Eine anerkannte Fußballschule aus der Umgebung um Dortmund hat den Standort gewechselt. Trainiert wird nun auf der Anlage des TuS Bövinghausen. © Stephan Schuetze
Jugendfußball

BVB-Trainer trainiert auf der Anlage des TuS Bövinghausen

Die „Internationale Fußballschule“ ist sonst woanders zuhause. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat die Schule nun aber den Standort gewechselt - nach Dortmund beim TuS Bövinghausen.

Eine angesehene Fußballschule in der Dortmunder Umgebung hat den Standort gewechselt – zumindest vorübergehend. Nun trainiert sie auf dem Gelände des TuS Bövinghausen. Anlass ist das Coronavirus. Der Standortwechsel helfe, „dass ich am Leben bleibe“, sagt der Leiter der Schule.

20 Jahre lang trainierten Kinder der „Internationalen Fußballschule“ im „SoccerTreff LaOla Fussball“. Dort in der Soccerhalle bildete Zeljko Bulajic Kinder zwischen 6 und 16 Jahren fußballerisch aus. Aufgrund der pandemischen Lage durfte aber auch er nicht mehr weitermachen.

Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre dürfen nun in Dortmund zusammen trainieren, wenn alle einen tagesaktuellen und zertifizierten Corona-Schnelltest mit negativem Ergebnis vorlegen können – nur eben nicht in der Halle. Training an sich ist also möglich.

Zeljko Bulajic, der lange Jahre als Co-Trainer verschiedener Jugendmannschaften bei Borussia Dortmund fungierte und auch jetzt noch im Grundlagenbereich-Technik in der BVB-Jugend arbeitet, brauchte also einen neuen Standort, um weiter Kinder und Jugendlich zu trainieren.

Kontakt zum TuS Bövinghausen über den Vereinsboss

Den fand er beim TuS Bövinghausen. Der Kontakt kam über den TuS-Vorsitzenden Ajan Dzaferoski zustande. „Der Verein kam mir glücklicherweise entgegen“, sagt Bulajic. Dem Vereinsboss sei er sehr dankbar. Es sei eventuell sogar eine Option, auch nach der Pandemie Trainingseinheiten in Bövinghausen mit der Fußballschule abzuhalten, „denn es ist eine tolle Anlage, die der Verein hat.“

Gruppen von bis zu 20 Kinder trainiert Bulajic momentan – obwohl es erlaubt wäre – aber nicht. Nur Individualtraining bietet er mit seinem Trainerteam derzeit an. Dann werden ein bis zwei Kinder im Passspiel, im ersten Kontakt, Dribbling oder Koordinations-Training gefordert. „Wir wollen keinen großen Hype machen momentan“, sagt Bulajic.

Man habe Angst davor, dass demnächst wieder mehr verboten würde. Auf das Hin und Her in diesem Fall, also Training ja, dann wieder Training nein, könne er gut verzichten. Deshalb kämen zurzeit auch nur Kinder, die Stammkunden in der Fußballschule sind.

BVB-Trainer lässt leistungsorientiert trainieren

Gearbeitet wird in der „Internationalen Fußballschule“ laut Aussage des BVB-Jugendtrainers leistungsorientiert. Er sei stolz darauf, sagen zu können, dass pro Saison sechs, sieben Kinder den Sprung in ein Nachwuchsleistungszentrum schaffen würden, sagt Bulajic. „Das kann nicht jede Fußballschule behaupten.“

Aber auch leistungsschwächere Kinder würden nicht vernachlässigt. Die Kinder sollen in ihrer fußballerischen und persönlichen Entwicklung gefördert werden. Am Ende „profitieren die Kinder und ihre Vereine von der Teilnahme bei uns“, sagt Bulajic.

Auch wenn der Standortwechsel der Fußballschule helfe, zu überleben, würde sich Bulajic wünschen, dass er auch wieder in größeren Gruppen unbeschwert trainieren lassen kann. „Das ist für mich existentiell“, sagt er. Zudem „leiden die Kinder dramatisch unter der aktuellen Situation“, erklärt er.

Trotz dessen gehe die Gesundheit der Kinder und ihrer Eltern und Verwandten aber vor. Deshalb bleibe die Maxime während der Pandemie in der „Internationalen Fußballschule“ „saftey first“ – Sicherheit zuerst. Bulajic erklärt: „Erst die Gesundheit, dann die Schule und zum Schluss der Sport.“

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