Fußball-Regionalliga

BVB-U23 erleidet „kleinen Rückschlag“ – zwei Einladungen, eine Ansage

Borussia Dortmunds U23 spielt gegen Wiedenbrück nur 2:2. Ein Spieler rennt seinem Erfolgserlebnis hinterher. Trainer Maaßen und Mittelfeldspieler Pfanne sprechen über das Aufstiegsrennen.
Enttäuscht über das Ergebnis gegen Wiedenbrück: Niklas Dams (l.) und Lennard Maloney vom BVB II. © Bielefeld

Moritz Broschinski wird nachgesagt, er habe einen Schuss „wie ein Pferd“, zumindest hat das BVB-II-Trainer Enrico Maaßen vor ein paar Wochen in dieser Art und Weise formuliert. Und es ist nicht zu leugnen, dass der 20-jährige Stürmer außergewöhnlich viel Wucht sowie Präzision in seinem Abschluss vereinen kann – wenn denn alles passt. Haltung, Timing, wohl auch eine Prise Glück.

Nur irgendwas fehlt ihm aktuell immer, Broschinski ist weiterhin auf der Suche nach Pflichtspieltor Nummer eins für die U23 – am Sonntag wäre ein guter Zeitpunkt dafür gewesen. In der 87. Minute schoss er knapp am rechten Pfosten vorbei, und kurz darauf verzog er vollkommen, trat die Kugel gen Eckfahne – jeweils aus guter, zentral gelegener Position. Zum Haareraufen.

BVB-U23-Trainer Enrico Maaßen sieht „super Ausgangssituation“

Einerseits weil es dem im Sommer aus Cottbus gekommenen Angreifer anzumerken ist, wie es an ihm nagt, diesem verflixten ersten Tor hinterherzuhecheln. Andererseits weil er seinen Kollegen in dieser Partie gegen den SC Wiedenbrück einen sehr großen Dienst erwiesen hätte, wäre immerhin einer dieser zwei Versuche ins gegnerische Netz gezischt.

Letztlich reichte es schließlich nur zu einem 2:2 gegen den eifrig arbeitenden, aggressiven Dorfklub – eine „gefühlte Niederlage“, meinte Franz Pfanne im Nachgang. Zwar ist nicht massiv viel passiert nach diesem Remis; der BVB II plagen keine Probleme bis zur Halskrause – er besitzt nach wie vor eine „super Ausgangssituation“ (O-Ton Maaßen) im Aufstiegsrennen.

BVB-U23 erlaubt sich zwei grobe Fehler

Doch das Unentschieden nervt die Borussia trotzdem. „Wir hatten die Möglichkeit, das Spiel sauber zu Ende zu spielen, machen aber zwei böse Fehler“, sagte Fußballlehrer Maaßen in seiner Rückschau. Und bezog sich dabei nicht auf Fehlschuss ein und zwei von Broschinski, sondern auf die beiden Unzulänglichkeiten, die zu Gegentreffer eins und zwei geführt hatten.

Erst ließ sich Pfanne vor dem 1:1 den Ball im Aufbauspiel klauen („Ich hatte brutal viel Zeit, habe zu lange nachgedacht und dann einfach gar nix gemacht. Wir wurden klassisch ausgekontert, ganz klar mein Fehler“), dann leistete sich Abwehrchef Niklas Dams einen Patzer, als den Ball von der Brust abtropfen ließ – und damit jeden verwirrte, nur den Gegner nicht.

BVB-U23 erspielt sich wenige Chancen

Pfanne sprach letztlich davon, in Gänze „kein gutes Spiel“ gemacht zu haben. „Wir haben trotzdem 2:0 geführt, was uns brutales Selbstvertrauen hätte geben müssen.“ Schließlich hatte Kapitän und Angreifer Steffen Tigges per Doppelpack schon nach 14 Minuten ein Zwei-Tore-Polster besorgt. „Wir sind aber nicht in unsere Abläufe gekommen“, haderte Pfanne.

„Wir haben uns schwer getan mit der Fünferkette des Gegners, hatten uns ausgemalt, hinter der Kette mehr Platz zu bekommen. Das hat aber nicht geklappt. Und aus dem Zentrum ist Wiedenbrück immer wieder herausgeschossen.“ Um die Borussia am effektiven Angriff-Aufbau zu hindern, was durchaus erfolgreich gelang.

BVB-U23 bleibt unter den eigenen Möglichkeiten

Die beste Offensive der Liga (64 Treffer, 2,6 pro Spiel) tat sich jedenfalls erkennbar schwer, in Wiedenbrücks rote Zone vorzustoßen. Das Zentrum war weitgehend dicht und auf den Außen brach weder Taylan Duman (rechts) durch noch Ansgar Knauff (links), der kraft seines Tempos in der Lage wäre, derlei stehende Spiele zu beleben und – entscheidend – zu beschleunigen.

Aber, so sagte es Maaßen: „Wir waren heute auf der einen oder anderen Position nicht so top, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Damit durfte sich selbstverständlich nicht allein der recht wirkungslose Knauff angesprochen fühlen – der Großteil verpasste seine Bestform. Dass der Sieg dennoch möglich gewesen wäre, macht das Remis aus BVB-Sicht umso ärgerlicher.

BVB-U23 führt die Tabelle weiterhin an

Die „zwei Einladungen“, so Maaßen, ebneten Wiedenbrück den Weg zurück in dieses Spiel, aus dem auch ein – wie es im Fußball-Sprech gerne heißt – „dreckiger Sieg“ hätte entspringen können. So wurde es halt ein Unentschieden, „ärgerlich, aber kein Beinbruch“, sagte Pfanne, eher er darauf hinwies, dass Rot-Weiss Essen seine Nachholspiele auch erst mal gewinnen müsse.

Zum Hintergrund: Borussia Dortmund führt mit drei Zählern Vorsprung die Regionalliga-West an, hat gegenüber Verfolger RWE zwei Partien mehr absolviert. Eines der Nachholspiele, die Pfanne erwähnte, ist jenes gegen den BVB. „Die Chance wäre da gewesen, fünf Punkte vor Essen zu stehen, das wäre top gewesen, jetzt haben wir drei“, rechnete der Mittelfeldspieler vor.

BVB-U23-Spieler Franz Pfanne ist optimistisch

„Die Saison ist noch sehr lang, Essen wird noch Punkte liegen lassen, wir auch“, sagte Pfanne – und wertete das 2:2 gegen Wiedenbrück nüchtern-seriös als „kleinen Rückschlag. Nächste Woche gegen Bonn kommen wir wieder zurück.“ Dies würde im Dortmunder Lager gewiss für Erleichterung sorgen – und U23-Manager Ingo Preuß freuen.

Während seine Mannschaft auf dem Brackeler Kunstrasen, der allenthalben nicht als Ausrede für das Remis angeführt wurde, in Richtung Siegtreffer und Wiedenbrück-Strafraum rannte, lief er auf und ab, spornte an – und bemerkte einmal lapidar, sich den Sonntagsspaziergang wirklich anders vorgestellt zu haben. Kurz darauf vergab Broschinski – zum Ersten und zum Zweiten.

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