Die Westfalenliga-Fußballer des SV Wacker Obercastrop, hier mit Elvis Shala (l) und Sascha Schröder, verzichteten im März und bis zum Lockdown_Ende auf ihre Aufwandsentschädigungen. © Volker Engel
Amateurfußball

Dortmunder Junge mit Westfalenliga-Niveau zieht es ins Umland – dafür wird er bestraft

Er ist talentiert, ist offensiv variabel einsetzbar. Aber in Dortmund spielte er lediglich ein Jahr. Sein Glück fand er woanders, obwohl es Möglichkeiten gegeben hatte, nach Dortmund zu wechseln.

Während der Coronavirus-Pandemie geht es ihm wie vielen anderen auch. „Für jeden ist es halt blöd, dass man keinen Sport machen kann“, sagt er. Auch das Joggen ist er so langsam leid, aber vor seiner Haustür hat er einen Kunstrasenplatz.

Mittlerweile lebt Sascha Schröder im Dörfchen Niederense, zwischen dem Sauerland und Soest. Zuvor hatte er in Dortmund seine Heimat. In Belgien geboren, zog es ihn mit seiner Familie nach Großbritannien, ehe seine Familie um das Jahr 2000 nach Dortmund zog, der Heimat seiner Mutter.

„Das hat sich einfach nicht ergeben“

Der 29-Jährige spielte in der Jugend für den SC Dortmund und den TuS Eving-Lindenhorst. Doch bereits damals ist deutlich geworden: Es zieht ihn weg aus der Heimatstadt. Stationen bei Westfalia Herne und Blau-Gelb Schwerin kamen nämlich dazu.

Doch warum war es damals bereits so weit? „Das hat sich einfach nicht ergeben“, erklärt Schröder. „Nach Schwerin bin ich gewechselt, weil die in der Westfalenliga gespielt haben. Zwar kam dann der Abstieg, aber Landesliga ist immer noch besser als Sonderklasse“, sagt er zu seinem Wechsel vom TuS Eving-Lindenhorst nach Castrop-Rauxel. „Dann bin ich immer mehr in Castrop gewesen.“

Vor allem der SV Wacker Obercastrop habe es ihm angetan, berichtet er. Zwar kamen immer wieder Stationen woanders dazu, aber der Offensivspieler kehrte immer wieder zu Obercastrop zurück. Er spielte beim FC Wetter, dem TuS Sinsen und sogar in Dortmund für ein Jahr beim SV Brackel 06. Dort schaffte er sogar den Aufstieg in die Westfalenliga.

Sascha Schröder lief viele Jahre für den SV Wacker Obercastrop auf. © Volker Engel © Volker Engel

„Ich kenne den Dortmunder Amateurfußball alleine dadurch, dass ich mit vielen der Jungs schon immer zusammengespielt habe“, sagt Schröder. „Bestes Beispiel ist Türkspor. Viele sind da, mit denen ich aufgewachsen bin. In der Freizeit habe ich früher mit vielen gespielt.“

Doch bis auf ein Angebot vom Kirchhörder SC, während seiner Zeit in Sinsen, kam kein Wechsel nach Dortmund für den Dortmunder Jungen zustande. „Es hat sich einfach nicht ergeben. Ich habe mir wohl eher einen Namen gemacht in Richtung Castrop-Rauxel“, sagt er und lacht.

Dadurch hat er vor allem ein Event verpasst, welches für jeden Dortmunder Fußballer eine Pflichtveranstaltung ist: Die Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft. Kein einziges Mal ist er dort aufgelaufen, war als Zuschauer in den vergangenen Jahren regelmäßig dabei. Für einen Dortmunder Jungen mit seinem Niveau eigentlich eine Bestrafung.

„Man kann nicht alles haben“

„Es ist schade, dass ich nicht teilgenommen habe. Wäre auf jeden Fall noch mal eine geile Bühne gewesen. Wann spielt man mal vor 5000 Leuten?“, fragt er, „Ich hätte gerne mal in Dortmund gespielt, aber es hat sich nicht so ergeben bis auf Brackel. Man kann nicht alles haben.“

Schröder wirkt im reinen mit sich und vor allem zufrieden. Auch wenn er ab kommenden Sommer für den SV Hilbeck in der Landesliga spielt, hat er seine Heimat beim SV Wacker Obercastrop gefunden: „Man muss sich überall wohlfühlen und das war da der Fall. In Obercastrop ist es mega familiär, der Verein hat mir bei vielen Dingen geholfen.“

Auch wenn er bald in Hilbeck spielt, möchte er trotzdem die Freunde in Obercastrop regelmäßig besuchen. Vielleicht klappt das ja auch in Dortmund.

Über den Autor
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David Nicolas Döring

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