Bei der SG Phönix Eving findet aktuell ein großer Umbruch statt. © Oliver Schaper
Fußball

„Das ist kein Fußball, das ist verrückt“: Spielt Dortmunder Kreisligist ein 0-5-5-System?

Im Schnitt endet jedes Spiel dieser Dortmunder Kreisliga-Mannschaft 3:4. Sie hat die zweitmeisten Tore der Liga geschossen, aber auch die zweitmeisten kassiert.

2014 titelte die Bild: „Stuttgart-Trainer Armin Veh will Vollgas: ‚Ein 5:4 ist mir lieber als ein 1:0‘“. Vehs Motto könnte auch das eines Trainers in der Dortmunder Kreisliga sein. Doch der winkt ab, auf die Frage, ob ihm ebenfalls ein 5:4 lieber wäre. „Mir sind drei Punkte lieber“, sagt er.

Die wollten der SG Phönix Eving aber noch nicht so häufig gelingen in dieser Saison. Aus vier Spielen holte der A-Kreisligist erst einen Sieg, mit 7:3 bezwang die SG am zweiten Spieltag Mengede 08/20 II. In den ersten vier Spielen schoss das Team starke 13 Tore, kassierte unglücklicherweise aber auch 16. Im Schnitt geht jedes Spiel also ungefähr 3:4 aus Sicht der Evinger aus. Lässt Trainer Fatih Yanik etwa ein 0-5-5-System spielen, das auf viele Tore und viel Spektakel aus ist?

„Ich weiß gerade selber nicht, was wir spielen“, sagt Yanik lachend. Klar, er hätte gerne mehr Spiele gewonnen, die absolvierten Partien und vor allem das Torverhältnis lassen den Trainer aber ratlos zurück. „Das ist kein Fußball, das ist verrückt“, erklärt er.

Am ersten Spieltag verlor Yaniks Mannschaft mit 2:4 gegen den großen Favoriten der Kreisliga A1 Dortmund, VfB Westhofen. Eine Niederlage, die nicht hätte sein brauchen, meint der Trainer. „Ich sage: Wir achten auf diesen Spieler besonders. Gegen Westhofen war das Giuseppe Restieri, und trotzdem schießt der drei Tore.“

Am vierten Spieltag war es ähnlich. Da setzte es eine 4:5-Pleite gegen den TuS Holzen-Sommerberg. „Da habe ich gesagt, dass wir auf Sam Armandeh achten sollen. Und drei Tore fallen dann über seine Seite“, erklärt Yanik. Bitter gegen Holzen-Sommerberg war auch, dass Phönix Eving nach acht Minuten mit 2:0 führte, dann mit 3:2 in Front lag – und schließlich dennoch verlor durch ein Tor in der letzten Minute.

Nur gegen den VfL Hörde am dritten Spieltag war sein Team chancenlos beim 0:4. „Der VfL war echt stark“, so Yanik.

Aber warum schaffte es das Team in den anderen Spielen nicht, einen Vorsprung zu halten? Und warum kassiert das Team so viele Gegentore? Da weiß Yanik keinen so rechten Rat. „Manchmal wollen wir mehr und mehr und machen es uns dadurch selber kaputt“, rätselt er. „Wir müssen auch mal lernen, ein 1:0 zu halten. Das reicht.“ Mehr Punkte gebe es für einen Sieg mit vielen Tore auch nicht.

Einen Vorsprung sicher zu verteidigen, müsse sein Team lernen. Auch die Konzentration müsse besser werden. Zudem fehlen ihm derzeit auch einige Spieler. „Keine Stammspieler, aber Spieler, die die Breite verstärken, sodass ich wechseln kann“, sagt der Trainer.

Das nächste Spiel seiner Mannschaft steht am kommenden Sonntag gegen den TuS Rahm an. Da will Yanik mit seiner Elf den zweiten Saisonsieg holen, aber dann lieber ohne viel Spektakel.

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