Westfalia Wickede durfte wieder einen Sieg bejubeln. © Nils Foltynowicz
Fußball-Westfalenliga

693 Tage seit dem letzten Sieg: Welche Spieler waren damals schon in Wickede dabei?

Westfalia Wickede kann wieder jubeln. Über den ersten Sieg nach mehr als 600 Tagen. Seitdem hat sich im Klub einiges verändert. Welche Spieler waren damals bereits mit dabei?

Auf die Frage, wie man sich denn als Sportlicher Leiter so fühlte, wenn die eigene Mannschaft nach über 600 Tage zum ersten Mal wieder ein Spiel gewinnt, muss Daniel Dukic erstmal was klarstellen.

„Es waren genau 693 Tage. Und ich weiß auch noch exakt das Datum, es war der 3. November 2019 und wir haben mit 6:1 in Sodingen gewonnen. Wir haben sogar die Spielminuten ohne Sieg ausgerechnet“, sagt der Sportliche Leiter des Fußball-Westfalenligisten Westfalia Wickede. Dabei ist ihm die Erleichterung auch drei Tage nach dem erlösenden 3:0 gegen Dröschede noch mehr als deutlich anzumerken.

Dukic hängt Motivations-Plakat auf

In der Umkleidekabine hatten sie zuletzt in die emotionale Trickkiste gegriffen, wie Dukic sagt, und Plakate mit den nicht gewonnenen Spielminuten aufgehängt. „Um die Spieler zu motivieren, dass sie irgendwann sagen, ich habe keinen Bock mehr auf diese blöden Plakate.“

Westfalia Wickedes Sportlicher Leiter Daniel Dukic stellt aktuell das Team für die kommende Saison zusammen. © Schütze © Schütze

Gut, verbrannt wurden sie nicht. Aber nach dem Dreier gegen Dröschede wurden die Plakate publikumswirksam vernichtet, wie Dukic erzählt. Er sprach von einem überwältigendem Gefühl und dass jetzt nicht mehr alles hinterfragt werde, so wie zuletzt. Dass diese ungeheure Belastung von der jungen Mannschaft abgefallen sei. Die Stimmung am Vereinsheim war geradezu euphorisch, ebenso die Atmosphäre beim Dienstag-Training. „Alle waren locker drauf, die Stimmung war gelöst, die Verkrampfung wie weggeflogen, der Sieg war wie ein Brustlöser“, beschrieb der Sportliche Leiter die lange vermisste positive Stimmung auf dem Trainingsgelände.

Ein Einmal-Erlebnis soll der Sieg gegen Dröschede aber nicht bleiben. „Jetzt müssen wir am Sonntag in Wiemelhausen und danach im Heimspiel gegen Deuten nachlegen“, erhofft sich Dukic eine Art Mini-Serie.

Dukic als Sportlicher Leiter ist einer der wenigen Personen, die beides erlebt haben. Das 6:1 am 3. November 2019 (damals noch unter Trainer Alex Gocke) und das 3:0 am Sonntag gegen Dröschede. So wie Lukas Homann, Finn Heinings, Marcel Pietryga und Muhammed Cakir, die damals gegen Sodingen im Kader standen und jetzt auch wieder.

„Wir hatten irgendwie schon das Gefühl zum Siegen verloren. Die Siege in den Testspielen zähle ich nicht mit, die Meisterschaft ist halt etwas ganz anderes“, erklärt Muhammed Cakir. Er wollte das Gefühl nach dem 3:0 gegen Dröschede nicht mit dem Gewinn der Meisterschaft vergleiche, so Cakir, aber so ein bisschen schon. Es sei die pure Erleichterung gewesen. „Am Montagmorgen bin ich mit einem Grinsen im Gesicht aufgewacht“, lacht der 24-Jährige.

„Wir müssen jetzt Gas geben“

Für Cakir war der erste Sieg nach fast zweijähriger Wartezeit allerdings längst überfällig. „Gegen Brünninghausen haben wir gut gespielt, uns Selbstvertrauen geholt, ein Punkt wäre da drin gewesen. Zuletzt in Wanne haben wir dann als Ziel ausgesetzt, ohne Gegentor zu bleiben. Wir haben in der Kabine zu uns gesagt. Hey Männer, wir haben null Punkte, wir müssen jetzt Gas geben“, erzählt Cakir.

Die Sache mit der Plakat-Aktion in der Kabine habe nochmal für zusätzliche Motivation gesorgt. „Das Trainerteam hatte da eine wirklich gute Idee“, schmunzelte der Wickeder, der ebenso wie sein Sportlicher Leiter von der Qualität der Mannschaft überzeugt ist und auch den Vergleich mit dem 2019er-Team nicht scheuen muss: „Die größte Veränderung ist der Altersunterschied. 2019 waren viele ältere, abgeklärte Spieler dabei. Jetzt haben wir viele neue, junge Spieler, die hungrig sind. Das heißt aber nicht, dass die Mannschaft schlechter ist.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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