Wie sieht die Planung für die restliche Saison bei den Lüner Bezirksliga-Vereinen aus? © Nico Ebmeier
Fußball

Dortmunder Fußballklub verlängert mit seinem Coach – der hat überlegt, komplett aufzuhören

Ein Dortmunder Fußballtrainer hat die Zusammenarbeit mit seinem Klub über ein weiteres Jahr ausgedehnt. Der Coach ließ sich bei seiner Entscheidung Zeit. Er dachte sogar darüber nach, aufzuhören.

Ein bekannter Dortmunder Fußballcoach hat bei seinem Verein verlängert. Eine einfache Entscheidung war es für den Trainer aber nicht. Er überlegte in diesem Jahr länger und dachte sogar darüber nach, mit dem Traineramt aufzuhören. Dabei ist er in seinem Verein nicht unglücklich.

Er hat es sich dieses Mal gewiss nicht leicht gemacht. Er hat reflektiert, musste überlegen und sich länger als ein paar Tage Gedanken machen. Dabei habe er sich in seinem Klub nie unwohl gefühlt. Das betont er. Vom Projekt sei er auch weiterhin überzeugt: Die Rede ist Giovanni Schiattarella, Coach des Landesligisten SV Brackel 06. Am Ende der Entschluss: Er bleibt Brackel 06 treu.

„Wir befinden uns in einer Situation, in der wir keinen Druck verspüren. Ich habe ja auch ein gutes Verhältnis zu Olaf Schäfer (Vorsitzender SV Brackel 06, Anm. d. Red.). Am Ende ist die Verlängerung ja nur eine Formalität“, sagt Schiattarella. Aber warum musste der Coach solange überlegen? Was hat ihn bedrückt?

„Ich war und bin in Brackel nicht unzufrieden. Das Ziel ist aber auch immer, sich ein Stückweit weiterzuentwickeln. Da mache ich mir Gedanken, das mache ich aber in jedem Jahr. In diesem Jahr war es aber weniger eine Entscheidung für wen, sondern wie es überhaupt weitergeht“, sagt der SVB-Trainer, der mehrere Anfragen von anderen Dortmunder Vereinen bekommen hatte.

„Wie es weitergeht“? Das klingt ja fast schon nach einem möglichen Rücktritt als Coach. Exakt damit hatte sich Schiattarella auch beschäftigt. Er wollte kürzertreten – auch aufgrund der Corona-Pandemie. „Man weiß ja auch nicht, wie es weitergeht. Die Gefahr ist, dass man sich an diesen Zustand gewöhnt. Es ist eine besondere Phase. In meinen 2,5 Jahren habe ich jetzt aber auch schon vier, fünf Vorbereitungen gemacht – und dann kam die Pausen“, sagt er.

Also setzte sich der Coach mit verschiedenen Szenarien auseinander. Bleiben, wechseln oder sogar ganz aufhören? Am Ende entschied er sich dafür, zu bleiben. Als einen Grund nennt er den „Prozess der Nachhaltigkeit“, wie er selbst sagt. „2018 habe ich hier etwas angefangen. Durch die ganzen Pausen inklusive Corona war das rückwirkend etwas mehr als ein Jahr, in dem ich mit der Mannschaft normal arbeiten konnte. Wir hatten eigentlich ein Ziel, davon sind bislang 50 Prozent umgesetzt worden“, so Schiattarella.

Der Coach spricht dabei das Projekt „Unterbau“ an. Der Verein habe den Fußballtrainer Volker Bolte (zuletzt Westfalia Wethmar, Co-Trainer) verpflichtet, um die Jugendmannschaften aufzuwerten. „Es geht da auch um die Infrastruktur. Wir pumpen gewisse Mittel weniger in die Mannschaft und dafür mehr in das Drumherum“, sagt Schiattarella, der aufgrund des Limits an Mitteln auch nicht von einem möglichen Westfalenliga-Aufstieg sprechen möchte.

Vielmehr möchte der Coach jungen Spielern die Möglichkeit bieten, sich in die erste Senioren-Mannschaft der Brackeler zu spielen. Könne der Verein dann einen Stamm der Akteure halten, wolle er sich langfristig im oberen Tabellendrittel etablieren. Schiattarella möchte Brackels Mannschaft eine Identität verleihen.

„Aus Trainersicht möchte ich mich gerne irgendwann zum Start der Saison schon im oberen ersten Drittel einreihen. Wenn die Mannschaft konstant in ihren Leistungen wird, holt sie sich automatisch die Punkte“, so Schiattarella, dessen Brackeler Teams in den vergangenen Jahren immer erst in der Rückrunde so richtig auftrumpften und Punkte geholt haben, sodass am Ende ein Platz im oberen Tabellendrittel heraussprang.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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