Mina (9) kann mit 19 anderen Kindern nach drei Monaten endlich wieder den Kinder- und Jugendtreff in Lanstrop besuchen. © Conny Bothe
Kinder- und Jugendtreff

„Wir haben hier ganz viele alleinerziehende Mütter, die sind am Limit“

Drei Monate hatte der Juki Lanstrop geschlossen. Nun gibt es wieder ein Angebot. Leiterin Conny Bothe sagt: Wie belastend der Lockdown für Familien sei, könne man oft nur erahnen.

Drei Monate lang war der offene Kinder- und Jugendtreff in Lanstrop, der Juki, zu. Seit vergangenen Dienstag (16.3.) dürfen die Pädagoginnen und Pädagogen wieder Besuch empfangen. „Gestern haben wir zwanzig Kinder hier gehabt und alle waren total glücklich“, erzählt Conny Bothe, die den Treff leitet, einen Tag nach der Wiedereröffnung.

Das sind die Regeln

Mehr als 20 Kinder dürfen nicht zeitgleich im Juki sein, nur fünf dürfen sich gleichzeitig im Gebäude selbst aufhalten.

Conny Bothe ist trotz der Vorgaben zufrieden, immerhin sei die Besucheranzahl nun höher als noch vor dem Lockdown Ende 2020. Damals durften maximal zehn Personen inklusive Mitarbeiter zeitgleich im Juki sein.

Basteln und Malen gehört zu den Freizeitaktivitäten der Kinder, die den Juki-Treff besuchen, einfach dazu.
Basteln und Malen gehört zu den Freizeitaktivitäten der Kinder, die den Juki-Treff besuchen, einfach dazu. © Conny Bothe © Conny Bothe

Nicht geändert hat sich neben den Öffnungszeiten (montags bis freitags: 16 bis 19 Uhr), dass sich die Besucher (zwischen 6 und vierzehn Jahren) vorher anmelden müssen. „Der offenen Arbeit widerspricht das natürlich total“, sagt Cornelia Bothe. Drei Stunden dürfen die Kinder dann auf dem 120 Quadratmeter großen Gelände an der Gürtlerstraße 3 verbringen.

Die Jugendlichen, denen das Anmeldesystem oft widerstrebe, würden über den Zaun hinweg zu Gesprächen eingeladen. „Wir halten aber auch immer zwei, drei Plätze für spontane Besuche frei.“

Während des Lockdowns den Kontakt halten

„Die Kinder haben einen unheimlichen Redebedarf“, sagt Conny Bothe. An der Feuerstelle sei Zeit für Gespräche.

Wie belastend das vergangene Jahr und insbesondere die vergangenen drei Monate Lockdown gewesen sein müssen, kann die Pädagogin nur erahnen. „Wir waren diejenigen, die angeschellt haben. Wir haben oftmals drauf bestanden, die Kinder zu sehen, haben Treppenhausgespräche geführt“, schildert sie den Versuch, den Kontakt nicht abreißen zu lassen.

„Wir haben hier ganz viele alleinerziehende Mütter, die sind am Limit. Auch viele Flüchtlingsfamilien kommen zu uns.“ Die Gespräche drehten sich oft um die Frage, wann der Lockdown endlich aufhöre, dass Kontakte fehlen. „Die Familien wohnen in relativ beengten Verhältnissen, die haben vielleicht noch einen Balkon. Wir können nur erahnen, wie belastend das ist.“

„Alles rauslassen“

„Bei uns ist jetzt eine super Stimmung. Wir bewegen uns ganz viel, reden und hören ganz viel zu.“ Für Conny Bothe sind das die entscheidenden Faktoren in der Pandemie. Die Kinder und Eltern sollen so „alles rauslassen“, den Frust, die Sorgen und die Ängste.

Wer zum Juki kommen will, kann sich telefonisch unter 01722868273 oder 0231 2412644 anmelden oder vor Ort einen Termin abstimmen.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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