Adjany Ibeme (l.), hier noch im Trikot des Lüner SV, spielt nun wieder für den FC Roj. © Patrick Schröer
Fußball-Bezirksliga

Adjany Ibeme, tritt der FC Roj in Spuren von Bövinghausen und Türkspor?

Adjany Ibeme ist der Top-Winter-Zugang beim FC Roj. Der Innenverteidiger wechselte von Wattenscheid 09 zum Bezirksliga-Verein. Im Interview verrät er, was mit dem FC Roj möglich ist.

Als einen von drei Neuzugängen verkündete Nagdet Magid, Sportlicher Leiter des FC Roj, den Innenverteidiger Adjany Ibeme. Der ist 24 Jahre alt, 1,94 Meter groß und kommt von Wattenscheid 09. In der Vergangenheit kickte Ibeme zudem auch beim FC Iserlohn, beim Lüner SV sowie beim VfL Schwerte. Nun geht es zurück zum FC Roj. Im großen Interview spricht Ibeme über die Möglichkeiten mit dem FC, seinen Wechselgrund und über Marcel Ramsey.

Herr Ibeme, warum haben Sie den Schritt von der Oberliga in die Bezirksliga gewählt?

Das hatte vor allem zeitliche Gründe. In der Vorbereitung bei Wattenscheid habe ich zum Beispiel mal drei Wochen gefehlt, weil ich bei einer Neueröffnung von einer Firma in Lübbecke war. Zu der Zeit habe ich im Hotel gepennt. Später war ich nochmal drei Wochen da, bin jeden Tag gependelt. Ein bis zwei Monate später hatte ich dann meine eigene Neueröffnung in Iserlohn. Zeitlich war der Aufwand dann zu groß, um immer von Iserlohn nach Bochum zu fahren. Ich wollte aber auch nicht unzuverlässig wirken und habe mich deshalb mit dem Verein zusammengesetzt. Die Gespräche sind alle ohne Probleme abgelaufen. Der Verein hat die Entscheidung verstanden.

Wie lief Ihre Zeit bei Wattenscheid 09 denn genau?

Sportlich natürlich nicht so gut. Ich bin ja aus einer Verletzung heraus nach Wattenscheid gewechselt, hatte vorher einen Achillessehnenriss. Deswegen war ich die ersten Wochen damit beschäftigt, richtig reinzukommen. Kurz vor dem Saisonstart hatte ich mir dann einen Muskelfaserriss zugezogen. Deswegen lief all das nicht so gut. Ich habe aber trotzdem sehr gute Erfahrungen gemacht. Da wird beim Verein sehr geile Arbeit gemacht. Wattenscheid will wieder etwas aufbauen und will hoch. Das halbe Jahr war daher sehr wichtig für mich.

Was haben Sie in der Zeit denn gelernt?

Eine Menge. Ich habe zum ersten Mal mit einem Athletiktrainer zusammengearbeitet. Von ihm bin ich während der gesamten Verletzung betreut worden. Außerdem hatten wir auch einen Physiotherapeuten, der uns einen Reha-Plan erstellt hat. Wir sind dann trotzdem zum Training gekommen und haben mit den verletzten Spielern ein Extraprogramm gemacht. Und es gab Mental-Coaches. Da habe ich zum ersten Mal mitbekommen, wie intensiv Vereine damit arbeiten. Sie haben sich mit jedem Spieler getroffen und Stärken und Schwächen besprochen.

Sie sind zurück an alter Wirkungsstätte: Wie hat Roj Sie überzeugen können, zurückzukehren, nachdem Sie zuletzt weiter oben gespielt haben?

Ich möchte wieder in der Umgebung spielen und nicht so weite Fahrtwege haben. Mir war auch wichtig, dass der Verein Ambitionen hat. Roj macht sehr gute Arbeit. Ich war schon bei vielen Verein, ich glaube aber, dass Roj sehr viel Potenzial hat. Der Verein versucht, hier etwas aufzubauen.

Sie kennen den FC Roj wie gesagt von früher: Was hat sich im Verein getan und wie erleben Sie das Umfeld?

Das stimmt, ich kenne den Verein und auch die Leute dort. Ich wohne ja nicht weit weg vom Platz. Mir ist wichtig, dass ich jetzt wieder richtig fit werde. Mir war außerdem wichtig, dass ich nicht in einem Verein spiele, der in der unteren Tabellenhälfte steht.

Beim FC Roj treffen Sie auf Ihren alten LSV-Kumpel Marcel Ramsey. Inwieweit hat er eine Rolle für Ihren Wechsel gespielt?

Es ist eine Ehre, neben Marcel Ramsey zu spielen (lacht). Spaß beiseite, ich kenne Marcel noch aus Lüner Zeiten, wir sind ganz gute Freunde. Natürlich haben wir vorher auch gequatscht, aber damals war der Wechsel für mich noch keine Option, weil ich mich bei Wattenscheid durchsetzen wollte. Marcel hat beim Wechsel aber sicher auch eine Rolle gespielt. Er ist ein sehr guter Fußballer. Das zeigt auch, dass in der Mannschaft sehr viel Qualität steckt.

Der FC Roj ist im Kommen. Trauen Sie dem Klub eine ähnliche Entwicklung wie Bövinghausen und Türkspor zu?

Im Gegensatz zu Bövinghausen und Türkspor hat Roj von sehr vielen Seiten Unterstützung. Da gibt es nicht nur einen Hauptsponsor. Ich sehe bei Roj sehr viel Potenzial und kann mir vorstellen, dass der Klub in zwei, drei Jahren auch in der Westfalenliga spielen könnte. Es gibt auch junge Leute im Vorstand, die den Spielern nahe stehen. Sie alle machen gute Arbeit.

Ihr neuer, alter Klub möchte unbedingt in die Landesliga: Nagdet Magid (Sportlicher Leiter, Anm. d. Red.) sagte sogar: Ihre Truppe müsse dorthin. Spüren Sie einen gewissen Druck und halten den Aufstieg für realistisch?

Druck verspüre ich noch nicht, nein. Ich möchte immer das Maximum herausholen und möchte überall um den Aufstieg mitspielen. Dafür spiele ich ja Fußball. Ich finde es gut, wenn der Verein ein klares Ziel hat. Ich kann mir vorstellen, dass wir sehr bald in der Landesliga spielen.

Was ist mit dem Klub allgemein möglich – auch vor dem Hintergrund, dass Roj ein kleines Stadion bauen möchte?

Es kommt natürlich darauf an, wo Roj langfristig hin möchte. Natürlich ist alles möglich. Ich bin da auch optimistisch, dass der Klub bestimmte Ziele erreichen kann. Es kommt aber natürlich auch darauf an, wie die Arbeit verrichtet wird.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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