Ein Dortmunder Fußballklub verliert sämtliche seiner Talente aus der A-Jugend an andere Vereine. © picture alliance / dpa
Fußball

Ärger bei einem Dortmunder Klub: Verein verliert viele seiner Talente an die Konkurrenz

Ein Dortmunder Fußballklub muss zur kommenden Saison viele seiner Talente zur Konkurrenz ziehen lassen. Der Trainer ärgert sich - hat aber eine Idee für die Zukunft.

Auf den Fußballplätzen der heimischen Amateurklubs ruht derzeit der Ball, doch die Planungen für die kommende Spielzeit laufen bereits auf Hochtouren. Überall ist dies aktuell zu beobachten. Ein besonders zufriedenstellendes Gefühl für Vereine ist es, wenn ein Talent aus der eigenen A-Jugend nach dem Sommer den Sprung in den eigenen Seniorenbereich schafft. Ein Dortmunder Klub verzeichnet aber genau in diesem Punkt eine ernüchternde Bilanz.

Alle Vertragsgespräche scheiterten

Zwar gelang es dem Klub aus der Landesliga in den vergangenen Tagen bereits, sieben bedeutsame Spieler zu halten und für die kommende Spielzeit zu gewinnen. Ausgerechnet beim eigenen Nachwuchs aber musste der Hombrucher SV nun einen herben Dämpfer hinnehmen. Die Vertragsgespräche mit talentierten A-Junioren aus dem eigenen Westfalenliga-Unterbau scheiterten allesamt.

„Alle Spieler, die interessant für uns wären, haben bereits bei anderen Vereinen zugesagt“, erklärt Willi Tiemann, seinerseits Geschäftsführer. Unter anderem bei Paul Zulauf und Justin Fonhoff zog sein Verein den Kürzeren, das Duo zieht weiter zu Westfalenligist FC Brünninghausen. Keine schöne Erkenntnis für Hombruchs Trainer Alexander Enke.

Enke findet Weggang der Talente „ärgerlich“

„Natürlich ist es ärgerlich, dass die Spieler aus der A-Jugend nicht bleiben“, sagt er dazu – und äußert im Nachsatz seine Zweifel: „Für jeden muss der Anspruch gelten, höchstmöglich zu spielen. Ob es aber sinnvoll ist, sofort den Sprung nach oben zu machen, weiß ich nicht.“ Die Talente müssten schließlich „auf Spielanteile kommen. Wenn sie die nicht erhalten, ist das der Entwicklung bestimmt nicht förderlich“, betont Enke.

Der Trainer nimmt wahr, dass die finanzstärkeren Klubs aus der Umgebung dem Hombrucher SV immer wieder die besten Leute abwerben – sei es Brünninghausen, Aplerbeck oder Schüren –, doch verzagen gilt nicht. Und: Immerhin erhält der Verein eine finanzielle Entschädigung. Wie es jedoch in Zukunft gelingen könnte, mehr Spieler ins Landesliga-Team hochzuziehen und zu binden, das bleibt natürlich ein wichtiges Thema. Enke hat da eine Idee.

Talente sollen verstehen, was sie am Hombrucher SV haben

Er sei sich nicht sicher, ob die Vereine noch mehr bieten müssten, sagt er. Vielmehr müsse „mehr awareness“, also ein stärkeres Bewusstsein geschaffen werden bei den jungen Spielern, meint Enke. Finanziell kann der Klub eh nicht mit den großen Mitstreitern ins Duell ziehen. Demnach sieht der Hombruch-Trainer den direkten Austausch als Schlüssel zum Erfolg. „Dann merken die Jungs, dass wir eine gute Adresse sind für den ersten Schritt im Seniorenbereich“, sagt er.

Denn in der Vergangenheit habe es ja den einen oder anderen Beweis dafür gegeben, dass Talente zu früh in eine qualitativ zu starke Mannschaft wechselten – und ihre Entwicklung dann stagnierte. „Die Landesliga muss sich außerdem nicht verstecken. Hier gibt es eine gute Möglichkeit, sich im Seniorenbereich zu präsentieren. Es wird guter Fußball gespielt, taktisch wie physisch spielen wir auf gutem Niveau“, sagt Enke. Jetzt müssen das nur noch die Talente verstehen.

Über den Autor
Volontär
Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.