Ein Dortmunder Amateurklub hat jetzt mit seinem Trainer verlängert - der Co-Trainer hat aber noch nicht unterschrieben. © Nico Ebmeier
Fußball

Dortmunder Fußballcoach wird seit Jahren falsch ausgesprochen – jetzt will er den dritten Titel

Seit Jahren wird sein Nachname falsch ausgesprochen, wirklich stören tut dies den Dortmunder Trainer aber nicht. Nach Corona will er mit seinem Team angreifen und einen Titel holen.

Auf Marc folgt Marc! War da etwa kein Platz für Yps? Eine Frage, die sich für den Betroffenen selbst nicht stellte. Denn der Routinier fühlt sich in seiner Rolle wohl. Ein Ziel hat er aber schon noch als Aktiver im Spätherbst seiner Karriere: seinen dritten Aufstieg!

Wenn ältere Fußballfreunde den Namen Yps hören, denken sie an Comics und Urzeitkrebse. Die jungen Leute, deren Freizeitbeschäftigungen Fortnite, Fifa, Instagram oder Tik Tok heißen, benötigen allerdings keinen Geschichtskursus, um diese Story über Eichlinghofens Yps zu verstehen. Denn es geht um einen, den fast jeder im Dortmunds Amateurfußball kennt. Yps ist Andreas Uphues (36), seines Zeichens Co-Trainer des Bezirksligisten TuS und sehr zufrieden mit seiner Funktion. „Es ist so, wie es sein soll.“

Um die Herkunft seines Spitznamens, unter dem alle ihn seit seinen Mengeder Zeiten kennen, zu verstehen, gibt er nun aber doch eine kurze Homeschooling-Lektion im Fach Deutsch. „In Mengede haben sie das Dehnungs-e in meinem Nachnamen zum Teil nicht als solches erkannt. So hieß ich öfter Uphüs und nicht Uphuus, wie es richtig klingen sollte. Aus Uphüs wurde dann kurz Yps.“

Mit Urzeitkrebsen, die der Kultzeitschrift aus der Kindheit der heute Mittelalten öfter beigefügt waren, hat Andreas Uphues weniger zu tun. Als einer, der im frühen Kindergartenalter angefangen hat, Fußball zu spielen, ist er eher ein Urzeitfußballer. Da, wo dieser Nachname häufiger ist und wohl jeder weiß, dass Uphues Uphuus gesprochen wird, nämlich in Münster, startete er bei Preußen 2 seine Seniorenlaufbahn. Als C-Junior hatte er sich schon dem Großklub angeschlossen.

Andreas Uphues (5.v.r.) wird in Dortmund nur Yps genannt. © Dortmunder Sportfotografie / Schulze © Dortmunder Sportfotografie / Schulze

Danach avancierte er an seinen Stationen zum Stabilitätsanker, weil er einerseits stark verteidigte, andererseits sehr vereinstreu blieb. „Die zehn Jahre in Mengede waren eine tolle Zeit. Mario Plechaty, der heute unseren Konkurrenten Nordkirchen trainiert und den er alleine schon wegen seiner Präsenz starkmacht, hatte eine starke Mannschaft geformt.“ Eine Mannschaft, mit der er 2012 in die Westfalenliga aufstieg. „08/20 war ein Team, ein echtes Team – wie heute in Eichlinghofen.“

Bevor Uphues sich aber nach Charakterverein Mengede Charakterverein Eichlinghofen („Unser Noch-Coach Marc Risse legt wie sein Nachfolger Marc Neul darauf großen Wert“) anschloss, stieg Uphues zum zweiten Mal in die Westfalenliga auf. Beim Lüner SV aber war es nicht ganz so heimelig: „Sportlich waren das überragende zwei Jahre, aber außerhalb des Platzes war es nicht so toll. Der Erfolg hat so einiges verdrängt.“

Als sich dann ein Verein meldete, der auf einwandfreie Typen setzte, kehrte Uphues 2017 nach Dortmund zurück. Mit seiner Routine gab er der schwarz-roten Defensive Halt. „Ich hatte zuvor immer in der Landes- und Westfalenliga gespielt. Im höheren Alter war es dann okay, etwas tiefer zu spielen. Denn beruflich und privat entwickelte sich mein Leben weiter.“ Und das bringt den Innenverteidiger zur eingangs gestellten Frage zurück. „Ich bin als Ingenieur für Elektrotechnik sehr eingespannt. Und als Vater einer kleinen Tochter ist mir das Familienleben sehr wichtig. Daher wäre ein Cheftrainerjob zu zeitaufwendig. Wenn ich solch ein Amt übernehme, dann nur mit 100 Prozent.“

Uphues bringt also gerne „nur“ als spielender „Co“ seine Erfahrung ein. „Marc Risse und Maxi Dücker bereiten das Training vor und sind federführend. Aber ich übernehme auch Verantwortung, in dem ich meine Meinung und Ideen einbringe. Wenn sie mal nicht da sind, leite ich das Training.“ Dabei bleibt es, denn es folgt ja Marc auf Marc: „Marc Neul ist eine Super-Lösung als Trainer. Ihn für dieses Amt zu verpflichten, war genau in meinem Sinne, da er eben Charakter über Leistung stellt.“

Charakter schließt aber Leistung nicht aus. Dabei möchte Uphues sein Ego nicht in den Vordergrund stellen: „Einerseits bin ich Fußballer durch und durch und möchte kicken, so lange mich die Füße tragen. Andererseits weiß ich, dass junge Spieler wie Levi Butt und Marcel Dickehut spielen sollen, weil ihnen die Zukunft gehört, sie es aber jetzt schon gut können. Ich möchte ihnen nicht im Weg stehen.“ Im Weg steht Uphues nur den gegnerischen Angreifern – auch noch in der nahen Zukunft.

Ein gemütlicher Ruhesitz ist der Wohlfühlverein Eichlinghofen für den Abwehrspieler allerdings nicht. Diese Geschichte soll dann auch nicht mit dem üblichen Corona-Ausblick enden. „Ich kann meine Joggingschuhe schon jetzt nicht mehr sehen“, sagt er nur kurz dazu.

Der Blick nach vorne fällt dann intensiver aus: „Natürlich finde ich es toll, im Kreise von Super-Menschen fit zubleiben. Eichlinghofen ist ein toller Ort dafür. Insgesamt bleibt Fußball ein schöner Ausgleich für mich.“ Damit nennt Andreas Uphues Teil eins des Sinns und Zwecks des Spiels. Er betont dann noch einmal Teil zwei: Uphues möchte gerne an seiner erst vierten Seniorenstation noch den dritten Titel feiern. „Ja, das zu erleben, wäre sehr schön, mit diesem Verein dann sogar ganz besonders. Ich spiele aber ohnehin nie gerne gegen den Abstieg oder um die goldene Ananas.“

Und danach ist Yps vielleicht auch mal ein Thema für den Job der Marcs. „Ich lege mich da aber lieber nicht fest. Momentan passt ja alles.“ Sollte Andreas Uphues sich dann eher für viel Freizeit mit seiner Tochter entscheiden, könnte er ihr ja ein altes Yps-Heft bestellen. Und ihr so erklären, sollte sie sich mal über den Spitznamen ihres Vaters wundern, dass dieser mit Urzeitkrebsen gar nichts zu tun hat, sondern da entstanden ist, wo sich der Papa auch in Zukunft wohlfühlen möchte: auf dem Fußballplatz. In welcher Funktion auch immer…

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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