Ein Dortmunder Kicker musste vom Fußballplatz in die Quarantäne. © Schaper
Fußball-Bezirksliga

Corona: Dortmunder Fußballer erfährt während des Spiels, dass er in Quarantäne muss

Die Fußballer versuchen so gut wie möglich mit der Corona-Pandemie umzugehen. Woche für Woche tauchen aber neue Probleme auf, wie am Wochenende bei einem Bezirksliga-Spiel.

An vier Spieltagen wurden schon zwei Partien aufgrund der Corona-Pandemie in der Fußball-Bezirksliga 8 abgesagt. Am Sonntag wäre fast in dieser Liga zum ersten Mal eine laufende Begegnung wegen eines Corona-Verdachts abgebrochen.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sorgten in der Bezirksliga-Partie zwischen dem SSV Mühlhausen und dem VfR Sölde sogar für eine mehrminütige Unterbrechung. Söldes Spieler Kevin Dölling, der wegen einer Verletzung nicht spielen konnte und sich als Zuschauer das Spiel ansah, spielte plötzlich eine Hauptrolle.

Er erhielt während der Partie am Sonntag gegen den SSV Mühlhausen auf dem Handy die Nachricht einer Freundin eines Mannschaftskameraden, der gerade auf dem Platz stand. Sie habe Kontakt mit einer Corona-infizierten Person gehabt. Die Freundin müsse sich deshalb auf Anordnung des Gesundheitsamtes sofort in häusliche Quarantäne begeben.

Gleiches gelte auch für ihren Freund und Spieler des VfR Sölde, der mit ihr in einer häuslichen Gemeinschaft lebt. Der Akteur der VfR Sölder, der sich zum Zeitpunkt der Nachricht auf dem Feld befand. Schnurstracks begab sich Kevin Dölling zu Söldes Trainer Marco Nagel und überbrachte ihm die Hiobsbotschaft. Marco Nagel versorgte unmittelbar den Schiedsrichter Hüseyin Sahin mit den aktuellen Informationen.

Schiedsrichter ruft den Staffelleiter an

Da sich der Schiedsrichter nicht sicher war, wie seine weitere Vorgehensweise aussehen musste, unterbrach er zunächst die Partie, um Kontakt mit dem zuständigen Staffelleiter Lothar König aufzunehmen, der aber telefonisch nicht erreichbar war. Nach Rücksprache mit dem Schiedsrichterobmann aus seinem Heimatkreis Beckum entschied sich Sahin dafür, dass der betroffene Spieler des VfR Sölde unverzüglich ausgewechselt werden muss und die Partie dann fortgesetzt wird.

Zum Schutz aller Akteure auf dem Feld ist der VfR Sölde der Anweisung sofort nachgekommen. Der Spieler fuhr nach Hause und der Unparteiische verfasste nach dem Spiel noch einen Sonderbericht, indem er die Vorkommnisse für den Verband dokumentierte. Staffelleiter Lothar König erklärte am Montag, dass er die Partie abgebrochen hätte. „Ich möchte nicht die Verantwortung dafür tragen, dass sich Spieler untereinander anstecken“, sagt König.

Der Stadionsprecher erklärte bei der Auswechslung: „Der VfR Sölde musste aufgrund eines Corona-Falls eine Auswechselung vornehmen.“ Das bestätigte sowohl Söldes Trainer Marko Nagel als auch VfR-Spieler Jens Jäkel. Beide brachten kein Verständnis für diese Durchsage auf. „Gefühlt ist die Hälfte der Zuschauer dann verunsichert nach Hause gegangen“, sagt Jäkel.

Das wollte Mühlhausens Trainer René Johannes so nicht bestätigen. „Dass Zuschauer den Platz verlassen haben, habe ich nicht mitbekommen. Ich habe mich aber auch auf das Spiel konzentriert. Aber nach dem Spiel hat mir auch keiner davon erzählt.“ Johannes nahm den Stadionsprecher auch in den Schutz: „Der ist 83 Jahre alt und hat etwas falsch verstanden. Er hat sich kurz danach korrigiert. Man kann ihm doch jetzt keinen Vorwurf machen“, sagt der SSV-Coach. Dass der VfR Sölde das Spiel 0:2 verlor, war am Ende nur noch Nebensache.

Corona-Test am Montag

Beim betroffenen Sölder Spieler ist bereits am Montag ein Corona-Test anberaumt worden. Gespannt warten die Verantwortlichen des VfR Sölde auf weitere Informationen, zum Beispiel, ob alle Spieler und Funktionsträger ebenfalls zum Test müssen oder ob eine häusliche Quarantäne für alle Personen, die mit dem Spieler Kontakt hatten, verhängt wird.

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