In der Straße In der Esche in Brechten beherrschen momentan die Abrissarbeiten der Wohnungsfirma Vivawest das Bild. © Andreas Schröter
Bergbau-Siedlung

Wohnungsunternehmen lässt 18 Häuser im Dortmunder Norden abreißen

Wie eine riesige apokalyptische Trümmerlandschaft wirkt derzeit eine Vivawest-Siedlung in Dortmund-Brechten. 18 Häuser fallen dort dem Abrissbagger zum Opfer – doch auch Neues soll entstehen.

Wer gerne bei Abrissarbeiten zusieht, hat dazu momentan in der Straße In der Esche in Brechten beste Aussichten. Das Wohnungsunternehmen Vivawest mit Hauptsitz in Gelsenkirchen ist gerade dabei, dort 18 Häuser mit insgesamt 70 Wohnungen abreißen zu lassen.

Diese Arbeiten sollen nach Auskunft von Vivawest-Sprecherin Katrin Lamprecht bis zum Februar dauern. Das beauftragte Abrissunternehmen „Prümer“ hat die Häuser zunächst entkernt, bevor auch die Außenwände eingerissen wurden und werden.

„Derzeit“, so teilt sie weiter mit, „werden die Bauanträge für eine mögliche Neubaubebauung mit rund 90 Wohnungen in diesem Bereich erarbeitet. Vorgesehen ist ein Baubeginn bis Ende 2021 – so der derzeitige Planungsstand.“

Noch stehen einige der Häuser, die demnächst abgerissen werden. Allerdings sind sie innen bereits komplett entkernt
Noch stehen einige der Häuser, die demnächst abgerissen werden. Allerdings sind sie innen bereits komplett entkernt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Problem der alten Häuser ist: Sie stehen schief, weil sie sich innerhalb eines Bergbau-Senkungstrogs befinden. Eine Modernisierung sei deshalb ausgeschlossen. Das hatte Vivawest der Bezirksvertretung Eving bereits im September 2018 mitgeteilt.

Solche Geländeabsenkungen kommen im Ruhrgebiet immer mal wieder vor, beispielsweise in Gelsenkirchen, Bottrop oder Essen. Der Bereich um die ehemalige Zeche Minister Stein gehört ebenfalls zu den Gebieten, die stark von solchen Senkungen betroffen sind.

Ein Abrissbagger rückt derzeit gegen 18 Häuser in Brechten vor. Das Gebiet wird komplett überplant
Ein Abrissbagger rückt derzeit gegen 18 Häuser in Brechten vor. Das Gebiet wird komplett überplant. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

In Brechten stand der Schacht 6, der 1938 in Betrieb ging und ab 1950 zur Zeche Minister Stein gehörte. Es handelte sich dabei um einen Wetterschacht, der für die Luftversorgung der Bergleute unter Tage zuständig war.

Durch den Steinkohle-Abbau in Tiefen von bis zu 1300 Metern bleiben Hohlräume zurück, die dafür sorgen, dass die Gesteins- und Erdmassen darüber in Bewegung bleiben.

Bei der geplanten Neubebauung sollen die vorhandenen Grundstücke besser genutzt werden, sodass auf dem Gelände mehr Wohnungen als bisher Platz finden sollen. Das Unternehmen habe den bisherigen Mietern geholfen, Ersatzwohnungen zu finden, so teilte ein Vivawest-Sprecher im Juni 2020 mit. Betroffen waren ganz unterschiedliche Mietergruppen: Singles, Paare, Familien mit Kindern und Senioren.

Nachdem die alten Häuser nach dem Auszug der bisherigen Mieter lange leergestanden hatten, hatte sich der Bereich zum Problemgebiet entwickelt.

Darauf hatte die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Eving im Februar 2020 hingewiesen: „Nachdem die Häuser leergezogen wurden, entwickelt sich das Gebiet zu einem Raum, der zunehmend Ziel von Graffiti-Schmierern und illegalen Müllkippern wird. Nach zwei Bränden in den leerstehenden Gebäuden hat sich die Situation weiter verschärft.“

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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