Ein Dortmunder A-Ligist läuft bisher den eigenen Erwartungen hinterher. © Volker Engel
Fußball-Kreisliga

A-Ligist steht plötzlich auf Abstiegsplatz – bekommt aber nicht die Chance zur Verbesserung

Ein Dortmunder A-Ligist ist schwach in die Spielzeit gestartet. Aber warum? Das erklärt der entspannte und routinierte Trainer ausführlich.

Zwei Wochen hätte ein Fußball-A-Kreisligist Zeit gehabt, seine magere Auftaktbilanz aufzupolieren. Der Spielplan und Corona aber machten auch dem Trainer, der aus höheren Ligen Erfahrung mitbringt, einen Strich durch die Rechnung. Seine Einschätzung und Laune aber deckt sich nicht mit den Zahlen.

Frank Eigenwillig ist längst ein alter Hase im Geschäft. Ihn bringt nichts mehr aus der Ruhe. Selbst Gläser, die er früher oft mal im Eifer des Gefechtes umstieß, sind nach eigenem Bekunden mittlerweile vor ihm sicher. Im Vereinsheim seines Klubs RW Barop ist er, der auch über sich selbst lachen kann, ohnehin immer willkommen. Denn wichtiger als die erst vier Punkte in sechs Spielen sind ihm die Entwicklungen im Verein und in der Mannschaft.

Also der Verein: „Ich hatte, um ehrlich zu sein, zu meiner Brünninghauser Zeit Barop für eine graue Maus gehalten. Jetzt sage ich: Nur unser Tabellenstand, der drittletzte Platz, ist ziemlich grau. Ich lese die Tabelle nicht so wie andere, denn ich kenne denn Ist-Zustand und das Potenzial.“

Was RW nämlich habe, sei eine sehr gute Juniorenabteilung mit vielen Mitgliedern. „Dazu kommt ein fähiger Vorstand. Der Verein entwickelt sich. Auch der Sportliche Leiter Olaf Muschal ist sehr rührig. Während Corona hatten wir noch nicht die Chance, unsere Mannschaft ganz so aufzustellen, wie wir es wollten. Jetzt basteln wir an einem noch besseren Team.“ Das will Eigenwillig nicht als Kritik an seinem aktuellen Personal verstanden wissen.

RW Barop hat eine sehr junge Mannschaft

Also die Mannschaft: „Das sind sehr viele junge Spieler, wissbegierig, talentiert und mit vielen Möglichkeiten.“ Dass das Team zuletzt viermal verlor, findet Eigenwillig „zum Kotzen“, da er überhaupt nicht gut verlieren könne. Aber er hält seinen Jungs zugute, dass sie nie aussichtslos in den Spielen waren.

„Die Partien waren ziemlich eng. Wir könnten zumindest vier Punkte mehr haben.“ Zudem stellt der Coach seine Nachwuchs-Spieler unter eine Art Welpenschutz: „Wir wussten doch auch, dass es für sie ein schwieriges erstes halbes Jahr werden könnte. Ich glaube aber sogar, dass wir noch 2020 gute Ergebnisse einfahren. Und wir hatten es fast nur mit sehr starken Gegnern zu tun. Jetzt kommen Aufgaben, die uns besser liegen dürften. Denn wir sind besser als der Tabellenplatz.“ Aber eben nicht erfolgreicher. „Das ärgert mich einerseits. Andererseits verfällt keiner in Panik. Da gibt es auch keinen Grund zu.“

Gerne hätte er schon jetzt einen neuen Ergebnistrend gesehen. Aber am Sonntag waren die Rot-Weißen spielfrei. Und sie müssen noch einmal aussetzen, da der angesetzte Gegner VfB Westhofen wegen der Corona-Verordnung des Kreises Unna nicht spielen darf. „Wir möchten einen Rhythmus haben“, sagt Eigenwillig. Daher vereinbarte er mit dem Bezirksligisten ASC 09 Dortmund II für Sonntag um 15 Uhr einen Test an der Schweizer Allee.

Und danach, sagt Eigenwillig überzeugt, stimmt nicht nur die Einstellung: „Die richtigen Ergebnisse kommen. Ganz sicher!“ Erster Leidtragender könnte am 8. November Phönix Eving werden. Und dann gerät auch das Saisonziel nicht aus dem Visier: „Wir wollen ins Tabellenmittelfeld.“ Selbst wenn Eigenwillig ruhigen Gewissens ein Fernglas in der Hand halten könnte, ohne dies fallen zu lassen, möchte er dies nicht benötigen, um die anderen Klubs aus den Augen zu verlieren.

Bei RW Barop liegt in der Ruhe die Kraft

In der Ruhe liegt die Kraft: Der Coach, der den FC Brünninghausen in der Westfalenliga trainierte und mit RW Germania in die Bezirksliga aufstieg, bewahrt sie mit Sicherheit. Er hat aber auch so viele Teams mit verschiedenen Charakteren erlebt, dass er nicht nur über sich lachen, sondern auch seinem eigenen positiven Gefühl trauen darf.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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