BVB-Trainer Enrico Maaßen hat eine knifflige Woche hinter sich und die Aufgabe in Havelse vor der Brust. © Thomas Bielefeld
3. Liga

BVB-II-Neuzugang feiert eine Premiere mit Licht und Schatten – Vier gute Möglichkeiten

In Braunschweig kassiert der BVB II eine bittere 2:4-Pleite. Mittendrin: Ein Neuzugang, der als Knauff-Ersatz zur prägenden Figur wird. Zum allerersten Mal.

Wer nach Spielschluss als einer der wenigen Akteure ans Fernsehmikrofon gebeten wird, der hat in jedem Fall keine beliebige Leistung gezeigt. Und in den meisten Fällen zumindest so einiges richtig gemacht. An diesem Samstag oblag Ole Pohlmann der TV-Job. Der 20-Jährige schritt also zur Tat, sagte seine Sätze in die Kamera und wurde im Anschluss auch noch in der Mixed Zone angehalten. Viel gab es schließlich zu bereden mit Pohlmann, einer der prägenden Figuren dieses Nachmittags.

Dabei ist es ein wenig paradox. Denn zum einen drückte dieser Offensive dem Spiel bei Eintracht Braunschweig seinen Stempel auf. Und zum anderen verpasste er es. Bei der 2:4 (1:2)-Niederlage ließ Dortmunds U23-Trainer Enrico Maaßen seinen Sommer-Zugang Pohlmann zum ersten Mal über die volle Spielzeit auf dem Feld, er gehörte zu den agilsten, gefährlichsten Spielern des BVB II – doch nutzte letztlich nur eine seiner vier guten bis sehr guten Torgelegenheiten.

„Wir haben ein super Spiel gemacht“, bilanzierte Pohlmann später. „Wir haben uns nicht von der Kulisse beeindrucken lassen“ – immerhin sahen 9.000 Zuschauer zu – „und wir hatten gute Chancen aufs 3:3.“ Der Handelfmeter, den Berkan Taz nicht an Torhüter Jazmin Fejzic vorbeibrachte, war zweifelsohne die klarste Ausgleichsoption (88.). Pohlmann indes dachte ebenso an seine Gelegenheit in Minute 78, als er den Ball in Fünf-Meter-Raum-Nähe nicht richtig traf.

Immanuel Pherai (l.) und die BVB-U23 empfangen am Samstagnachmittag Spitzenreiter 1. FC Magdeburg.
Die BVB-U23, um Lennard Maloney (l.) und Ole Pohlmann, verlor am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg. © Thomas Bielefeld © Thomas Bielefeld

Und so sah sich der Angreifer, der im 3-4-1-2 über links kam und in der ersten Hälfte noch die Latte traf, im Anschluss bemüßigt, zur Floskel zu greifen: „Wer die Dinger vorne nicht macht, der kriegt sie hinten rein.“ Dass es diesmal gleich vierfach der Fall war, analysierte Pohlmann nicht ausschweifend, sondern konkret: „Wir haben zu oft gepatzt.“ So sah es auch Maaßen, der davon sprach, dass vor allem Gegentreffer ein, zwei und vier in dieser Form nicht hätten passieren dürfen.

Knauff-Ersatz Pohlmann: „Ich bin ein Teamspieler“

Doch sie passierten eben, besiegelten Saison-Niederlage vier. Und ließen die Borussia durchaus bedröppelt nach Hause fahren. Pohlmann bekannte, dass er sich „natürlich“ über sein erstes Tor (13.) und seinen ersten Assist (74.) im BVB-Trikot freue, „nur der Sieg steht halt im Vordergrund“, seufzte er. Darum war es ein wechselhafter Premierentag für den Neuen, der vor ein paar Monaten vom VfL Wolfsburg II kam.

„Ich habe ein wenig Zeit gebraucht, um in die Mannschaft reinzufinden, komme aber immer besser klar“, sagte Pohlmann. 12 Spiele stehen bisher unter seinem Bilanzstrich, in Braunschweig zeigte er seine bislang stärkste, auffälligste Leistung. Und muss trotzdem inständigst darauf hoffen, am kommenden Sonntag gegen Viktoria Köln wieder von Beginn an dabei zu sein. So gilt doch die simple Regel: Wenn Top-Talent Ansgar Knauff im Kader steht, wird es eng für Pohlmann.

Dass sich der offensive Output des Jungprofis zuletzt in eher engen Grenzen hielt, verändert daran wenig bis gar nichts. „Bekommt Ansgar bei den Profis nicht genug Spielzeit, dann muss er die in der U23 bekommen. Der Junge muss gefördert werden, das ist mir klar und macht mir nichts.“ Er sehe das „gelassen“, sei „ein Teamspieler“ und „lasse den Kopf nicht hängen“. Ebenso wenig wie nach dieser Nullnummer, nach der der BVB bei sehr guten 20 Punkten verbleibt.

„Diese Niederlage wirft uns nicht um. Dass wir damit umgehen können, haben wir in den vergangenen Wochen bereits gezeigt“, sprach Pohlmann im Bauch des Eintracht-Stadions – und hatte dann genug geredet.

BVB II: Unbehaun – Papadopoulos (70. Bah-Traore), Dams (90. Thaqi), Maloney – Viet, Raschl (70. Tattermusch), Pfanne, Pohlmann – Pherai – Taz, Tachie (70. Bornemann) – Trainer: Maaßen

Tore: 1:0 Henning (11.), 1:1 Pohlmann (13.), 2:1 Henning (15.), 3:1 Zauner (62.), 3:2 Maloney (74.), 4:2 Kobylanski (90.+1)

Bes. Vorkommnis: Taz scheitert an Fejzic (88., Handelfmeter)

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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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