Kevin Großkreutz hat beim TuS Bövinghausen unterschrieben. © Stephan Schuetze
Meinung

Bei Testspielen abkassieren: Bövinghausen-Move geht ganz weit weg vom Amateurfußball

Die Verpflichtung von Kevin Großkreutz möchte sich der TuS Bövinghause zu Nutze machen und bei Testspielen abkassieren. Ein Vorgehen, was ganz weit weg geht von den Werten des Amateurfußballs.

Im vergangenen Sommer habe ich es bei vielen Amateurvereinen erlebt: Bei Testspielen wurde Eintritt genommen. Ein eher unübliches Szenario, doch damals verständlich. Monatelang hatten die Vereine keine Einnahmen wegen der Corona-Pandemie, mussten aufwendige Hygienekonzepte umsetzen und dafür investieren.

Das Verständnis dafür schien vielerorts da gewesen zu sein, den Taler in die Amateurklubs zu investieren. Selbst zu Testspielen.

Weit weg von den Werten des Amateurfußballs

Doch der TuS Bövinghausen möchte abkassieren, da mit der Verpflichtung von Kevin Großkreutz ein Geschäft gewittert wird. Das geht weit weg von den Werten des Amateurfußballs, wo für wenig Geld meist viel geboten wird.

Klar wird sein, gerade zu Beginn, dass Großkreutz die Massen anzieht, und es ist Ajan Dzaferoskis gutes Recht, daraus seinen Profit erzielen zu wollen, doch mit Amateurfußball hat das Ganze – vor allem, wenn es um Testspiele geht – nicht mehr viel zu tun.

Der Amateurfußball steht für das ehrliche Spiel, wo für einen schmalen Obolus die verrücktesten Dinge passieren können. Dazu noch eine Pommes Mayo und ein Bier. Ein perfekter Sonntag.

Dass nun auch Kevin Großkreutz, Fußball-Weltmeister und zweifacher Deutscher Meister, der so eine enge Bindung zu Dortmund und dem Amateurfußball hat, zurückkehrt, ist eine schöne Sache.

Die Geldkassen dafür klingeln zu lassen, wird dem Amateurfußball und seinen vielen ehrenamtlichen Helfern aber nicht gerecht. Es würde genau das hervorbringen, was bei den Profis so kritisiert wird: die Kommerzialisierung. Das würde weit weg vom Amateurfußball gehen.

Über den Autor
Journalismus ist meine Passion. Seit 2017 im Einsatz für Lensing Media. Immer auf der Suche nach Hintergründen, spannenden Themen und Geschichten von Menschen.
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David Nicolas Döring

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