In den vergangenen fünf Jahren ging es für Axel Schmeings Mannschaft stets bergauf. Am Saisonende hört er beim HSC auf. © Neumann
Fußball

Emotionales Ende einer Ära beim HSC: Axel Schmeing möchte eine „neue Herausforderung“ annehmen

Am Montag hat HSC-Trainer für sich entschieden, einen Schluss-Strich zu ziehen. Zwei Tage später teilte er seine Entscheidung dem Klub mit. Für den 46-Jährigen war es keine leichte Entscheidung.

Freude sieht sicher anders aus, als die Stimmung, welche am Mittwochabend in Holzwickede herrschte. Da nämlich gab Axel Schmeing, Coach des HSC bekannt, dass er sein Engagement über die Spielzeit 2021/22 hinaus bei den Blau-Grünen nicht verlängern wird.

„Es ging alles emotional zu. Ich war lange hin- und hergerissen, habe mir die Entscheidung, die erst zu Beginn dieser Woche endgültig gefallen ist, ganz sicher nicht leicht gemacht. Vielleicht hat auch die ungewohnte Freizeit, die sich aus der Corona-Pandemie ergab, meine Entscheidung beeinflusst. Man hatte da nicht den gewohnten Kontakt mit den Jungs“, macht Axel Schmeing aus seinem Herzen keine Mördergrube.

HSC steigerte sich in jeder Saison unter der Regie von Axel Schmeing

Fünf Jahre Holzwickede – fünf Jahre Erfolg, das kann der Dortmunder für sich reklamieren. Nach seinem Amtsantritt in der Emschergemeinde im Sommer 2016, landete sein Team am Saisonende unter seiner Regie gleich auf einem mehr als respektablen zweiten Tabellenplatz, musste sich lediglich Meister und Aufsteiger Westfalia Herne geschlagen geben.

Noch besser lief es ein Jahr später, als dem Holzwickeder SC am Ende der Spielzeit 2017/18 souverän der Aufstieg in die Oberliga Westfalen gelang. Mit 13 Zählern Vorsprung vor dem DSC Wanne-Eickel – eine imponierende Bilanz – ging die Schmeing-Elf als Meister der Westfalenliga (2) über die Ziellinie.

Verletzungspech beutelte den HSC in der ersten Oberliga-Saison

Im ersten Oberliga-Jahr regelrecht von der Verletzungsseuche geplagt, sah es lange schlecht aus. Umso erstaunlicher, dass der Klub einen unter diesen Umständen bemerkenswerten elften Rang erreichte. Positiver Nebeneffekt aus HSC-Sicht: Der Verein stand während der kompletten Spielzeit nie auf einem Abstiegsplatz.

Im zweiten Oberligajahr lief es dann deutlich besser für die Holzwickeder. Leider wurde die Saison 2019/20 vorzeitig abgebrochen, sonst wäre vielleicht sogar eine noch bessere Platzierung als der ohnehin gute sechste Rang in der Tabelle drin gewesen.

Dass das kein Zufallsprodukt ist, sollte die aktuelle Spielzeit 2020/21 zeigen. In den absolvierten sechs Spielen ging der Holzwickeder SC jeweils als Sieger hervor, steht damit hinter Tabellenführer FC Gütersloh auf Platz zwei in der Oberliga Westfalen. Nicht zu vergessen dabei, dass die Ostwestfalen bereits drei Spiele mehr als der HSC bestritten haben, dabei beim 1:1 gegen die Sportfreunde Siegen einmal Federn lassen mussten.

Axel Schmeing: „Ich bin stolz auf das Erreichte“

Mit anderen Worten: Relativ steht der HSC sogar auf Rang eins, könnte den FCG – drei Siegen in den drei Nachholspielen vorausgesetzt – in der Tabelle sogar überflügeln. Dass der Erfolg als Trainer für Axel Schmeing wohl keine Eintagsfliege ist, macht auch seine Bilanz als Übungsleiter beim SV Brackel deutlich. In seiner sechsjährigen Tätigkeit in der Dortmunder Vorstadt führte er den Verein von der Bezirks- in die Westfalenliga.

Ist mit dem HSC noch nicht am Ziel: Wenn möglich will Axel Schmeing (stehend) in dieser Saison noch den Aufstieg feiern. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

„In den fast fünf Jahren in Holzwickede ging es ständig bergauf, jede Saison toppte die nächste. Ich möchte mich beim Verein für das in mich gesetzte Vertrauen vor fünf Jahren bedanken. Ich denke, dass mein Trainerteam und ich dem Verein das Vertrauen zurückgezahlt haben. Ich bin stolz auf das Erreichte“, sagt Axel Schmeing, der seinen bislang größten sportlichen Erfolg In Holzwickede mit dem Aufstieg seines Teams in die Oberliga Westfalen bezeichnet.

Axel Schmeing macht Platz für neue Impulse

Als unschönstes Erlebnis sieht der Erfolgscoach die Verletztenmisere in seiner Truppe an, die während seiner zu Ende gehenden Amtszeit quasi ein Dauergast im Team war: „Wenn ich da allein an Marcel Duwe und Joshua Heinrichs denke“, macht Schmeing deutlich.

„Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich denke jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Wir haben den absoluten Zeitpunkt in meinen Augen erreicht, deshalb möchte ich Platz für neue Impulse machen und selbst eine neue Herausforderung annehmen. Die Zeit in Holzwickede wird mir immer in positiver Erinnerung bleiben. Es war einfach eine geile Zeit“, so der 46-jährige Polizeibeamte.

Geht Schmeing zum Lüner SV? Coach reagiert zurückhaltend

Die Krönung für ihn wäre, „wenn wir diese Saison am Ende mit Platz eins oder zwei abschließen. Diesen Traum möchte ich mir und dem Verein noch ermöglichen. Sollte es angesichts der Corona-Pandemie möglich sein, weiterzuspielen, werden wir alles heraushauen, um diesen Traum zu verwirklichen.

Welche neuen Herausforderungen Schmeing künftig angehen will, ließ er zunächst offen. Angesprochen auf ein mögliches Engagement beim Westfalenligisten Lüner SV, blieb Schmeing zurückhaltend. „Dazu kann ich nichts sagen.“ Am kommenden Montag möchte sich Schmeing aber zu seiner sportlichen Zukunft äußern.

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