Kerem Kalan (Mitte) zeichnete sich als Frohlinder Torschütze zum 1:0 aus. Zum ersten Saisonsieg in der Landesliga reichte das aber nicht. © Volker Engel
Fußball-Bezirksliga

Einst Profi-Fußballer, dann Sportinvalide und jetzt in der Bezirksliga gelandet

Früher war er als Fußballprofi aktiv, ehe er Sportinvalide geworden ist. An Fußball war nicht mehr zu denken. Jetzt gibt es den Wechsel nach Dortmund zu einem Bezirksligisten.

Im Dortmunder Westen wird seit Wochen aufgerüstet. Bei RW Germania, bei Mengede 08/20, auch bei Westfalia Huckarde. Beim TuS Bövinghausen eh. Dortmunds West-Klubs machen auf sich aufmerksam – insbesondere die Vereine, die in den höheren Tabellenregionen mitmischen.

Doch ein Klub darf da nicht zu kurz kommen: DJK Blau-Weiß Huckarde. Zwar nur Tabellenzehnter momentan, doch zu Beginn des Monats gleich mit drei Verstärkungen aus der Landesliga. Verantwortlich dafür: BW-Trainer Thomas Faust. Na klar, wie soll es anders sein?

„Schlagwort ist der Thomas Faust“, sagt Kerem Kalan gleich zu Beginn des Gespräches zu den Beweggründen vom FC Frohlinde eine Liga tiefer zu gehen zum Tabellenzehnten der Bezirksliga 9. „Ich kenne Fausti bereits seit wir in Kemminghausen zusammengespielt haben. Der Kontakt ist nie abgebrochen“, erklärt der 29-Jährige. Das Verhältnis der beiden ist keine normale Trainer-Spieler-Bindung, sondern eine echte Freundschaft.

Kerem Kalan (am Ball) ist einer der Routiniers im neuen Frohlinder Team, das in die vierte Landesliga-Saison des FCF geht. © Volker Engel © Volker Engel

Als zu Faust durchsickerte, dass Kalan zu haben ist, gab es fix ein erstes Gespräch. „Da hat Fausti die Lunte gerochen, dass ich nicht dableiben möchte“, sagt Kalan. Über Wochen gab es immer wieder Gespräche, bis Kalan „aus meiner Freundschaft dort zugesagt“ hat. Doch nicht nur deshalb wechselt der 29-Jährige aus Castrop-Rauxel nach Dortmund.

„Blau-Weiß Huckarde, das muss man sagen, ist eine attraktive Adresse“, betont er. Doch bei attraktiven Adressen hat Kalan bereits häufig gespielt. Viele Traditionsklubs, eine hervorragende fußballerische Ausbildung. In der Jugend beim VfL Bochum, Borussia Dortmund und dem MSV Duisburg gespielt.

Auch für den Wupperateler SV war er im Einsatz, spielte als Profi in Belgien bei AS Eupen, ehe der Traum vom Fußballprofi jäh gestoppt worden ist. „Ich war mit 20 Jahren Fußballprofi, spielte beim AS Eupen in Belgien“, erzählt Kalan, „dann bin ich Sportinvalide geworden.“

Ein Bandscheibenvorfall und ein dreifach gebrochener Knöchel haben für das Karriereende gesorgt. „Ich habe seit meinem sechsten Lebensjahr alles für den Fußball geopfert. Seit meinem 14. Lebensjahr immer nur gegen meinem Körper gekämpft“, sagt Kalan, der aber auch weiß: „Fußballprofi zu werden bedeutet auch Glück zu haben.“ Glück verletzungsfrei zu sein, Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, um den Durchbruch zu schaffen.

Wo soll es hingehen für BW Huckarde?

Doch Kalan ist im Reinen mit sich, trauert dem Dasein als Profi nicht nach. Zwei eigene Kinder und die Arbeit im eigenen Familienbetrieb erfüllen ihn.

„Das Leben geht weiter, ich habe da eine gute berufliche Basis“, sagt er. Und das Glück weiterhin Fußballspielen zu können. Denn nachdem Kalan Sportinvalide geworden ist, hat er viele Ärzte aufgesucht, die ihm geholfen haben, zumindest auf Amateurniveau kicken zu können. „Der Fußball ist eine Sucht für mich, da komme ich nicht von los“, sagt er und lacht dabei.

Und das soll auch der DJK BW Huckarde viel Freude bereiten. Thomas Faust sieht ihn als Führungsspieler, im Zentrum des Feldes. Und Kalan? Der möchte erfolgreich sein. „So lange Thommy da seinen ganzen Elan reinbringt, werden wir Erfolg haben“, sagt er.

Wofür das reicht am Ende? Kalan überlegt. Unter die ersten sechs, sieben, acht Teams der Liga soll es schon gehen. Auf jeden Fall in das obere Tabellendrittel.

Eine weitere Ansage im Wett-Rüsten der Teams aus dem Dortmunder Westen.

Über den Autor
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David Nicolas Döring

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