Die Fußballschuhe wegzulegen kommt für Dortmunds Bezirksliga-Oldie nicht in Frage. © Volker Engel
Fußball-Bezirksliga

Der Fußball-Oldie der Bezirksliga hat noch viel vor, seine Gegner haben ihn nicht überzeugt

Er ist der älteste in seinem Team und gehört auch zu den ältesten Fußballern in der Bezirksliga. Doch ans Aufhören mag er noch nicht denken. Die Konkurrenz zu seinem Team beeindruckt ihn nicht.

An das Karriereende mag er noch lange nicht denken. Die Konkurrenz in der Bezirksliga? Erweckt keine großen Befürchtungen. Dortmunds Bezirksliga-Oldie hat noch viel vor, seine Karriere kann – wenn es nach ihm geht – gerne noch ein paar Jahre weiterlaufen.

Der 37-jährige Mustapha Hamdaoui ist der älteste Feldspieler beim Bezirksligisten TuS Hannibal. Der Routinier gilt als Allrounder im Team: Sowohl in der Innenverteidigung als auch als Sechser wird das Urgestein eingesetzt.

Wenn alle Stricke reißen ist sich der Spaßvogel der Mannschaft auch nicht zu schade, als Torwart einzuspringen, um den Kasten sauber zu halten

„Mustapha Hamdaoui hat für den TuS Hannibal eine Menge geleistet. Ich schätze ihn als Mensch und Spieler“, sagt sein Trainer Hamsa Berro. „Er gehört zur alten Garde der Vollblutfußballer mit einer unheimlichen Siegermentalität“, findet Berro nur lobende Worte für seinen Führungsspieler, der bereits seit 2011 für das Team vom Hoeschpark aufläuft.

Im Jugendbereich kickte Hamdaoui beim traditionsreichen SC Dortmund 97/08, ehe er bei den Senioren für Phönix Eving, KF Sharri und den TuS Rahm das Spielertrikot überstreifte. Wir haben uns mit „Mister Hannibal“ Mustapha Hamdaoui unter anderem über seine sportliche Zukunft nach der Corona-Pause unterhalten.

Haben sie nach den beiden Corona-Pausen noch richtig Lust auf den Fußball?

Jetzt erst recht. Die beiden Pausen kamen mir sehr gelegen. Ich habe mich am Innen- und Außenmeniskus operieren lassen. Die OP ist gut verlaufen, ich habe wieder richtig Bock auf Fußball.

Wie halten Sie sich momentan fit?

Ich jogge viel, außerdem laufe ich während meiner Arbeitstätigkeit auf diversen Baustellen immer die Treppen rauf und runter. Manchmal komme ich so auf knapp zehn Kilometer pro Tag.

Denkt noch lange nicht an das Karriereende: Mustapha Hamdaoui vom TuS Hannibal. © Schulze © Schulze

Welche Erwartungen haben Sie an die Restsaison, falls es zu einer Fortsetzung kommt?

Ich will die Saison verletzungsfrei zu Ende spielen. Wir wollen als Mannschaft oben mitspielen und werden deshalb angreifen, um unter die ersten Drei in der Tabelle zu kommen. Insgeheim träume ich schon noch vom Aufstieg in die Landesliga mit dem TuS Hannibal, wenn auch nicht unbedingt in dieser Saison.

Wie sehen Ihre persönlichen Planungen für die nächste Saison aus?

Ich will so lange spielen, wie meine Knochen noch halten. Meine Vorbilder sind Michael und Stephan Sankiewicz, die beide noch im Alter von weit über vierzig Jahren gespielt haben. Momentan sehe ich absolut keinen Grund mit dem Fußball aufzuhören.

Warum haben Sie unter anderem bei den Hallenstadtmeisterschaften schon häufiger im Tor des TuS Hannibal gestanden?

Das hat sich eher zufällig ergeben. Beim Training in der Halle habe ich im Tor eine ganz gute Figur abgegeben. Trainer Hamsa Berro hatte dann die Idee mich ins Tor zu stellen, damit wir im Spielaufbau stärker sind. Auch auf dem Feld war ich schon im Tor, allerdings kommt man sich als gelernter Feldspieler ziemlich verloren dort vor.

Was zeichnet den Verein TuS Hannibal, für den Sie seit zehn Jahren spielen, aus?

Ich bin immer noch fasziniert vom Zusammenhalt, den wir beim TuS Hannibal haben. Als es noch erlaubt war, sind wir nach dem Training oder nach dem Spiel häufig gemeinsam in ein Café oder eine Shisha-Bar gegangen. Hannibal ist so etwas wie eine große Familie.

Hatten Sie in der Vergangenheit Angebote zum Wechsel in eine höherklassige Liga?

Nein, ich hatte lediglich Angebote von A-Ligisten und Bezirksligisten. Ich habe mir bei Hannibal einen gewissen Status erarbeitet, den ich bei einem neuen Verein zunächst gar nicht haben kann. Ab einem gewissen Alter will man sich auch nicht mehr an ein anderes Umfeld gewöhnen. Zudem bin ich in der Baubranche selbstständig und beruflich häufig stark eingespannt. Ein Wechsel kam für mich auch deshalb nicht in Frage.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihren teilweise deutlich jüngeren Mitspielern?

Als älterer Spieler versuche ich den Jungs meine Erfahrungen weiterzugeben. Ich habe stets ein offenes Ohr für die Probleme der Jungs. Da ich ein sehr emotionaler Spieler bin, versuche ich auch die jüngeren Akteure im Spiel zu pushen. Natürlich gibt es auch bei uns hin wieder Diskrepanzen zwischen Alt und Jung.

Welchen Verein sehen Sie in der Bezirksliga 8 als Favorit auf den Landesligaaufstieg?

Bisher hat mich noch keiner unserer bisherigen Gegner so richtig überzeugt. Vom SSV Mühlhausen konnte ich mir noch kein Bild machen. Aufgrund der Tabellensituation dürfte der SSV aber der erste Anwärter auf den Aufstieg sein.

Auf welcher Position spielen Sie am liebsten?

Ich habe in meiner langen Laufbahn schon auf allen Positionen gespielt. Am liebsten spiele ich im Sturm, wo ich mal angefangen habe. Als Hamsa Berro Trainer bei Hannibal wurde, begann das Drama: Denn er hat mich auf die Sechs oder in die Innenverteidigung beordert (lacht laut).

Über den Autor
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Baujahr 1965, gebürtiger Dortmunder, der sich seit fast zwanzig Jahren auf den Sportplätzen tummelt und den Dortmunder Amateurfußball mit all seinen Facetten kennt.
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Frank Büth

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