LSV-Trainer Axel Schmeing verliert wenige Tage vor Saisonstart einen Spieler nach Dortmund. © Timo Janisch
Fußball

Der nächste Last-Minute-Wechsel in Dortmund – dieses Mal leidet der Lüner SV darunter

Fünf Tage vor Saisonstart gibt es in Dortmund den nächsten kurzfristigen Wechsel. Ein Klub angelt sich einen Spieler vom Lüner SV. Dort stand er vor einer Woche noch gegen den ASC 09 im Kader.

Der jüngste Wechsel von Santiliano Braja von Westfalia Wickede zur Türkspor Dortmund sorgte für Aufregung im Dortmunder Amateurfußball. Jetzt legt ein Dortmunder Klub direkt die nächste kurzfristige Verpflichtung nach – in diesem Fall zu Ungunsten des Lüner SV.

Damit war nicht zu rechnen, als Magdet „Nagi“ Magid, Sportlicher Leiter des FC Roj, diese Redaktion kontaktierte, um einen weiteren Neuzugang für die kommende Saison bekanntzugeben. Denn der Bezirksligist präsentierte keinen bis dato vereinslosen Fußballer, Verstärkung aus der zweiten Mannschaft oder eine andere typische Last-Minute-Verpflichtung.

Phil Rosenkranz wechselt zum FC Roj

Stattdessen verkündete Magid mit Phil Rosenkranz Verstärkung vom Lüner SV, dem Westfalenligisten aus der Dortmunder Nachbarstadt. „Ich brauche für den Defensivbereich Leute und weiß, was er kann“, sagt Magid über Rosenkranz.

Der 25-Jährige ist im Defensivbereich variabel einsetzbar, spielte beim LSV entweder im zentralen defensiven Mittefeld oder in der Innenverteidigung. Ein weiterer Pluspunkt von Rosenkranz: Er ist Linksfuß.

Zudem kenne Rosenkranz, der laut Magid zu hundert Prozent fit sei, mit Marcel Ramsey und Egzon Jusufi zwei Mitspieler aus gemeinsamen Zeiten beim LSV. Auch Magid selbst kenne Rosenkranz schon länger, die beiden arbeiten laut dem Sportlichen Leiter zusammen.

Phil Rosenkranz spielte noch vor einer Woche für den Lüner SV

Dennoch überrascht der kurzfristige Wechsel. Noch am 15. August stand Rosenkranz im Testspiel der Lüner gegen den ASC 09 Dortmund im Kader, fehlte anschließend bei den darauffolgenden beiden Vorbereitungsspielen.

Ohne weiteres ist ein Transfer nach Ablauf der Wechselfrist am 31. Juli überhaupt nicht möglich. Der Nordstadt-Klub hat Rosenkranz deshalb zum Vertragsamateur gemacht. Das bestätigte Magid auf Anfrage.

Magdet „Nagi“ Magid (l.) verpflichtete wenige Tage vor Saisonstart Phil Rosenkranz. © FC Roj © FC Roj

Der Frage, warum Rosenkranz, der nicht nur aufgrund der aktuellen Verletztenmisere beim LSV berechtige Hoffnungen auf Einsatzzeiten in der Westfalenliga hatte, so kurzfristig in die Bezirksliga wechselt, wich Magid dagegen aus.

„Er wird sich wohlfühlen in der Mannschaft. Wir spielen nicht um die Goldene Ananas, bei uns geht es um etwas“, sagt Magid, der Rosenkranz in einigen Gesprächen mit den Zielen des FC Roh überzeugt habe. Noch in dieser Woche will er einen weiteren Neuzugang bekanntgeben.

Axel Schmeing zeigt Verständnis für Phil Rosenkranz

Beim LSV reagierte man derweil mit Verständnis auf den kurzfristigen Abgang. Studium, Beruf und eine durch einen Umzug deutlich weitere Anfahrt würden ein Engagement in der Westfalenliga zeitlich schwierig gestalten, so Trainer Axel Schmeing.

Rosenkranz habe ihm am Sonntag über seinen Weggang informiert. „Er hat betont, dass er sich beim LSV stets sehr wohlgefühlt hat und der Verein ihm sehr am Herzen liegt“, sagt Schmeing, der Rosenkranz Beweggründe „gut nachvollziehen“ könne.

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Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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