Die Vorbereitungen für den Start der Westfalenliga laufen. © Schaper
Westfalenliga

Dortmunder Klub möchte es anders machen: „Sowas wollen wir jetzt nicht nochmal erleben

Hätte, könnte, würde - bei einem Dortmunder Westfalenligisten hat man mit dem Konjunktiv nichts mehr am Hut. Die Saison, die keine war, startete schlecht. Aber im Sommer 2021 ist das nur noch Schnee von gestern.

Erinnert an das ersten Training nach acht Monaten am letzten Sonntag, muss Björn Menneke lachen. „Der Trainer hat sich zumindest nicht erschrocken. Er war eher positiv überrascht, dass es keine besonderen Ausreißer gab in der Figur der Spieler.“

Der Coach, das ist in diesem Fall Arthur Matlik und Mennekes Mannschaft der BSV Schüren. „Alle haben sich in der langen Pause ordentlich fit gehalten“, sagt Menneke. „Es gab keinen Sommerferien-Effekt wie früher in der Jugend, als schon nach sechs Wochen Pause eine völlig veränderte Truppe zum Training auflief.“

Die acht Monate haben dennoch Spuren hinterlassen. „Trotz aller grundsätzlichen Fitness: Alle haben eben auch gemerkt, dass wir die kurzen Bewegungen noch nicht wieder so eins zu eins umsetzen können“, sagt der 27-Jährige, der selbst schon seit fünf Jahren in Schüren aktiv ist. „Arbeiten müssen wir in zweierlei Hinsicht – an der Fitness und am Gefühl für den Ball.“ Und es habe sich schon beim ersten Training gezeigt, dass die zweite Aufgabe die sei, für die es mehr Zeit brauchen werde.

Björn Menneke vom BSV Schüren. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Wie so oft in diesen Wochen lautet auch beim BSV Schüren das wichtigste Wort „Belastungssteuerung“. „Aber ich glaube, Arthur Matlik ist genau der richtige Trainer dafür. Und natürlich hat auch jeder Spieler im Moment noch die Handbremse etwas angezogen. Da können wir noch so darauf brennen, wieder auf den Platz zu dürfen. Sind wir nicht vorsichtig, braucht man in zwei Wochen gar nicht über Spiele nachdenken, weil man nur Verletzungen hat.“

Das Gute, sagt Menneke, sei aber, dass alle Mannschaften mit eben diesen gleichen Problemen zu kämpfen hätten. „Aus der langen Pause muss sich jedes Team herausarbeiten.“

Die Schürener haben aber noch etwas anderes zu verdauen: einen denkbar schlechten Start in die letzte Saison. Nach sieben Spielen standen im Oktober 2020 nur vier Punkte zu Buche, und es wäre wohl keine leichte Spielzeit für den BSV geworden. „Machen wir uns nichts vor“, sagt Menneke. „Sowas wollen wir jetzt nicht nochmal erleben. Da sind wir uns alle einig. Ziel ist natürlich, so einen Start zu vermeiden.“

Andererseits spürt Menneke aber auch so etwas wie einen Neustart in Schüren, der unbelastet ist von ein paar verkorksten Spielen im letzten Herbst. „Wir werden sehen, wie wir aus der Vorbereitung herauskommen. Aber da gibt es viel Zuversicht. Und wenn man ganz ehrlich ist, hat uns die lange Pause eher genutzt als geschadet. Es wäre schwieriger für die Mannschaft geworden, einen frischen Start hinzulegen, wenn sie gerade eine Saison hinter sich gebracht hätte, in der sie so gerade die Klasse halten konnte.“

Und noch etwas stimmt Menneke zuversichtlich: Mit Ahmed Ersoy von der SG Gahmen, Talent Sinan Türkmen vom Holzwickeder SC und Jonas Schneck vom ASC 09 wurde die Offensivabteilung namhaft verstärkt. Hinzu kommt Ex-Profi Massimo Ornatelli, der im Mittelfeld seine Erfahrung zeigen soll. Aus Mennekes Sicht auch eine besondere Situation, denn Schneck und Ornatelli sind eigentlich Winterzugänge – konnten für den BSV aber bisher noch keinen Ball spielen.

Menneke selbst, der ein ums andere Mal von Verletzungen gebremst wurde, will seinen Teil zu einem gelungenen Saisonstart in Schüren tun. „Ich bin fit. Der einzige leichte Schmerz ist der Muskelkater. Aber das ist ja eher eine gutes Zeichen.“

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
61er-Jahrgang aus Bochum, seit über 35 Jahren im Journalismus zu Hause - dem Sport und dem blau-weißen VfL schon ewig von Herzen verbunden - als Sportredakteur aber ein Spätberufener.
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Gerhard Vogelsang

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