Ortstermin vor dem aufgestockten Haus Pücklerweg 5 mit (v.l.) Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstandsvorsitzender, Spar- und Bauverein, Anja Laubrock, stellvertretende Leiterin Amt für Wohnen, Wohnungskoordinator Oliver Lebrecht, Amt für Wohnen, Florian Ebrecht, Generalbevollmächtigter und Prokurist, Spar- und Bauverein und Karsten Statz, Referent Management & Geschäftsbeziehungen, Spar- und Bauverein. © Andreas Schröter
Wohnen

Wohnraum schaffen ohne Grundstücke: Spar- und Bauverein wird kreativ

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, Baugrundstücke oft teuer und rar. Es geht aber auch anders - das zeigt der Spar- und Bauverein bei der Modernisierung und Erweiterung einer Dortmunder Siedlung.

Für die Beschäftigten der Zeche Gneisenau errichtete der Spar- und Bauverein 1960 eine Siedlung mit mehr als 220 Wohnungen. Die Wohnungen an den Straßen In der Liethe, Graebnerstraße, Mohlweg und Pücklerweg in Hostedde werden nun seit 2012 modernisiert.

Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 22,1 Millionen Euro, von denen rund 1,8 Millionen Euro von der NRW.Bank und 5,3 Millionen Euro von der kfW eingeflossen sind, ziele diese Modernisierung vor allem auf die energetische Optimierung des Quartiers ab, so teilt der Spar- und Bauverein mit.

Neue Bäder und vergrößerte Balkone

Dazu werden unter anderem Fassaden und Keller gedämmt, Heizungen zentralisiert sowie neue Eingangs- und Wohnungstüren verbaut. Dreifach verglaste Fenster mit Rollläden halten Hitze und Kälte fern, und moderne Videosprechanlagen sollen das Sicherheitsgefühl der Bewohner steigern. Darüber hinaus sorgen vergrößerte Balkone und der Einbau neuer Bäder für mehr Wohnkomfort.

Neu ist auch das Fassadenkonzept, das nach und nach auf allen modernisierten Häusern umgesetzt werden soll und Identität schafft. Das Quartier, welches künftig den Namen „Bergmanns Wiesen“ trägt, repräsentiert seinen industriellen Hintergrund und den hohen Grünanteil durch unterschiedliche Motive aus Bergbau und Natur.

Mehr Wohnungen durch Aufstockungen

Um der hohen Nachfrage an bezahlbaren Wohnungsraum gerecht zu werden, hat der Spar- und Bauverein neben der Modernisierung auch das Wohnungsangebot durch Aufstockungen erweitert. So entstehen rund 30 neue Wohneinheiten.

Nachdem im März 2020 der Umbau der ersten Häuser startete, sind seit Februar 2021 bereits acht neue Wohnungen mit rund 54 bis 78 qm Wohnfläche bezugsfertig. Weitere folgen.

So sieht's im Bad in einer der neu entstandenen Wohnungen im aufgestockten haus Pücklerweg 5 aus
So sieht’s im noch nicht fertigen Bad in einer der neu entstandenen Wohnungen im aufgestockten haus Pücklerweg 5 aus. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Bei einem Ortstermin stellte der Vorstandsvorsitzende der Spar- und Bauverein eG, Franz-Bernd Große-Wilde, und der Generalbevollmächtigte Florian Ebrecht die Einzelheiten vor.

Im Fokus des Austausches mit Anja Laubrock (stellvertretende Leiterin Amt für Wohnen) und Oliver Lebrecht (Wohnungsbaukoordinator der Stadt Dortmund) stand, wie die heutigen und zukünftigen Herausforderung bei der Modernisierung von Bestandswohnungen und bei der Schaffung neuen Wohnraums zu bewältigen sind.

„Gerade dort, wo Wohnungsnot am deutlichsten zutage tritt und nur noch wenige Freiflächen und Baulücken verfügbar sind, sind Dachaufstockungen eine ideale Lösung“, so Florian Ebrecht.

Die Grundmiete der neu entstandenen Wohnungen liegt bei 8 Euro je Quadratmeter pro Monat und damit unterhalb des Mietpreisniveaus für Neubauten. Die Grundmiete der modernisierten Bestandswohnungen im Quartier liegt bei 5,13 Euro.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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