Frauenhandball

Der BVB verstärkt sich mit Spielerinnen aus Japan und Ungarn – eine dicke Strafe wartet

Die Neuzugänge sechs und sieben sind perfekt. Die Handballerinnen des BVB haben ihren Kader weiter verstärkt. Der Deutsche Meister muss aber auch eine dicke Strafe zahlen.
Erst der Meistertitel, jetzt weitere Verstärkungen: Trainer André Fuhr (2.v.r.) hat allen Grund zur Freude. © Ludewig

Die Handballerinnen des BVB werden noch internationaler. Mit der Japanerin Haruno Sasaki und der Ungarin Viktoria Woth verpflichtete der amtierende Deutsche Meister zwei weitere Neuzugänge nach Mia Zschocke (Leverkusen), Mie Sando (Norwegen), Jacqueline Moreno (Schweden), Madita Kohorst (Metzingen) und Amelie Berger (Bietigheim). Sasaki ist die erste japanische Rückraumspielerin, die in einer europäischen Mannschaft spielt.

Mit den Neuzugängen sechs und sieben umfasst der Kader von Cheftrainer André Fuhr nun 16 Spielerinnen. „Angesichts der Belastungen in der Champions League benötigen wir diesen Kader auch. Vielleicht sogar noch eine oder zwei Spielerinnen mehr“, erklärte Fuhr.

Haruno Sasaki wechselt vom japanischen Klub Hokkoku Bank nach Dortmund. „Wir haben Haruno schon vor Monaten verpflichtet, haben den Wechsel auf Wunsch ihres aktuellen Vereins aber erst jetzt verkündet“, erklärte BVB-Abteilungsvorstand Andreas Heiermann.

Hat den Wechsel der Japanerin Haruno Sasaki lange Zeit auf Wunsch des abgebenden Klubs verschwiegen: BVB-Abteilungsleiter Andreas Heiermann. © Ludewig © Ludewig

Die 26-Jährige ist im linken Rückraum und auf der Mitte einsetzbar und auch in der Abwehr eine Verstärkung. André Fuhr hatte die 1,72 Meter große Japanerin lange gescoutet hat, nicht nur per Video. „Ich habe sie mehrmals beobachtet. Auch schon Ende 2019 im wichtigen WM-Spiel Japan gegen Spanien. Sie ist eine sehr athletische Spielerin mit guter Spielübersicht und Tordrang“, kommentierte der BVB-Coach.

Dass die Japanerin den Wechsel nach Deutschland wagt, lag auch an zwei Faktoren. Zunächst hatte Asuka Fujita, die von 2018 bis 2020 für die Schwarzgelben gespielt hat, den Wechsel zum BVB empfohlen. Fujita und Sasaki spielen gemeinsam in der japanischen Nationalmannschaft, für die die Neu-Borussin in bisher 22 Spielen 77 Tore geworfen hat. Dazu hatte André Fuhr bei seinem befreundeten Trainerkollegen Ulrik Kirkely in Dänemark nachgefragt, der neben dem dänischen Erstligisten Odense auch die japanische Frauen-Nationalmannschaft trainiert. „Auch Ulrik Kirkely traut Sasaki den Leistungs-Sprung in die Bundesliga und Champions League zu“, sagte Fuhr: „ Eine Spielerin von der Klasse Sasakis aus Skandinavien oder Osteuropa wäre nicht zu bezahlen.“

Der zweite schwarzgelbe Neuzugang kommt aus Ungarn: Viktoria Woth wechselt von der ungarischen Handballakademie zum BVB, ist 18 Jahre alt und soll langsam an die Bundesliga herangeführt werden. „Viktoria hat extreme Qualitäten in der Defensive und bringt eine gewisse Körperlichkeit mit“, sagt Fuhr. Woth, die bereits für die ungarische Junioren-Nationalmannschaft gespielt hat, ist auf allen drei Rückraum-Positionen flexibel einsetzbar. Zum Einsatz wird Woth aber zunächst nicht kommen. Die Ungarin riss sich im letzten Spiel mit der Handballakademie das Kreuzband und dürfte erst Anfang 2022 zur Verfügung stehen.

Weniger erfreulich ist die Nachricht von der Europäischen Handball-Föderation EHF. Danach soll der BVB für das verweigerte Antreten im Champions-League-Playoff gegen den französischen Vertreter Metz Handball eine Strafe von 10.000 Euro bezahlen. Der deutsche Meister kann innerhalb der nächsten sieben Tage Berufung einlegen. Von einem Ausschluss aus der Champions League hat der Verband aber abgesehen.

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