Laura Nolte (r.) und Deborah Levi gewannen die Europameisterschaft in Winterberg am Wochenende. © picture alliance/dpa
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Dortmunder Wintersportlerin gewinnt die Europameisterschaft in Winterberg

Das Erfolgsrezept ist eigentlich ganz einfach. Am Start eine Bestzeit hinlegen und dann vom Vorsprung zehren. So krönte sich Laura Nolte in Winterberg zum ersten Mal als Europameisterin.

Die 22 Jahre alte Dortmunderin Laura Nolte setzte im fünften Saisonrennen ihren Höhenflug fort, nachdem sie zuvor die Weltcup-Rennen in Sigulda in Litauen und in Innsbruck gewonnen hatte. „Wir haben gehofft, auf das Podest zu fahren. Aber wir wussten gar nicht, was die anderen draufhaben“, sagte Nolte im Interview: „Deswegen war das eine Überraschungskiste. Aber wir sind froh, dass es geklappt hat.“ In den ersten Saisonrennen im alten Jahr hatten wegen der Corona-Pandemie noch die Fahrerinnen aus USA und Kanada gefehlt.

Nolte erklärt das Erfolgsrezept in Winterberg

Das Duo Nolte und Deborah Levi führte dabei einen deutschen Dreifachsieg an: Kim Kalicki mit Ann-Christin Strack wurde Zweite vor Olympiasiegerin Mariama Jamanka und Leonie Fiebig. Die Entscheidung war aber knapp: Nur 0,42 Sekunden Vorsprung hatte Nolte auf Kalicki.

Zusammen mit Anschieberin Deborah Levi hatte die 1,80 Meter große Hörderin auf ihrer Heimbahn in Winterberg in beiden Läufen die beste Startzeit hingelegt. „Damit hat man besonders in Winterberg fast die halbe Miete eingefahren. Die Bahn hat eine sehr lange Startzone. Wenn man dann das Tempo mitnehmen kann, kann man sich auch den einen oder anderen Fehler erlauben“, erklärte Laura Nolte: „Besonders mir als weniger erfahrene Pilotin kommt das entgegen. Im ersten Durchgang war es noch sehr knapp, im zweiten lief es schon viel besser.“

Zur Erinnerung. Die junge Sportlerin sitzt erst seit 2015 im Bob, legte einen raketenhaften Aufstieg hin und gewann erst vor einem Jahr ihren ersten Weltcup im französischen La Plage und könnte eigentlich noch in der Junioren-Klasse U23 starten.

Laura Nolte jubelt über ihren ersten Platz in Winterberg. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Und dennoch war es ein Heimspiel für die Studentin der Wirtschaftspsychologie der Uni Bochum. „Meine Familie und Freunde fehlten natürlich, dafür kennen mich alle Helfer und haben mich unterstützt. Das war einfach großartig und tat richtig gut“, freute sich der Shooting-Star des deutschen Bobsports.

Für die amtierende Deutsche Meisterin war die Woche dennoch stressig: „Ich habe gespürt, dass Winterberg eine andere Hausnummer ist als ein Rennen in Sigulda. Der Druck ist größer, die Presse will mit dir reden.“

Und das wird in den kommenden Wochen nicht besser. Am kommenden Wochenende steht der Weltcup in St. Moritz auf dem Programm, Anfang Februar dann die Weltmeisterschaft, die wie schon 2020 erneut in Altenberg in Sachsen stattfindet. Von den Ergebnissen her gehört Laura Nolte zwar zum Favoritenkreis, doch den Fehler wie im Vorjahr will sie nicht mehr begehen.

Nolte hat viel vor

Im Februar 2020 war sie als Mitfavoritin in Altenberg im dritten Lauf gestürzt und schied total niedergeschlagen aus. „Ich hatte einfach zu hohe Erwartungen an mich selbst, habe mir zu hohe Ziele gesetzt. Jetzt mache ich mir keinen Druck, zumal die Bahn in Altenberg komplett anders ist als die in Winterberg“, sieht sich Nolte absolut nicht in der Favoritenrolle. Trotz ihrer drei Saisonsiege.

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Zumal dazwischen noch ein anderes Highlight wartet. Statt des Weltcups in Königssee Ende Januar startet sie bei der Junioren-Weltmeisterschaft in St. Moritz. Und hier sind die Ziele schon etwas klarer formuliert. „Für den WM-Sieg bei den Juniorinnen gibt es zusätzlich noch eine Wildcard für den Deutschen Bobsport Verband. Dann könnten alle vier deutsche Schlitten bei der WM in Altenberg starten. Das wäre wirklich eine tolle Geschichte“, stellt sich Nolte ganz in den Dienst der Mannschaft. Bereits 2018 holte sich Laura Nolte den Titel als U23-Europameisterin.

Weniger Glück hatte der Dortmunder Christopher Weber, im Viererbob von Pilot Johannes Lochner blieb unterm Strich nur Rang fünf.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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