren hält die Klasse und Schneck sammelt viele Spielanteile – dann möchte der Neuzugang höhere Ziele mit dem Klub angehen. „Ich möchte dann schon das nächste Level erreichen, irgendwann dann mal oben angreifen und den Aufstieg schaffen. Ich bin nämlich noch nie aufgestiegen“, sagt Schneck und lacht dabei.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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