Die Polizei beobachtete mit etwas mehr Personal als üblich die Westfalenliga-Partie in Obercastrop. © Volker Engel
Fußball-Westfalenliga

Einsatzhundertschaft bei Obercastrop gegen Bövinghausen – Wollten Schalker Ultras kommen?

Es war ein Westfalenliga-Derby voller Emotionen. Am Ende gewann der TuS Bövinghausen mit 2:0 gegen Wacker Obercastrop. Schon weit vor Spielbeginn standen mehrere Einsatzwagen der Polizei vor der Anlage - wegen Ultras?

In der Schlussphase kochten die Emotionen bei der Partie Wacker Obercastrop gegen TuS Bövinghausen kurzzeitig über. Der Bövinghauser Migel Schmeling schoss nach seiner Gelb-Roten Karte (75. Minute) eine Flasche Richtung Bande. Ein Zuschauer, der direkt dahinterstand, beschmiss Schmeling mit einem vollen Becher. Es kam zu Wortgefechten. Schmeling stellte Zuschauer zur Rede. Erst nachdem Bövinghausens Auswechselspieler ihn wegzogen, beruhigte sich die Situation.

Kurz vor dem Ende kam es noch zu einer längeren Rudelbildung. Hier standen plötzlich auch ein Bövinghauser Zuschauer und TuS-Präsident Ajan Dzaferoski auf dem Feld. Mit Hilfe von Ordnern und dem Schiedsrichter-Trio beruhigte sich die Aufregung. Der Zuschauer und Dzaferoski mussten hinter die Bande.

Es war insgesamt ein wildes Derby mit vielen kleineren Fouls, verbalen Auseinandersetzungen und am Ende mit einem verdienten Sieger TuS Bövinghausen, der an diesem Tag einfach zwei Tore besser war als der Konkurrent. Der TuS hat damit seine ersten drei Partien allesamt gewonnen. Obercastrop kassierte die erste Niederlage, hat aber ebenfalls neun Zähler auf der Habenseite, weil die Castrop-Rauxeler schon eine Begegnung mehr absolviert haben.

Zum Zeitpunkt des Abpfiffs war die Einsatzhundertschaft der Polizei wieder abgerückt. Die Polizisten der Einsatzhundertschaft, die auch bei Bundesliga-Spielen und Demonstrationen vor Ort ist, blieben bis zur 60. Minute. Wie Wackers Vorsitzender Martin Janicki unmittelbar nach Schlusspfiff erklärte, sei die Polizei vor Ort gewesen, weil dies bei Veranstaltungen mit höherem Zuschaueraufkommen so Usus sei. Insgesamt 1269 Zuschauer waren auf der Anlage. Es waberte aber ein weiteres Gerücht vor Spielbeginn über die Anlage.

Ultras aus Gelsenkirchen hätte sich vorher angekündigt. Das wollte Peter Schmalöer von der Polizei Recklinghausen auf Nachfrage unserer Redaktion nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren. „Wir hatten Hinweise bekommen, dass es bei dieser Veranstaltung zu Störungen kommen kann. Deshalb haben wir Präsenz gezeigt, um für ein mögliches Szenario vorbereitet zu sein.“ Wie viele Polizeibeamte insgesamt vor Ort waren, darüber wollte Schmalöer nichts sagen. „Wir geben dazu generell aus taktischen Gründen keine Auskunft.“ Untypisch für ein Amateurfußballspiel ist es definitiv, dass Beamte der Einsatzhundertschaft vor Ort waren.

Obercastrops Geschäftsführer Onur Kocakaya erklärte, dass „die Polizei zu keinem Zeitpunkt eingreifen musste. Ich habe die Polizei mit Cola versorgt, weil sie sich Nahe des Klubheims aufgehalten hat und während des Spiels nicht patroulliert ist.“ Wacker Obercastrop war am Samstag eben ein guter Gastgeber. Das sah auch Bövinghausens Kevin Großkreutz so. Er bedanke sich per Facebook bei Wacker Obercastrop: „Vielen Dank an den Vorstand und alle Ordner. Es war super. Weiterhin viel Erfolg.“

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