Haben einen neuen Kollegen: Die Spieler von Türkspor Dortmund. © Stephan Schuetze
Fußball

Aus Bulgarien nach Dortmund: TSD-Neuzugang will sich „ein neues Leben aufbauen“

Türkspor Dortmund verpflichtet einen Profi aus Bulgarien. Der spricht über seine Ziele mit dem neuen Klub und den Beweggrund seines Wechsels. Beziehungsweise: er lässt für sich sprechen.

Dass Dimitrios Kalpakidis, Sportlicher Leiter von Türkspor Dortmund, seinen neuesten Neuzugang noch nie gesehen hatte und vor wenigen Tagen dementsprechend wenig bis gar nichts über ihn sagen konnte, ist eine skurrile Geschichte – schließlich erliegt man doch dem Glauben, dass ein Manager wissen müsste, mit wem sich seine Mannschaft da verstärkt. Doch diese Episode soll hier nur eine Randnotiz bleiben. An dieser Stelle geht es um Rasim Suleyman höchstselbst.

Der 22-jährige Bulgare ist die beschriebene – unbekannte – TSD-Winterverpflichtungen, ein Offensivspieler, der schon bei Rot-Weiss Essen in der Jugend kickte und über RW Ahlen sowie Hansa Friesoythe – einem Klub aus Niedersachsen – in seinem Heimatland Bulgarien landete. In der zweiten bulgarischen Liga bei FK Sozopol.

Wie es dort war, warum er sich dort nicht durchsetzen konnte, warum er jetzt bei Türkspor angekommen ist – all das sind Fragen, die man ihm gerne stellen möchte. Doch Suleyman wimmelt erst mal ab, er melde sich am frühen Abend, sagt er. Letztlich wird es der sehr späte Abend. 22.30 Uhr zeigt die Uhr, da trudelt eine Nachricht von ihm herein. In leicht brüchigem Deutsch vermeldet Suleyman, er habe einen Unfall gehabt. „Aber nicht schlimm“, meint er.

Türkspor-Neuzugang war Profi in Bulgarien

Dann übernimmt seine Freundin – als Dolmetscherin. Also: Warum ist er denn überhaupt wieder nach Deutschland gekommen? „Ich sehe hier meine Zukunft“, lässt Suleyman ausrichten. „Meine Freundin studiert jetzt hier in Düsseldorf“, sagt seine Freundin. Suleyman wolle sich in Deutschland „ein neues Leben aufbauen“, Türkspor sei ein guter Klub für ihn, „der Verein hat Ambitionen“.

In Bulgarien, erzählt die Freundin nachfolgend, habe es nicht ganz so geklappt wie gewünscht. „Es ist schön gewesen, dort als Profi zu arbeiten“, sagt sie – im Hintergrund hört man Suleyman in seiner Muttersprache parlieren. Doch er habe auch einen „schwierigen Stand“ besessen. „Die Konkurrenz war stark, es waren viele gute Spieler da.“ Und Suleyman wurde häufig von seinem Körper gebremst – „oft mit Adduktorenproblemen“. Er machte nur fünf Spiele.

Trotzdem seien sie „im Guten auseinandergegangen“ – also Sozopol und Suleyman –, er habe dort ja eigentlich auch noch Vertrag gehabt. „Jetzt fängt aber ein völlig neues Kapitel an.“ Suleyman habe in seinen 22 Lebensjahren „noch nie wirklich gearbeitet. Das wird jetzt nötig sein, um sich etwas aufzubauen.“ Der junge Mann diktiert den Satz: „Ich will auf meinen eigenen Füßen stehen und mein eigenes Geld verdienen, um eine gute Zukunft zu haben.“

Die Einnahmen bei Türkspor werden da nicht reichen – das scheint Suleyman bewusst zu sein. Demnach wird er beim Dortmunder Landesliga-Klub wohl hauptsächlich des Spaßes wegen kicken. Auf dem Feld fühle er sich „auf der Zehn oder auf der linken offensiven Außenbahn am wohlsten“ – und hofft, „dass Türkspor aufsteigen kann“. Dabei wolle er „mithelfen und wichtig sein“.

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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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