Eyüp Cosgun (M.) ist im Dortmunder Amateurfußball eine Legende. Im Interview hat er über das Derby gegen seinen Ex-Klub gesprochen und über ein mögliches Karriereende. © Stephan Schütze
Fußball-Westfalenliga

Bövinghausens Cosgun vor Derby: „Kann sein, dass ich mit einem Aufstieg meine Karriere beende“

Eyüp Cosgun war jahrelang eines der Gesichter beim BSV Schüren. Jetzt spielt er für den TuS Bövinghausen und trifft am Samstag auf seinen Ex-Klub. Wir haben mit ihm vorab ein großes Interview geführt.

Der TuS Bövinghausen empfängt am Samstagabend (18 Uhr, Provinzialstraße) den BSV Schüren. Es ist ein Highlight-Spiel des Wochenendes im Dortmunder Amateurfußball. Wir streamen die Partie am Samstag auf rn.de/dosport live. Vorab haben wir uns mit einem Mann unterhalten, der jahrelang für den BSV Schüren unterwegs war, große Erfolg mit dem Klub gefeiert hat und jetzt beim TuS Bövinghausen kickt: Eyüp Cosgun. Der 33-Jährige hat uns verraten, wie es ist, in einer solch prominenten Mannschaft zu kicken, worauf es für den Erfolgsfall ankommt und er hat ein mögliches Karriereende angedeutet.

Herr Cosgun, Sie haben fast sieben Jahre für den BSV Schüren gespielt, sind zwei Mal aufgestiegen, Hallenstadtmeister und Kreispokalsieger geworden. Mit dem TuS Bövinghausen spielen Sie am Samstag erstmals gegen Ihren Ex-Klub. Wie ist Ihr Gefühl?

Das wird ein besonderes Spiel für mich. Ich habe in Schüren viele Leute kennengelernt und Freunde gefunden. Das Umfeld ist sehr familiär dort und es arbeiten Top-Leute in Schüren. Ich freue mich, die Jungs wiederzusehen, hoffe aber, dass wir gewinnen. Danach kann Schüren gerne alle Spiele gewinnen.

Sie kennen den BSV Schüren aus dem Eff-Eff: Wie schlägt man die Mannschaft?

Schüren hat eine komplett neue Mannschaft, befindet sich in der Findungsphase und hat ein paar Verletzte. Deswegen kann ich das schlecht einschätzen. Wir sind auf dem Papier auf jeden Fall der Favorit. Aber man muss erst einmal jedes Spiel spielen.

Sie befinden sich beim TuS Bövinghausen in prominenter Gesellschaft. Kevin Großkreutz, Baris Özbek und David Odonkor haben allesamt Profi-Erfahrung: Wie ist es mit den neuen Jungs?

Die Jungs sind alle super in Ordnung. Klar, sie haben alle höherklassig gespielt und viel erreicht, sind aber auch nur aus Blut und Wasser. Das sind sehr angenehme Leute und wir haben viel Spaß. Wichtig ist immer der Charakter des Menschen. Und nur wenn man Leistung bringt, dann kann man auch vorangehen.

Ist das die stärkste Mannschaft, in der Sie im Dortmunder Amateurfußball gespielt haben?

Das ist eine schwierige Frage. Ich war ja auch beim TuS Eving-Lindenhorst, habe dort mit Dimitrios Kalpakidis, Daniel Rios, Sascha Rammel und Francis Bugri zusammen gespielt. Mit denen haben wir alles rasiert. Aber auch in Schüren hatten wir eine richtig gute Mannschaft. Jede Mannschaft ist individuell verschieden, deswegen ist es schwer zu sagen, ob Bövinghausen stärker ist.

Sie spielen nun seit rund einem Jahr für den TuS: Fühlen Sie sich wohl?

Ja, ich fühle mich wohl, muss aber sagen, dass der Verein anders ist als andere. Hier ist immer etwas Spektakuläres dabei und man wird positiv überrascht und staunt. Es macht aber Spaß in Bövinghausen. Wir haben eine lustige Truppe, die richtig gut kicken kann.

Das erste Spiel hat Bövinghausen mit 5:1 gegen Hassel gewonnen. Sie verbrachten den Großteil des Spiels auf der Bank. Wie sehen Sie derzeit Ihre Rolle im Klub? Kommen Sie auf der Bank zurecht?

Ich bin Fußballer durch und durch. Wenn ich auf der Bank sitze, dann merke ich das auch und möchte gerne spielen. Ich nehme die Rolle aber auch gerne an und stelle mich in den Dienst der Mannschaft. Wir haben sehr gute Jungs im Kader und jeder kann jeden ersetzen. Das ist das Gute daran. Nichts geht über den Erfolg.

Apropos Erfolg: Der TuS Bövinghausen möchte unbedingt in die Oberliga aufsteigen. Wäre das Ihr größter Erfolg?

Der Oberliga-Aufstieg wäre ein großer Erfolg. Mein größter Erfolg war aber damals der Aufstieg mit Uerdingen, das war ein Highlight. Damals waren 5000 Zuschauer in Wuppertal. Diese Saison müssen wir erst einmal zu Ende spielen. Um aufsteigen zu können, muss alles passen. Das Umfeld, die Fans, die Mannschaft. Jeder Aufstieg ist schwer genug.

Sie werden im Januar 34 Jahre alt. Wie lange wollen Sie noch spielen?

Solange ich Lust drauf habe und Spaß habe. Wichtig ist auch, dass die Knochen halten. Manchmal tut mir alles weh, der Aufwand ist hoch. Es kann auch sein, dass ich mit einem Aufstieg meine Karriere beende. Möglich ist auch, dass ich noch ein Jahr dranhänge oder danach in tiefere Ligen gehe. Ich möchte mich noch nicht festlegen und genieße jetzt den Moment.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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