In der Erin-Kampfbahn wird nicht nur Westfalenliga-Fußball gespielt. Auch der Nachwuchs feiert Erfolge - und entkommt nach und nach der Kreisliga. © Jens Lukas
Fußball

Dortmunder Vereine zu 2G-Herausforderung: „Einfacher, die Saison erstmal ruhen zu lassen“

Die Umstellung auf 2G bedeutet für die Amateurvereine mehr Kontrollen. Die Meinungen hinsichtlich der neuen Regelungen gehen auseinander. Einverstanden mit dem neuen Konzept ist man nicht überall.

Ein verpflichtendes 2G-Konzept für Zuschauende, Verantwortliche und Aktive geht an Spieltagen für die Heimmannschaften mit einer Vielzahl an notwendigen Kontrollen einher. Zumal oft nicht nur ein Spiel auf dem heimischen Rasen stattfindet, sondern beispielsweise auch die Reserven sowie diverse Jugendteams an einem Tag im Einsatz sein können. Dennoch wird die Saison unter den neuen Regelungen fortgesetzt.

FC Brünninghausen befürwortet 2G-Konzept

„Grundsätzlich befürworten wir das“, sagt Thomas Brümmer, Geschäftsführer des FC Brünninghausen, „man weiß ja nicht, was noch alles kommt“. Dennoch müsse man „gucken, wie man das organisatorisch hinbekommt“. Diesem Problem sieht sich auch der ASC 09 Dortmund mit seinem Vorsitzenden Michael Linke gegenüber. „Ich weiß nicht, wie wir das alles kontrollieren sollen“, gibt dieser zu Protokoll.

Linke fände es „einfacher, die Saison erstmal ruhen zu lassen“, als sich jetzt als Verein und damit Veranstalter an Heimspieltagen um die Kontrollen kümmern zu müssen. Linke sieht aber noch eine andere Möglichkeit: „Oder die Stadt soll kontrollieren“. Die Stadt solle das Ordnungsamt zu „zwei, drei Spielen schicken“ und „nicht uns die Verantwortung geben“. Die Kontrollen seien ein „riesen Aufwand“ für die Abteilungen des ASC, wobei sich für Linke die Frage stellt: „Wie viele Leute soll ich bitte mobilisieren?“

Als Veranstalter steht jede Heimmannschaft in der Pflicht, die Kontrollen ordnungsgemäß durchzuführen, ansonsten drohe ein Bußgeld von bis zu 2000 Euro. Damit das nicht fällig wird, muss der jeweilige Verein die Verantwortung für die Einhaltung des Konzeptes auf sich nehmen. Linke findet es „krass, dass die Verantwortung auf uns gelegt wird“. „Letztlich bleibt alles an uns hängen“, moniert er.

FC Brünninghausen: 2G-Kontrolle wird „personell eine Herausforderung“

Auch Brünninghausens Brümmer glaubt, dass es „personell eine Herausforderung“ werden wird. „Ehrenamtliche Mitarbeiter fallen nicht von den Bäumen“, merkt er an. Dennoch sieht er auch ein, dass es nicht einfach sei, „vernünftige Regelungen“ zu treffen.

Zumal in der ersten Mannschaft des FCB alle Spieler geimpft seien, sodass es „uns nicht wehtun“ würde, jetzt weiterzuspielen. „Wenn der Verband sagt, wir sollen spielen, dann müssen wir spielen“, stellt Brümmer klar. Und so wird es auch erstmal getan.

Auch beim ASC, der über die Entscheidung aber nicht allzu erfreut darüber ist. „Die machen die Regeln und sagen, ‚setzt das bitte um‘“, ärgert sich Linke und erklärt, dass man in Aplerbeck in einer Woche „zu viele Veranstaltungen“ habe, „um alles zu kontrollieren“. Auch Stefan Goms, Jugendleiter des TSC Eintracht findet: „Der Optimalfall wäre, wir spielen gar nicht mehr.“ Vor allem im Hinblick auf das Pandemiegeschehen.

Allerdings sei der „Jugendfußball nicht der Auslöser für die hohen Zahlen“. Dass die Mannschaften von der C-Jugend abwärts noch spielen und die A- und B-Junioren lediglich die Alternative haben, sich mit anderen Teams für Pflichtspiele unter 2G-Bedingungen zu einigen, findet Goms positiv. „Es ist gut, dass versucht wird, die Jugend am Ball zu halten“, meint er. Der Trainingsbetrieb könne ohnehin aufrecht erhalten werden.

Der Beschluss, die Fußballsaison fortzusetzen, beziehungsweise die Verantwortung der 2G-Kontrollen in die Hände der Heimmannschaften zu legen, trifft bei den Dortmunder Vereinen zum Teil auf Unverständnis.

Hauptsächlich stellt sich für die Vereine die Frage, wie die Kontrollen zu stemmen sein sollen. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie gut das neue Konzept bei den verschiedenen Vereinen umgesetzt werden kann. Michael Linke fasst treffend zusammen: „Es ist schon spannend alles“.

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