Frauenhandball

Der nächste Sieg ist perfekt – Samstag kann der BVB die erste Deutsche Meisterschaft feiern

Was für eine eindrucksvolle Serie. 26. Ligaspiel, 26. Sieg. Besser geht’s nicht. Die Handballerinnen von Borussia Dortmund bleiben in der Spur.
Laura van der Heijden war an diesem Abend kaum zu bremsen. © Ludewig

Selbst im Endspurt der Saison sind die Handballerinen des BVB nicht vom Kurs abzubringen. Am Mittwochabend gewannen sie auch das Spitzenspiel der Bundesliga gegen den Tabellenfünften Thüringer HC. Nach hartem Kampf bis zur 40. Minute schlugen sie die Erfurterinnen am Ende sicher und souverän mit 38:29 (18:14).

Die Dortmunderinnen bleiben in der Bundesliga damit weiter ungeschlagen und freuen sich nun auf das alles entscheidende Spiel am Samstag bei Union Halle-Neustadt. Sollten sie auch diese Partie gewinnen, dann wäre bereits drei Spieltage vor dem Saisonende der Titelkampf entschieden und der BVB wäre zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte Deutscher Meister.

Bis zu einer Titelfeier müssen sich die Borussinnen aber noch etwas gedulden. Nach dem Auswärtsspiel in Halle-Neustadt am kommenden Samstag steht am Mittwoch, 12. Mai, in Bad Wildungen eine weitere Partie in fremder Halle auf dem Programm. Erst am Samstag, 22. Mai, empfängt der BVB dann die Neckarsulmer Sport-Union zum letzten Heimspiel der Saison 2020/21.

„Ich bin froh, dass der Sieg unter Dach und Fach ist. Der Anfang war etwas schwierig, dann hat sich aber unsere Qualität durchgesetzt. Der Sieg ging in Ordnung, vielleicht nicht in dieser Höhe“, kommentierte Borussen-Coach André Fuhr den Erfolg gegen den Thüringer HC. Dennoch war es ein hartes Stück Arbeit.

Die BVB-Abwehr arbeitete konzentriert. © Ludewig © Ludewig

Dem BVB merkte man natürlich die lange Zeit der Quarantäne an. Über einen Monat hatten die Borussinnen nicht mehr zusammen gespielt. Zu allem Überfluss fehlten auch noch Rechtsaußen Tina Abdulla und Linksaußen Gutiérrez Bermejo, die nach ihren Corona-Infektionen noch nicht wieder einsatzfähig waren.

„Uns fehlen Spielpraxis und Wettkampfhärte nach der langen Pause“, hatte Borussen-Coach André Fuhr im Vorfeld gesagt. Womit er nicht übertrieben hatte. Nach einer Schweigeminute für den unlängst verstorbenen stellvertretenden Abteilungsleiter Andreas Bartels überraschte der BVB mit einer temporeichen Anfangsphase, ließ in der Folgezeit aber nach.

Mit Kraft und Willen bauten die Borussen dank einer überragenden Inger Smits und einer starken Laura van der Heijden dennoch das Ergebnis kontinuierlich über ein 9:9, 12:9, 17:12 bis zum Pausenstand von 18:14 aus. Eine leichte Angelegenheit war es dennoch nicht. Eher ein gewisser Kraftakt. Mit zunehmender Spielzeit kam es immer häufiger zu Abspielfehlern, die Konzentration litt, die vierwöchige Spiel- und Wettkampfpause war deutlich zu spüren. Dazu kam ein nicht immer souveräner Auftritt des Schiedsrichter-Duos Otto/Piper.

Sicher konnte man sich daher auch im zweiten Durchgang nicht wirklich sein. Zumindest nicht bis zur 40. Minute. Bis zum 20:17 blieb der THC in Schlagweite. „Dann ist die Partie gekippt“, so THC-Coach Herbert Müller. Gut, dass in dieser Phase Merel Freriks und Kelly Vollebregt ihre Chancen sicher nutzten. Spätestens beim 35:27 in der 55. Minute hatte sich die Mannschaft von Trainer Herbert Müller aber so gut wie aufgegeben. Die Partei war gelaufen, der BVB benötigt nur noch zwei Punkte bis zum Titelgewinn.

BVB: Roch, ten Holte, Duijndam – Smits (11/2), Grijseels (2/1), Monti Danielsson (2), Rode, Vollebregt (6), Stockschläder (5), Dulfer, van Zijl (1), van der Heijden (5), Freriks (5), Bleckmann (1)

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