BVB-Handball-Frauen

Deutschland gegen Holland: Wem drücken Sie die Daumen, André Fuhr?

Bei der Handball-EM in Dänemark stehen sich am Montag (14. Dezember) Deutschland und die Niederlande gegenüber. Sieben Spielerinnen der BVB-Frauen stehen sich dabei gegenüber.
Eigentlich Kolleginnen: Die BVB-Torhüterinnen Isabell Roch (l.) und Rinka Duijndam stehen sich bei der EM auf dem Feld gegenüber. © Ludewig

Inger Smits und Alina Grijseels. Rinka Duijndam und Isabell Roch. Dazu Kelly Dulfer, Merel Freriks und Laura van der Hijden. Wenn die Borussinnen am heutigen Montag gemeinsam auf dem Feld stehen, wird es sicherlich nicht freundschaftlich zugehen. Im Hauptrundenspiel der Handball-Europameisterschaft in Dänemark tragen die Dortmunderinnen nicht das gleiche Trikot, wenn es heißt: Schwarz-Rot-Gold gegen Oranje. Deutschland gegen die Niederlande. Und es geht um alles.

Deutschland steht mit vier Punkten auf Tabellenplatz drei, Holland mit zwei Zählern dahinter. Es gilt, Kroatien auf Platz zwei mit sechs Punkten einzuholen – gegen die Deutschland ebenfalls noch ran muss. Für alle drei Teams ist das Weiterkommen noch drin. In der Heimat hat die deutsche Nationalmannschaft mit Grijseels und Roch einen ganz besonderen Fan sitzen – der sich auch gleich dafür entschuldigt.

„Man mag mir verzeihen“, sagt André Fuhr, „wenn ich Deutschland die Daumen drücke.“ Der BVB-Coach hat das Team nicht nur durch die EM-Vorbereitung begleitet, sondern saß auch im ersten Spiel auf der Bank.

Die Partie gegen die Niederlande, mit gleich sieben von Fuhrs Schützlingen, wird der BVB-Trainer im Livestream verfolgen. Aktuell trainiert der BVB-Coach die acht zuhause verbliebenen Dortmunder Spielerinnen. „Wir versuchen, das Beste daraus zu machen, trainieren das normale Pensum, das war letztes Jahr bei der WM nicht anders.“

Fuhr über die Chancen der DHB-Auswahl: „Halbfinale ist machbar“

Etwas ist aber doch anders für den 49-Jährigen. Er sei sicher ein bisschen emotionaler, ein bisschen „mehr dabei“, erklärt Fuhr, der über Co-Trainer Alexander Koke und seine eigenen Spielerinnen noch in Kontakt zur Mannschaft steht. Auch deshalb – und vor allem durch den Auftritt beim Sieg über Ungarn – ist sich Fuhr sicher: „Das Halbfinale ist machbar.“ Kroatien sei sicherlich eine der Überraschungen des Turniers, überzeuge durch Teamgeist, Disziplin und wenige Fehler. „Aber“, sagt Fuhr, „sie sind keine Übermannschaft.“

André Fuhr, hier mit Kelly Dulfer, verfolgt die EM „emotionaler“ als die WM im vergangenen Jahr. © Ludewig © Ludewig

Zunächst steht heute aber erstmal das Duell mit dem amtierenden Weltmeister an (18.15 Uhr/sportdeutschland.tv) – der überhaupt nicht gut in das Turnier gestartet ist. „Man merkt, dass Estavana Polmann (Kreuzbandriss, Anm. d. Red.) fehlt, sie war bei der WM absoluter Dreh- und Angelpunkt. Und Lois Abbingh war letztes Jahr einfach in besserer Verfassung. Das sind zwei Unterschiedsspielerinnen“, erklärt Fuhr, der außerdem mehr auf Inger Smits setzen würde. Niederlande-Trainer Emmanuel Mayonnade setzte die Rückraumspielerin bisher nur sporadisch ein. „Ich glaube, dass sie auch auf diesem Niveau wertvoller sein könnte“, sagt Fuhr, aber natürlich gebe es immer Zusammenhänge und Gründe, die man von außen nicht sehen kann.

BVB-Spielerinnen verfolgen das mannschaftsinterne Duell

„Wenn ich im Fußballstadion sitze, dann fallen mir ja auch Dinge auf, die ich anders machen würde“, sagt der BVB-Coach. Aber die jeweiligen Trainer würden die Spielerinnen nunmal im Training im direkten Vergleich sehen, der Zuschauer zuhause nicht. Beispiel Alina Grijseels: „Ich weiß, dass Henk Groener meistens eine Innenverteidigerin braucht, die vorne auf der Mitte spielt, unter anderem deshalb fängt er immer mit Kim Naidzinavicius an“, erklärt Fuhr.

Die in Dortmund verbliebenen BVB-Spielerinnen werden sich das Duell ihrer Kolleginnen eventuell gemeinsam anschauen – wie schon einige der Spiele zuvor. Und auch auf der Couch wird es vielleicht nicht ganz so freundschaftlich zugehen wie sonst. Denn auch beim Livestream in Dortmund heißt es mit Spielerinnen wie Niederländerin Kelly Vollebregt und der deutschen U20-Spielerin Dana Bleckmann: Deutschland gegen Niederlande.

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