Spielabbruch in der Kreisliga A © Lukas, Jens
Fußball-Kreisliga

Dortmunder Kreisligist stolpert in die Saison: „Wir verfallen aber nicht in Panik“

Ein Dortmunder Kreisligist hat keinen guten Saisonstart erwischt und steht derzeit wider Erwarten auf einem Abstiegsplatz. Liegt es am Trainer? Oder was sind die Gründe? Der Sportliche Leiter klärt auf.

Wenn ein neuer Trainer kommt, muss es auch bei ambitionierten Teams nicht sofort auf den Punkt passen. Aber die Ergebnisse eines A-Kreisligisten sind so wider Erwarten schlecht, dass es neutralen Beobachtern auffällt. Der Verein selbst übt sich in Geduld. Schnellschüsse – in welcher Form auch immer – seien nach der Coronapause, die sie im Dortmunder Westen auch als Grund für das Abschneiden sehen, wohl längst noch nicht angebracht. Michael Otto, der Sportliche Leiter von Eintracht Dorstfeld, erklärt, woran es liegt.

Michael Otto, spätestens jetzt nach der 0:5-Niederlage bei Mengede II stellt sich die Frage, ob der Start mit nur einem Punkt aus vier Spielen und dem 2:5 im Pokal bei B-Ligist SF Nette tiefergehende Ursachen hat…

Er hat mehrere Ursachen, aber keine davon ist so gravierend, dass wir jetzt in Panik verfallen.

Das klingt beruhigend. Aber es war bereits das zweite 0:5 in dieser Saison. Wie wir Sie kennen, führen Sie bestimmt keine Trainerdiskussion. Welche sind dann die Probleme?

Das ist nun wirklich kein Lippenbekenntnis, wenn ich sage, der Trainer steht in keiner Weise zur Disposition. Dafür gibt es nun auch gar keinen Grund. An Dirk Waschik liegt es überhaupt nicht. Darf ich mal anfangen?

Aber gerne!

Ja, auch wir hatten viele Verletzungen, und zwar welche von sehr wichtigen Spielern. Dann hatten Fabio Krato und Fabio Ventura am Tag vor Ende der Wechselfrist ihre Zusage, zu uns zu kommen, per WhatsApp zurückgezogen. Die Gründe klangen sogar nachvollziehbar, aber die Art und Weise und Zeit der Absage ist schon befremdlich. Jedenfalls konnten wir nicht mehr reagieren und andere Spieler verpflichten.

Wie hat sich Corona auf Ihre Mannschaft ausgewirkt?

Das wäre der nächste Punkt, der mit den erwähnten Verletzungen zusammenhängt. Die Einstellung der Spieler hat sich geändert. Das verurteile ich nicht. Denn sie hatten während der Pause an sich gearbeitet, dann zum Vorbereitungsstart aber nicht auf die richtige Dosierung geachtet. Resultate waren sehr viele Muskelverletzungen. Wahrscheinlich wollten sie zu schnell zu viel. Dann verletzt sich unser Neuzugang aus der Bezirksliga Thilaksan Kodeeswaran so schwer an der Schulter, dass er bestimmt ein halbes Jahr fehlt. Das lässt sich alles nicht so einfach kompensieren.

Aber wäre nicht doch mehr drin gewesen als ein Punkt?

Ja, aber dann sollten wir uns auch noch einmal die Spiele ansehen. Beim 3:3 gegen Marten kassieren wir zwei Gegentreffer kurz vor Schluss, das dritte Tor fiel in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Das 2:3 gegen den VfR Kirchlinde kassieren wir in der vierten Minute der Nachspielzeit. Das zweite Spiel dazwischen, das 0:5 in Westhofen, ist keine Schande. Westhofen ist die Übermannschaft.

Und jetzt in Mengede?

Ich bitte Sie, sich die Aufstellung der Mengeder anzusehen. Was 08/20 macht, ist aber legitim. Sie spielen am selben Tag vor der ersten Mannschaft zu Hause. Das heißt, sie können Spieler abgeben an die Reserve. Das haben sie gegen uns getan. Marcel Neumann ist einer davon. Er hat dann auch drei Tore gegen uns gemacht. Ich denke, Mengedes Zweite wird viele Heimspiele so gewinnen. Da wollen sie die Punkte holen, die sie auswärts nicht bekommen. Dazu kam, dass Daniel Klepke, der wirklich keiner Fliege etwas zuleide tun kann, nach einer vermeintlichen Tätlichkeit beim Stande von 0:1 Rot sah. Ich bin mir sicher, da beide Spieler am Boden lagen, war das keine absichtliche Bewegung. Das ganze gute Zureden, auch der Mengeder, half aber nichts, der Schiedsrichter trug eine Tätlichkeit ein. Also fehlt uns Daniel jetzt gegen den TSC Eintracht auch noch.

Muss dennoch etwas geschehen, um die Punkte zu holen, die Sie möglichst schnell aus der Gefahrenzone bringen?

Wir arbeiten daran. In unserer zweiten Mannschaft spielen ja noch einige alte Bekannte wie Andreas Berning. In Absprache mit unserer Reserve möchten wir zwei, drei Leute bis zur Winterpause hochziehen. Und dann, so hoffen wir, hat sich die Lage auch schon wieder entspannt. Aber ich möchte noch einmal betonen: Bei uns hat keiner Torschlusspanik. Sie wäre auch der völlig falsche Ratgeber.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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