Handball

Champions League: Moskau eiskalt – BVB-Frauen hadern mit schwacher Quote

Achte Niederlage im neunten Spiel in der Champions League. Nach einer Schwächephase vor der Pause verloren die Handballerinnen des BVB mit 28:35 (12:19) gegen CSKA Moskau. Durchaus zu hoch.
Kelly Dulfer gehört nach einer kurzzeitigen Suspendierung wieder zum BVB-Kader.Ludewig © lu

Da war mehr drin als nur eine auf dem ersten Blick klare 28:35 (12:19)-Niederlage. Nach einer Schwächephase im ersten Durchgang – verbunden mit einer schwachen Trefferquote und einer wenig überzeugenden Torwart-Leistung – kassierten die Handballerinnen des BVB bei CSKA Moskau ihre achte Pleite im neunten Champions League-Spiel. „Außer Spesen nichts gewesen“, resümmierte Abteilungsleiter Andreas Heiermann. „Wir haben uns gute Chancen herausgespielt, am Kreis, durch 7-Meter, haben sie aber nicht genutzt. In der Bundesliga reicht das, aber nicht in der Champions League“, kommentierte BVB-Coach André Fuhr den Auftritt seiner Schützlinge in Moskau.

Es waren die vielen kleinen Dinge, zahlreiche individuelle Fehler über 60 Minuten, die schlussendlich den Ausschlag gaben zugunsten von Moskau. „Wir haben einfach zu viele leichte Fehler gemacht. Im ersten Durchgang haben wir in der Abwehr und auf der Torwartposition keinen Zugriff bekommen“, erklärte Fuhr.

Russischer Zoll macht Stress – Abflug um Mitternacht

Zu allem Überfluss hatte die BVB-Delegation auch noch reichlich Stress mit den russischen Behörden. Da die Crew des Charterfliegers willkürlich über Stunden vom russischen Zoll aufgehalten wurde und sich die Pausenzeit dadurch weit nach hinten schob, durfte der BVB erst um Mitternacht wieder aus Moskau abfliegen. Ankunft in Dortmund am frühen Sonntagmorgen.

Hiobsbotschaften musste der BVB bereits vor dem Abflug am Samstagmorgen einstecken. Bevor der Charterflieger Dortmund Richtung Moskau verließ, war klar, dass Jennifer Gutierrez nicht dabei sein konnte. Sie hatte von den russischen Behörden kein Visum erhalten, da ihr Reisepass nicht mehr lange genug gültig war. „Wir haben uns natürlich lange im Vorfeld bemüht, ihren Pass zu verlängern. Dafür war aber die spanische Botschaft zuständig. Und die hat uns absolut nicht geholfen in dieser Angelegenheit“, war Abteilungsleiter Andreas Heiermann mächtig sauer.

Gutierrez und Monti Daniellson fehlten

Verständlich. Denn die schnelle Jennifer Gutierrez Bermejo fehlte dem BVB auf Außen merklich. „Das ist ein herber Verlust für uns“, zeigte sich Heiermann bereits vor dem Anwurf nicht gerade begeistert. Ebenso wie Jennifer Gutierrez Bermejo hatte auch Kreisläuferin Clara Monti Daniellson zuletzt stark ansteigende Form gezeigt. Sie war im Spiel in Neckarsulm stumpf auf den Hinterkopf gefallen und durfte auf ärztlichem Anraten nicht mit nach Moskau fliegen.

Temperaturschock in Moskau – 19 Grad minus bei der Ankunft

Vor 400 Zuschauern präsentierte sich der BVB dennoch zunächst hellwach. Von den Anstrengungen des vierstündigen Fluges und den bitter kalten Temperaturen (minus 19 Grad) ließ sich die Mannschaft von Chefcoach André Fuhr nicht aus dem Konzept bringen. „Die Stimmung im Flieger war hochkonzentriert und respektvoll. Alle wussten um die Schwere der Aufgabe“, schilderte Andreas Heiermann die Atmosphäre während der Anreise. Und hochkonzentriert begann der BVB auch. Kelly Vollebregt hatte den BVB in Führung gebracht, dann legten Alina Grijseels (zweimal per Siebenmeter), Kelly Dulfer und Laura van der Heijden zum 5:5 in der 9. Minute nach.

Doch das war’s auch schon mit der Herrlichkeit. Nach einem Fehlwurf von Kelly Dulfer und einer anschließenden Zweiminuten-Zeitstrafe gerieten die Dortmunderinnen innerhalb von nur zwei Minuten zum ersten Mal mit drei Toren beim Stand von 5:8 ins Hintertreffen. Beim 9:11 war der BVB fast wieder dran, verlor dann aber bis zu Minute 20 komplett den Anschluss. Besonders auffällig: die schwache Defensivarbeit des BVB in Kombination mit einer formschwachen Isabell Roch im Tor. Moskau nutzte die Chancen eiskalt, traf besonders durch Ekatarina Ilina nach Belieben und erhöhte über 13:9 und 15:10 zum Pausenstand von 19:12. Auch die zwischenzeitliche Auszeit von Trainer André Fuhr („in der Abwehr müsst ihr richtig rangehen, das geht so nicht“) hatte keine Wirkung gezeigt.

Schwache Abwehrleistung vor der Pause

Im zweiten Durchgang zeigte der BVB dann Kampfgeist, die Abwehr mit der vorgezogenen Alina Grijseels ging aggressiver zu Werke und erinnerte sich offensichtlich an die Worte von André Fuhr im Vorfeld: „Wir müssen aufpassen, dass Moskau uns nicht überrennt“, hatte der Trainer gewarnt. Im Tor machte Yara ten Holte ihre Sache anständig, in der Offensive nutzten besonders Tina Abdulla und Inger Smits ihre Chancen und brachten den BVB zumindest wieder in Schlagweite beim Stand von 27:23 in der 45. Minute. Und der BVB blieb dran. Konzentriert schlossen die stark agierenden Johanna Stockschläder und Tessa van Zijl ihre Angriffe ab, wobei van Zijl für den BVB in der 54. Minute auf vier Tore zum 28:32 verkürzte.

Ekatarina Ilina war vom BVB nicht zu stoppen

Mehr war dann aber auch nicht drin. Moskau erwies als die erwartet routinierte und clevere Spitzenmannschaft, die aus ihren Fehlern aus dem Hinspiel gelernt hatte und vor der André Fuhr gewarnt hatte. Als dann auch noch Rode, Stockschläder, Grijseels und Freriks in den Schlussminuten ihre Torchancen relativ leichtfertig vergaben und Moskau auf der anderen Seite durch die neunfache Torschützin Ekatarina Ilina souverän verwandelte, war die klare Niederlage nicht mehr zu verhindern. Am Ende hieß es 35:28 für CSKA Moskau. „Das Ergebnis spiegelt nicht unser Leistungsvermögen wider. Aber in der Champions League werden Fehler sofort bestraft“, zog André Fuhr eine gemischte Bilanz.

BVB: Roch, Duijndam, ten Holte – Dulfer (3), Vollebregt (2), Freriks (2), van der Heijden (2), Smits (4), Abdulla (3), Stockschläder (5), Grijseels (2), Rode, Bleckmann (1), van Ziijl (4)

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