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Fußball

Dortmund Topspieler ist nicht unglücklich über Lockdown: „Zeitpunkt ist Glück im Unglück“

Für einen Dortmunder Topspieler kommt die aktuelle Saisonunterbrechung eigentlich gerade zur rechten Zeit. Bei seinem Team sieht das allerdings ein bisschen anders aus.

Die Corona-Pandemie legt den Amateur-Fußball nun schon fast einen Monat lang lahm. Für die Fußballer, die am liebsten ihrem Hobby nachkommen würden, ist das natürlich ärgerlich. Für einen Dortmunder Topspieler kommt die Pause aber gerade zu rechten Zeit.

„Ich habe sofort gespürt, dass da etwas kaputt ist“, berichtete Kevin Brümmer, Mittelfeldspieler und Kapitän des ASC 09 Dortmund. Nach einem Luftzweikampf im Oberliga-Spiel gegen Wattenscheid Mitte Oktober habe er das Gewicht wohl zu sehr auf ein Knie verlagert, sagte er damals. „Die Schmerzen waren direkt da und sehr unangenehm.“

Brümmer riss sich damals ein Stück des Schienbeinköpfchens ab und zerrte sich sein Kreuzband. Ansonsten blieben die Bänder im Knie aber verschont und auch die Befürchtung einer Meniskus-Verletzung bestätigte sich nicht. Es ist die schwerste Verletzung, die sich der Mittelfeldspieler des ASC bislang zugezogen hat.

Kevin Brümmer verlässt gegen Wattenscheid humpelnd das Feld. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

„Bisher bin ich zum Glück immer verschont geblieben“

„Bisher bin ich zum Glück immer verschont geblieben. Das Maximum waren bislang mal zwei bis drei Wochen, deswegen kann ich mich eigentlich nicht beklagen“, so Brümmer. Die Verletzung kam in gewisser Weise aber auch zur rechten Zeit. Durch den Corona-Lockdown verpasste der Kapitän nur zwei Spiele. „So gesehen, ist das natürlich Glück im Unglück“, sagt Brümmer, der seine Mannschaft wegen der Zwangspause nun in deutlich weniger Spielen fehlen wird.

Aktuell sei er noch in der Behandlung beim Physiotherapeuten und hoffe bald mit dem Aufbautraining starten zu können, sagt Brümmer. „Da tasten wir uns dann langsam dran.“ Er hoffe, Mitte Januar wieder mittrainieren zu können und wenn die Saison dann weitergehe auch wieder einsatzbereit zu sein, auch wenn er dann wahrscheinlich noch nicht bei hundert Prozent sei. Er müsse erst mal wieder Muskeln aufbauen, sagt Brümmer.

Obwohl er selbst ohnehin nicht auf dem Platz stehen könnte, schmerzt ihn der Lockdown aber schon. „In den ersten beiden Wochen meiner Verletzung, als noch trainiert wurde, war ich bestimmt zwei- oder dreimal die Woche da“, erzählt Brümmer. „Der Fußball ist Teil meines Lebens. Mit den Jungs zusammenzusitzen und zu flachsen, fehlt mir. Das bestimmt ja auch den Tagesablauf.“

Ungünstige Unterbrechung für den ASC 09

Er sei eigentlich jemand, der immer da sei. Brümmer findet es aber auch richtig, dass gerade kein Fußball gespielt wird: „Gesundheit steht an oberster Stelle. Dass wir nicht durchspielen können, war abzusehen.“ Er habe deshalb auch von Anfang an nicht daran geglaubt, dass die mit 21 Mannschaften extrem volle Oberliga zu Ende gespielt werden würde.

Der schmerzhafte Moment: Hier ahnte ASC-Spieler Kevin Brümmer bereits, dass die Verletzung schwerwiegender sein wird. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Kommt die Pause für ihn selbst eigentlich ganz passend, kommt sie für seine Mannschaft zu einem ziemlich ungünstigen Zeitpunkt. Fünf Siege in Folge hatte der ASC zuletzt eingefahren. „Man weiß natürlich nicht, ob es auch so weitergegangen wäre, aber es ist natürlich schon schade, dass die Unterbrechung kam, als wir gerade so einen Lauf hatten. Wenn man im Flow ist, geht vieles einfacher. Auch die schwierigen Bälle werden ganz selbstverständlich gespielt und kommen auch an“, sagt Podehl.

Da auch im Dezember kein Fußball gespielt werden wird, wird der ASC erst im neuen Jahr die Chance bekommen, seine Siegesserie fortzusetzen. Am 31. Januar soll es in der Oberliga weitergehen. Nachholspiele könnten aber eventuell schon vorher ausgetragen werden.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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